Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin und lebt mit Mann und zwei Kindern in Wolfenbüttel.

Gut vorbereitet für die Einschulung

von Ulrike Lindner



© kids.4pictures - Fotolia.de
"Hurra, bald komme ich in die Schule!", jubelt Sofie und auch ihr Freund Niklas kann es kaum abwarten, bis die Ferien vorbei sind und die Schule endlich beginnt.
Aus Sicht der zukünftigen Erstklässler kann es kaum ein Tag mit der Einschulung aufnehmen. Für die Kinder, aber auch für ihre Familien beginnt damit ein ganz neuer Lebensabschnitt, verbunden mit viel freudiger Erwartung, aber auch mit einigen Unsicherheiten. Für die meisten Kindergartenkinder steht an vorderster Stelle der Stolz, als Erstklässler endlich auch zu den "Großen" dazu zu gehören. Mit den folgenden Tipps begleiten Sie Ihr Kind auf dem wichtigen Weg vom Kindergarten- zum Schulkind.


Kinder beim Schulstart unterstützen

Meist kommt das Thema Schule nicht erst am ersten Tag nach den großen Ferien zur Sprache, wenn die Einschulung unmittelbar bevorsteht, sondern schon deutlich früher. Schuluntersuchung, Kindergartenabschied, Kauf eines Ranzens und viele weitere kleinere und größere Schritte bereiten Eltern und Kind schon Wochen zuvor auf den großen Tag vor. Eltern können ihren Kindern bereits während dieser Zeit helfen, indem sie
  • mit ihrem Kind über seine Vorstellungen sprechen und evtl. falsche Ideen sanft korrigieren,
  • eigene Einstellungen zur Schule hinterfragen und mit eigenen Erinnerungen zurückhaltend umgehen - vieles hat sich seit der eigenen Schulzeit geändert und insbesondere kritische Äußerungen über Schulsystem und Lehrer sollten besser ungesagt bleiben,
  • schon einmal die örtliche Grundschule mit dem Kind erkunden, um Ängste vor dem Unbekannten im Keim zu ersticken,
  • den Schulweg proben, am besten auch morgens, wenn das Kind in Zukunft unterwegs ist,
  • das Interesse an Neuem und die Lernbegierde ihrer Kinder unterstützen, z.B. durch Besuche im Museum.

Sanft vorbereiten auf die Schule

Wer zur Schule geht, kann viel mehr als Lesen und Schreiben. Als Schulkind wird Ihr Kind Stück für Stück erwachsener werden und damit auch mehr Verantwortung übernehmen. Bereits in den Wochen zuvor können Sie diese Eigenständigkeit trainieren. Alleine Anziehen, Schleifen binden, den Sportbeutel finden oder auch schon mal Brötchen kaufen oder das Gemüse fürs Mittagessen schnippeln sind kleine Tätigkeiten, die ein werdendes Schulkind in der Regel allein bewältigen kann. Das Tolle: Jede Aufgabe, die allein bewältigt wird, stärkt ein Kind und zeigt ihm: Ich kann das.

Vermeiden sollten Sie vor der Schule allerdings ein Training der Fähigkeiten, die Ihr Kind in der Schule erst lernen soll. Niemand erwartet, dass Sofie oder Niklas schon vor dem ersten Schultag schreiben können. Im Gegenteil: Wer seinem Kind einen Startvorteil verschaffen will und schon zuhause "vorlernt", kann schnell merken, dass dadurch vor allem Verunsicherung entsteht. Spielerisch gehen Sie dagegen an den Schulstart heran, wenn Sie in den Sommerurlaub vor der Einschulung Buntstifte und Malpapier mitnehmen, damit Ihr Kind ganz nebenbei seine Feinmotorik trainiert.

Ranzen für die Schule kaufen

Viele Kinder freuen sich besonders auf den ersten eigenen Ranzen. Beim Kauf sollten aber nicht nur das tolle Muster oder die Marke im Vordergrund stehen. Stiftung Warentest empfiehlt, bei der Entscheidung für den neuen Ranzen unter anderem auf diese Punkte zu achten:
  • Reflektoren, die im Dunkeln leuchten (Katzenaugeneffekt),
  • große Flächen in knalligem Orange oder Gelb, mit denen Kinder auch am Tag und in der Dämmerung gut sichtbar sind, wenn Autos auch mal ohne Licht fahren,
  • der Ranzen sollte nicht von den Schultern rutschen oder über den Kopf des Kindes ragen, außerdem sollten die Gurte verstellbar sein,
  • Deckel und Seitentaschen sollten gut und leichtgängig schließen,
  • der Ranzen sollte leer oder vollgepackt fest stehen und nicht umkippen (am besten mit einigen Unterlagen ausprobieren),
  • Schultergurte sollten mindestens vier Zentimeter breit und gut gepolstert sein,
  • Sichere Ranzen erfüllen die Schulranzen-Norm DIN 58124 - fragen Sie ruhig im Geschäft, ob das auf Ihr Lieblingsmodell auch zutrifft.
Außerdem wichtig: Das Gewicht sollte im leeren Zustand 1,5 kg nicht übersteigen und maximal zehn Prozent des Körpergewichts ausmachen.

Tipp: Was genau in den Ranzen gehört, erfahren Sie in der Regel von der Schule. Viele Kleinigkeiten, die in jedem Fall gebraucht werden wie Brotdose, Trinkflasche, Turnbeutel, Federmäppchen, Radiergummi und Lineal können Sie aber auch statt allzu viel Süßigkeiten in die Schultüte stecken.

Entspannt bleiben

Je näher der große Tag rückt, desto größer die Aufregung. Bemühen Sie sich deshalb, Ihrem Kind Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln. Stehen Sie als Gesprächspartner zur Verfügung, ohne durch dauerndes Nachfragen Nervosität zu verbreiten. Eine gute Möglichkeit um ins Gespräch über den Schulbeginn zu kommen, sind übrigens Kinderbücher wie "Der Ernst des Lebens" (von Sabine Jörg und Ingrid Keller) oder "Der Buchstabenfresser" (von Paul Maar).

Vor allem: Lassen Sie sich und Ihrem Schulkind Zeit. Vieles regelt sich im Lauf der Zeit von selbst und nicht alles muss in den ersten Wochen passieren. Die kleine Trödelliese, die noch im letzten Jahr einfach nicht aus dem Bett kam und selten vor 9:00 Uhr im Kindergarten ankam, steht morgens wie von selbst auf. Die ersten Hausaufgaben werden erledigt. Die ersten Verabredungen getroffen. Manche Kinder brauchen länger, andere gewöhnen sich ganz schnell ein. Sollten Sie nach einigen Wochen doch das Gefühl haben, Ihr Kind fühlt sich nicht wohl in der Schule, suchen Sie ruhig das Gespräch mit der Lehrerin oder dem Lehrer. Gemeinsam können Sie dann die Ursachen für das Unwohlsein und mögliche Strategien dagegen finden.

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