Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

In der Schule machen wir das aber so ... Regeln zu Hause und in der Schule

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© ryan_windowbox - iStockphoto.com
In einer Grundschulklasse und einer gesamten Schule geht es bunt zu. Viele Welten prallen aufeinander. Da sind Einzelkinder neben Kindern mit zahlreichen Geschwistern, Kinder mit Migrationshintergrund, Kinder, die besonders gefördert werden müssen und Kinder, denen das Lernen sehr leicht fällt, lebhafte Kinder neben Kindern, die eher still und schüchtern sind. So kommt man nicht umhin, klare Regeln für das Miteinander und das Lernen aufzustellen. Doch - wie kommen die Kinder mit den schulischen Regeln hinsichtlich der Situation zu Hause klar?

Gemeinsame Regeln

Regeln in der Grundschule sollten zunächst einmal immer gemeinsam mit den Kindern und dem Personal entwickelt werden. Bedeutsam sind hier etwa Regeln für das Gespräch (Zuhören, andere Kinder aussprechen lassen, sich melden, nicht über andere Kinder lachen) oder auch für den Umgang mit Lernmaterial (sorgsamer Umgang damit, Aufräumen des Materials).
Innerhalb einer Lerngruppe setzen sich die Kinder mit der Lehrkraft zusammen und notieren in Form eines Brainstormings, welche Dinge ihnen für ihren Alltag in der Schule wichtig sind. Dann wird zusammen überlegt und abgestimmt, welche Regeln wirklich sinnvoll sind und welche auch durchzusetzen sind.
Anschließend werden die Regeln auf einem Plakat notiert und in der Klasse gut sichtbar ausgehängt. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler diesen Regelkatalog unterschreiben, damit dessen verbindlicher Charakter deutlich wird.

Konsequenzen

Dann sollten im Plenum Konsequenzen für das Nichteinhalten der Regeln abgesprochen werden. Was etwa geschieht, wenn eine Regel von einem Schüler oder einer Schülerin übertreten wird? Gibt es ein Verwarnungssystem oder greift gleich eine Maßnahme? All diese Punkte müssen zuvor genau geklärt und für alle Schülerinnen und Schüler nachzuvollziehen sein. Wird eine Regel dann übertreten, so ist es von großer Bedeutung, dass die Lehrkraft die festgelegte Konsequenz auch durchsetzt.

Regeln in der Schule - und daheim

Dass es in der Schule zum Teil abweichende Regeln von denen des Elternhauses gibt, stellt für die allermeisten Kinder kein Problem dar. Sie sind sehr gut in der Lage, zu differenzieren, dass es in den verschiedenen Einrichtungen auch verschiedene Regeln gibt, so wie beispielsweise auch bei Freunden.

Sie als Eltern sollten sich interessiert an den schulischen Regeln zeigen. Fragen Sie Ihr Kind nach diesen Regeln und lassen Sie sich diese von ihm erklären. Stellen Sie selbige Maßstäbe vor Ihrem Kind nicht infrage. Sollten Unklarheiten vorherrschen oder sollte Ihnen eine Regel nicht verständlich sein, so fragen Sie die Klassenlehrkraft danach. Sprechen Sie das Thema Regeln auch im Rahmen eines Elternabends an. Die Lehrkraft Ihres Kindes wird – nach vorheriger Absprache – gerne dieses Anliegen aufgreifen.

Um sich in ihrem Umfeld zu orientieren, brauchen Kinder feste Regeln. Diese Regeln können beispielsweise in der Schule und auch im Elternhaus voneinander durchaus abweichen. Wichtig ist nur, dass die Richtlinien, an die sich die Kinder halten sollen, für sie verständlich sind, noch besser - von ihnen entwickelt wurden. Dann lernen sie ganz schnell, die häuslichen von den schulischen Regeln zu unterscheiden und - je nach Institution - diese dann auch Tag für Tag umzusetzen.

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