Gut vorbereitet zum Elternsprechtag
Gut vorbereitet zum Elternsprechtag
In der Regel einmal pro Schulhalbjahr, in einigen Schulen auch nur einmal im Jahr werden Elternsprechtage angeboten. Eltern und Lehrer haben jetzt die Gelegenheit, sich ĂĽber Verhalten und Leistung der Kinder auszutauschen.
Elternsprechtag: Warum gute Vorbereitung den Austausch erleichtert
Der Elternsprechtag findet meist einmal pro Halbjahr, in einigen Schulen auch nur einmal jährlich statt. Er bietet Eltern und Lehrkräften die Möglichkeit, sich über den Leistungsstand, das Verhalten und die Entwicklung der Kinder auszutauschen. Zwar sind die Zeitfenster mit 10 bis 15 Minuten oft knapp bemessen, doch gerade darin liegt auch ein Vorteil: Alle Eltern haben die Chance, sich regelmäßig zu informieren – unabhängig davon, ob akute Probleme bestehen oder nicht.
Denn wer erst das Gespräch sucht, wenn Schwierigkeiten auftreten, hat es häufig schwerer, einen sachlichen, partnerschaftlichen Austausch aufzubauen. Ein stabiles, vertrauensvolles Verhältnis zwischen Schule und Elternhaus ist jedoch für alle von Vorteil – für Kinder, Eltern und Lehrkräfte. Deshalb lohnt es sich, den Elternsprechtag konsequent wahrzunehmen.
Gut vorbereitet in das Gespräch: Fragen sammeln und Prioritäten setzen
Um die kurze Zeit optimal zu nutzen, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Dazu gehört als erster Schritt ein Gespräch mit dem eigenen Kind:
👉 Hat es Wünsche, Sorgen oder Probleme, die angesprochen werden sollen?
So vermeiden Eltern Überraschungen und können gezielt nachfragen.
Auch eigene Fragen sollten im Vorfeld notiert werden. Hier einige Beispiele, die ĂĽber Noten und Leistungen hinaus wertvolle Einblicke geben:
- Wie arbeitet mein Kind im Unterricht?
- Wie setzen sich die Noten zusammen – mündlich, schriftlich, praktische Leistungen?
- Werden Hausaufgaben zuverlässig bearbeitet?
- Hat das Kind alle Materialien dabei und ist es organisiert?
- Gibt es Förderbedarf oder besondere Stärken?
- Wie ist das soziale Verhalten im Klassenverband?
- Mit welchen Kindern hat es Freundschaften?
- Wie schätzt die Lehrkraft das Klassenklima ein?
- Wie liegt die Klasse insgesamt leistungsmäßig?
- Welche Förder- oder Forderangebote bietet die Schule an?
- Gibt es Veränderungen im häuslichen Umfeld, über die die Schule Bescheid wissen sollte?
Solche Fragen helfen, ein umfassendes Bild zu erhalten – und die wenigen Minuten sinnvoll zu nutzen.
Ein gutes Gesprächsklima schaffen: So gelingt ein konstruktiver Austausch
Nicht nur die richtigen Fragen sind wichtig – auch der Ton und die Haltung entscheiden über den Erfolg des Gesprächs.
Was Eltern vermeiden sollten:
❌ Vorwürfe
❌ Pauschale Kritik am Schulsystem
❌ Schuldzuweisungen
Solche Aussagen blockieren das Gespräch und schaffen Distanz.
Was stattdessen hilfreich ist:
1. Zuhören und Perspektiven verstehen
Kinder verhalten sich zu Hause oft anders als in der Schule. Lehrkräfte können wertvolle Beobachtungen teilen – Offenheit ist hier entscheidend.
2. Partnerschaftlich sprechen statt anklagen
Formulierungen wie „Ich habe den Eindruck, dass …“ oder „Ich mache mir Sorgen, weil …“ erleichtern einen respektvollen Austausch.
3. Höflich und sachlich bleiben
Konkrete Beispiele nennen, pauschale Beschuldigungen vermeiden. Das stärkt die Gesprächsbasis.
4. Offen und ehrlich sein
Nur wenn Eltern offen über Veränderungen oder Herausforderungen berichten, können Lehrkräfte angemessen unterstützen.
5. Gemeinsam Lösungen entwickeln
- realistische Ziele festlegen
- klare Absprachen treffen
- begleiten & kontrollieren: z. B. über kurze Zwischenmitteilungen, weitere Gespräche oder Belohnungssysteme
6. Auch Positives ansprechen
Wertschätzung wirkt: Wer gute Unterrichtsgestaltung oder besonderes Engagement lobt, stärkt die Zusammenarbeit – und motiviert auch Lehrkräfte.
Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der KĂĽnste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.