Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Spiele für die ganze Familie: Spieleklassiker, die Ihr Kind fördern

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© Kzenon - Fotolia.de
Die Großeltern kommen zu Besuch – und Sie wollen mal wieder einen Spielenachmittag einlegen? Diese Spiele sollen Ihr Kind gleichsam noch fördern? Sie können sich natürlich im Fachhandel nach geeigneten Spielen umschauen. Hier gibt es eine Vielzahl von neuen und auch altbewährten Spielen, die Ihr Kind in bestimmten Bereichen fördern. Manch ein Spieleklassiker, den Oma und Opa noch kennen, vermag dies aber auch ganz nebenbei und ohne größeren Aufwand.

Mensch ärgere dich nicht und Co.

Eine Spielesammlung aus klassischen Spielen wie „Mensch ärgere dich nicht“ oder auch „Mühle“ hilft Ihrem Kind dabei, Regeln kennen zu lernen, diese anzuwenden und auch akzeptieren zu lernen. Einmal nicht zu gewinnen oder aber gar, herausgeworfen zu werden, hilft Ihrem Kind dabei, Niederlagen anzunehmen und mit seiner Frustration umzugehen.

Spiele aus dem Stehgreif

Für diese Spieleklassiker benötigen Sie allenfalls Stifte und etwas Papier. „Ich sehe etwas, was du nicht siehst“ kommt ohne weitere Hilfsmittel aus und lässt sich in verschiedenen Varianten spielen. Vorschulkinder suchen etwa Dinge nach Farben, Grundschulkinder suchen Dinge, die mit einem bestimmten Buchstaben beginnen oder aber auf einer fremden Sprache. Dieses Spiel verknüpft die Konzentrationsfähigkeit mit dem sprachlichen Vermögen der Kinder.

Stadt, Land, Fluss“ hingegen eignet sich für Kinder, die schon schreiben können. Jeder Mitspieler erhält ein Stück Papier und einen Stift. Es wird festgelegt, zu welchen Oberbegriffen Wörter gesucht werden sollen: so etwa traditionellerweise zu „Stadt, Land, Fluss“ aber auch zu „Tier oder Pflanze“. Ein Mitspieler sagt stumm das Abc auf, während ein anderer nach einer Weile „Stopp!“ ruft. Zu den zuvor vereinbarten Kategorien werden nun Wörter mit dem zuletzt gedachten Buchstaben gesucht. Wer zuerst alle Kategorien komplett hat, hat gewonnen.

Pantomimenspiele wie etwa „Berufe raten“ fördern die Ausdrucksfähigkeit Ihres Sprösslings und sind gleichsam gut für seine Fantasie. Ein Mitspieler führt nur gestisch einen Beruf oder ein Tier vor – die anderen erraten, was er wohl dargestellt hat. Wer als Erster errät, um was es sich handelt, darf nun vorspielen.

Murmel- und Ballspiele und Eierlaufen

Diese Spiele eignen sich am besten für draußen. Murmeln sind bei Alt und Jung beliebt und fördern die Auge-Hand-Koordination sowie die Feinmotorik. Jeder Mitspieler benötigt einen Satz Murmeln. Zu zuvor vereinbarten Bedingungen wird nun „geklickert“. Entweder soll ein bestimmtes Ziel erreicht werden – so etwa eine Kuhle im Sand oder aber ein kleiner Bogen – oder aber eine andere Murmel getroffen werden.
Ob der Gewinner die bunten Murmeln der Mitspieler am Ende einer Runde behalten darf – oder ob diese wieder an ihre Besitzer zurückgehen, sollte jede Gruppe für sich entscheiden.

Ob Wurf- oder Fangspiele, Ballspiele sind gut für die Motorik und für das Koordinationsvermögen.

Sind zwei oder auch mehrere Bälle vorhanden, so lässt sich hiermit hervorragend ein Wettlauf veranstalten. Die Mitspieler vereinbaren, welche Strecke erlaufen werden soll – etwa von der Sandkiste bis zur Schaukel. Nun klemmen sich die Läufer die Bälle zwischen die Knie und gehen so vorsichtig zum vereinbarten Ziel, möglichst ohne den Ball zu verlieren. Verliert ein Mitspieler diesen, so geht muss er entweder wieder zum Start zurück, um von vorne zu beginnen – oder aber er klemmt sich den Ball wieder zwischen die Knie und darf weiterlaufen.

Das altbewährte Eierlaufen funktioniert nach demselben Prinzip. Es ist besonders förderlich für das Koordinationsvermögen. Hierbei transportieren die Mitspieler (gekochte) Eier auf einem Esslöffel und versuchen, das Ziel zu erreichen, ohne dass diese herunterfallen.

Konzentrations- und Wahrnehmungsspiele

Hierzu zählen etwa Spiele wie „Ich packe mein Köfferchen“. Die Mitspieler setzen sich am besten in einen Kreis. Ein Mitspieler fängt an und sagt: „Ich packe mein Köfferchen und nehme … mit.“ Reihum wird nun ein weiterer Begriffhinzugefügt. Wenn ein Mitspieler die Reihe nicht mehr aufsagen kann, beginnt das Spiel erneut.

Um die akustische Wahrnehmung geht es bei den nächsten beiden Spielen. Bei der „Stillen Post“ beginnt ein Mitspieler und flüstert dem rechts neben ihm sitzenden Spielpartner ein Wort oder auch einen Satz ins Ohr.
Dieser flüstert dann das, was er verstanden hat, seinem rechten Spielpartner ins Ohr – bis die Post schließlich bei dem linken Sitznachbarn des Postversenders angekommen ist.
Dieser sagt nun laut, was er verstanden hat – und der Sender nennt, was er eigentlich auf den Weg geschickt hat.

Bei „Bello, dein Knochen ist fort“ setzen sich die Mitspieler in einen Kreis. Ein Mitspieler ist der Hund Bello, der sich in die Kreismitte hockt, sodass sein Rücken oben ist und das Gesicht in den Händen verborgen ist.
Auf dem Rücken von Bello wird nun ein Schlüsselbund platziert, das von einem zuvor bestimmten Mitspieler entfernt wird. Alle im Kreis sitzenden Mitspieler verbergen nun die Hände hinter ihren Rücken und rufen: „Bello, dein Knochen ist fort!“ Bello muss nun herausfinden, wer ihm den „Knochen“ stibitzt hat.

Alleine die vorgestellten Spiele zeigen, wie sehr so genannte Spieleklassiker, die über Generationen hinweg bekannt sind, förderlich für Ihr Kind sind. Und darüber hinaus sind Spielenachmittage – ob im Kreise der Familie oder auch mit Freunden- natürlich immer wieder wichtig für das Gemeinschaftsgefühl.

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