Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

Leichter lernen mit Methode Tipps und Tricks

von Ulrike Lindner



© stock.adobe.com / JustLife
Vokabeltest am Dienstag, Lernkontrolle in Mathe am Mittwoch, Geschichtsreferat am Freitag – die Stoffmenge, die Schülerinnen und Schüler zu bewältigen haben, wächst scheinbar ständig. Schon in der Grundschule profitieren Schüler deshalb von Lerntechniken und -methoden, die Wissen und Zusammenhänge strukturieren und im Gehirn verankern.

Lernmethoden sind keine Zauberei. Sie stellen vielmehr eine Art Werkzeugkoffer dar, aus dem nach Bedarf das passende Instrument gewählt wird, das gut zum jeweiligen Stoff und zur Anforderung passt. Ein Kerngedanke in diesem Zusammenhang ist das aktive Lernen. Gemeint ist, dass beim Lernen der Stoff abwechslungsreich präsentiert wird und mehrere Sinne angesprochen werden – eine Voraussetzung für das Verankern von Informationen im Langzeitgedächtnis. Zusatznutzen: Wer seinen Lernstoff selbst in Häppchen strukturiert, um etwa ein Lernplakat zu erstellen, wer Karteikarten schreibt oder ein Memory entwickelt, unterstützt durch das Selbermachen den Lernprozess. Die Erfahrung der eigenen Kompetenz oder „Selbstwirksamkeit“, die dadurch ermöglicht wird, schafft Motivation, Selbstvertrauen und Leistungsbereitschaft.

Je früher die richtigen Lernmethoden trainiert werden, desto besser klappt es mit dem Lernen in den höheren Klassenstufen. Die folgenden Methoden sind Klassiker, die das Lernen leichter machen.

Mind Mapping (Lernplakat)

Besonders für komplexe Sachverhalte eignet sich das Mind Mapping (Mind = Gedächtnis, Map = Landkarte). Die Methode, die auch als Kreativitätstechnik eingesetzt wird, setzt auf’s Strukturieren und die bildliche Umsetzung von Lernstoff. Für die Mind Map wird ein DIN A4 oder größeres Blatt quer auf den Schreibtisch gelegt. In die Blattmitte schreibt man das Thema, um das es geht. Unterüberschriften stellen die einzelnen Aspekte dar und werden in Form von „Ästen“ (Linien) gezeichnet, die sich von Zentrum aus verzweigen. Der Lernstoff (in Stichworten oder Bildern dargestellt) wird den Ästen zugeordnet und bei diesem Prozess strukturiert. Durch das Mind Mapping sollen die für Logik zuständige linke und - durch den Einsatz von Formen, Farben, Linien und Bildern - die kreative rechte Gehirnhälfte aktiviert werden. Gelerntes wird so dauerhaft abgespeichert. Die fertige Mind Map kann als Lernplakat für einige Tage gut sichtbar aufgehängt werden, so dass der Blick immer wieder darauf fällt.

Klebezettel

Kleiner Aufwand, großer Nutzen - statt eines Plakats können auch kleinere Notizen oder „Post ist“ den Effekt des „Im-Vorbeigehen-Lernens“ erfüllen. Vokabeln, Formeln, Gedichtzeilen oder Lernwörter werden auf Zettel geschrieben und an Stellen platziert, die täglich aufgesucht werden und auf die der Blick fällt (z.B. im Badezimmer beim Zähneputzen).

Lernmemory

Insbesondere jüngere Schüler haben Spaß an spielerischen Lernmethoden. Dazu gehört das Lernmemory, das für verschiedene Inhalte eingesetzt werden kann. Mit vorgefertigten oder selbst angefertigten Spielkarten lassen sich z.B. Grammatikregeln oder Vokabeln gut lernen. Wer nicht selbst schreiben oder basten mag, findet im Handel jede Menge Memory-Spiele zum Vokabellernen, bei denen auf einer Karte der deutsche Begriff, auf der anderen zugehörigen die englische Übersetzung aufgedruckt sind. Für den Einsatz in anderen Gebieten lassen sich mit einfachsten Mitteln selbst Memorys herstellen. Etwa um im Grund- oder Vorschulbereich einfache geometrische Formen zu lernen, Rechtschreibung zu trainieren (Bildmotiv und geschrieben Form bilden ein Pärchen) oder für viele andere Inhalte.

Lernkartei

Ganz ähnlich wie das Lernmemory funktioniert die Lernkartei, eine bewährte Methode, die besonders gern zum Vokabellernen eingesetzt wird. Sie eignet sich aber genauso gut für weitere Einsatzgebiete wie Rechtschreibung, Formeln, Definitionen oder Geschichtsdaten.
Und so funktioniert die Lernkartei: Auf der Vorderseite jeder Karte steht eine Frage bzw. eine Vokabel, auf der Rückseite die Lösung bzw. die Übersetzung. Alle Karten stecken zunächst im vorderen Fach des Karteikastens, der meist in fünf Fächer unterteilt ist. Karte für Karte werden sie dann durchgearbeitet (am besten häppchenweise, zehn bis 20 Karten pro Lerneinheit). Ist die Frage richtig beantwortet, rutscht die Karte ein Fach weiter, ist die Antwort falsch, verbleibt die Karte im ursprünglichen Fach. Regelmäßig werden alle Fächer durchgearbeitet, Karten, die es bis ins fünfte Fach geschafft haben, werden aussortiert.

Mnemotechniken

„Drei, drei, drei, bei Issos Keilerei“ lautet eine klassische Eselsbrücke, die für Generationen von Schülern zumindest die Jahreszahl 333 im Gedächtnis verankerte (im Jahr 333 besiegte am Golf von Iskenderun Alexander der Große den Perserkönig Darios III.). Eselsbrücken, Reime oder Assoziationsketten basieren auf der Erkenntnis, dass Sachverhalte sich besser merken lassen, wenn sie in einer festen Reihenfolge, einem Rhythmus, einem Reim oder einer Geschichte „verpackt“ werden. Assoziationsketten sind solche Geschichten, bei denen Begriffe, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, verknüpft werden und damit noch Wochen später abrufbar sind. Als Lerntechnik eigenen sie sich besonders gut für Geschichtszahlen, Einzelbegriffe, aber auch durchaus für komplexe Zusammenhänge.

Mit Methode lernen - weitere Tipps:

  • Rechtzeitig anfangen:

    Nicht auf den letzten Drücker lernen, dafür plädieren auch Lernexperten. Der Grund: Unser Gehirn ist nur begrenzt aufnahmefähig. Deshalb lieber mehrere kurze, als eine lange Lerneinheit einplanen.
  • Struktur schaffen:

    Vor dem Lernstart erst einmal einen Überblick gewinnen. Dazu den Lernstoff in mehrere „Häppchen“ aufgliedern (zum Beispiel in Form einer Liste oder Mind Map).
  • Lerngruppen:

    Ältere Schüler profitieren von Lerngruppen. Anderen einen Sachverhalt zu erklären, gilt als besonders effektive Methode, um sich Wissen anzueignen.
  • Sich belohnen:

    Auf ein konkretes Ziel hinarbeiten, wirkt motivierend. Zum Beispiel eine Tasse Kakao, eine Süßigkeit, einmal rausgehen und eine Runde kicken oder das Abhaken des Erreichten von der To Do Liste.

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