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Zwischenzeugnisse in der Grundschule

- Wie Eltern und Kinder damit umgehen sollten

Tafel mit Aufschrift: Zwischenzeugnis
Wissen und Bildung
© DBPics - Fotolia.de
von Alexandra von PlĂĽskow - Kaminski

Zwischen den Schulhalbjahren werden in der Grundschule bereits so genannte Zwischenzeugnisse ausgeteilt. Was haben diese zu sagen, wie sollten sie beurteilt werden? Der folgende Beitrag liefert erste Ansätze, wie Eltern und Grundschulkinder mit den Zwischenzeugnissen umgehen sollten.

Lesedauer:
3 min

Zwischenzeugnisse in der Grundschule – was Eltern wissen sollten

Ab der zweiten Klasse erhalten Kinder in der Grundschule das sogenannte Zwischenzeugnis oder Halbjahreszeugnis. Grundlage dafĂĽr ist das jeweilige Schulgesetz des Bundeslandes. Zwischenzeugnisse geben Auskunft ĂĽber:

  • den Leistungsstand
  • das Arbeits- und Sozialverhalten
  • Fehltage (entschuldigt und unentschuldigt)

In den Klassen 1 und 2 erhalten Kinder in der Regel Wortzeugnisse, oft in Form von Lernbriefen oder informellen Lernstandsberichten. Ab Klasse 3 dĂĽrfen Schulen auch Notenzeugnisse vergeben.


Wie liest man ein Zwischenzeugnis?

Gerade Wortzeugnisse sind fĂĽr viele Eltern schwer zu interpretieren. Deshalb ist Transparenz besonders wichtig:

  • Lehrkräfte sollten verwendete Formulierungen oder Satzbausteine erklären
  • oft findet die Zeugnisvergabe gemeinsam mit einem Eltern‑Lehrer‑Gespräch statt
  • ideal ist ein Eltern‑SchĂĽler‑Lehrer‑Gespräch, damit das Kind versteht, worum es geht

Auch Notenzeugnisse benötigen eine pädagogische Einbettung. Noten können motivieren – aber auch entmutigen. Deshalb sollte es immer ein Gespräch geben, in dem:

  • Stärken bewusst hervorgehoben,
  • Schwächen konstruktiv besprochen,
  • gemeinsame Lernziele vereinbart werden.

Das Halbjahr bietet damit die Chance, gezielt auf das Abschlusszeugnis hinzuarbeiten.


Der richtige Umgang mit dem Zwischenzeugnis

Wesentlich ist, dass Lehrkräfte und Schule offen kommunizieren, was im Zwischenzeugnis steht und wie es verstanden werden soll.

In der Schule

  • Kinder sollten die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen
  • Vor der Ausgabe sollte die Lehrkraft das Zeugnis mit dem Kind besprechen
  • Erste Lernziele können dabei bereits gemeinsam festgelegt werden

Zu Hause

Gehen Sie das Zwischenzeugnis gemeinsam mit Ihrem Kind Punkt fĂĽr Punkt durch:

✔ Loben Sie die Stärken
✔ Besprechen Sie gemeinsam Schwächen – ohne Vorwürfe
✔ Erarbeiten Sie Lösungswege

Bei fachlichen LĂĽcken:

  • Lernplan erstellen
  • Lernzeiten strukturieren
  • ggf. Material oder UnterstĂĽtzung besorgen

Bei Schwierigkeiten im Arbeits- oder Sozialverhalten:

  • gemeinsam reflektieren
  • Strategien entwickeln
  • regelmäßig nachjustieren

Bei Fragen sollten Eltern jederzeit das Gespräch mit der Schule suchen dürfen.


Schullaufbahnempfehlungen im Zwischenzeugnis der 4. Klasse

Die Handhabung unterscheidet sich je nach Bundesland. In vielen Ländern – u. a. Nordrhein‑Westfalen – ist die Empfehlung nicht mehr verbindlich.

Trotzdem ist das Gespräch mit der Lehrkraft wichtig:

  • Warum wird eine bestimmte Schulform empfohlen?
  • Welche Voraussetzungen wären nötig, um eine andere Schulform zu wählen?
  • Welche Stärken unterstĂĽtzen die Empfehlung?
  • Welche Entwicklungsfelder spielen eine Rolle?

Eltern sollten sachlich bleiben und die Einschätzung der Lehrkraft sorgfältig abwägen.


Zwischenzeugnisse als Chance nutzen

Zwischenzeugnisse sind weit mehr als eine Halbjahresbilanz: Sie bieten Kindern die Möglichkeit,

  • die eigenen Fähigkeiten bewusster wahrzunehmen
  • eine positive Lernhaltung zu entwickeln
  • Verantwortung fĂĽr ihr Lernen zu ĂĽbernehmen
  • zu erkennen, dass Lernen ein individueller Prozess ist – mit Höhen UND Tiefen

Damit Kinder gut unterstĂĽtzt werden, braucht es:

  • RĂĽckhalt und Lob
  • konstruktive Gespräche
  • realistische Ziele
  • ein gutes Miteinander zwischen Eltern, Lehrkräften und MitschĂĽlern
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Ăśber den Autor/die Autorin
Foto der lernando-Autorin Alexandra von PlĂĽskow-Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski hat mehr als 20 Jahre als Grundschullehrerin gearbeitet und war als Fachberaterin tätig. Dabei war sie u.a. zuständig für die Übergänge von der Kita in die Grundschule und von der Grundschule in die weiterführende Schule. Seit März 2022 koordiniert sie das Sprachbildungszentrum Lüneburg.

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