Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Das Lernen beginnt vor der Schultür - Außerschulische Lernorte in der Grundschule

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© Monkey Business - Fotolia.de
Sie bergen außergewöhnliche Chancen in sich: außerschulische Lernorte. Deshalb ist das Lernen an den Orten vor der Schultür in den jeweiligen Schulgesetzen der einzelnen Bundesländer fest verankert. Von Zeit zu Zeit sollten Schülerinnen und Schüler sich mit den Lehrkräften auf den Weg machen, um andernorts als in der Schule wichtige Erfahrungen für ihre Biographien als Lernerinnen, aber auch als Persönlichkeiten zu sammeln. Worauf es dabei ankommt, zeigt der folgende Beitrag.

Außerschulische Lernorte

In den Schulgesetzen der einzelnen Bundesländer ist es vorgesehen, dass unsere Grundschülerinnen und Grundschüler von Zeit zu Zeit die Schule verlassen, um sich an anderen Orten wichtige Lern-Erfahrungen anzueignen.
Diese Orte können nahe gelegen sein wie etwa die Wiese vor der Schule, der Weiher am Ortsrand, der Park in der nächsten Straße. Es kann aber auch sein, dass man sich für die Lernerlebnisse auf den Weg machen muss. Zu Fuß oder auch mit Verkehrsmitteln. So etwa zu einem Bauernhof, in einen Tierpark, in ein Museum oder eine Kunsthalle oder zu einem Klärwerk, Bergwerk etc.

Außerschulische Lernorte setzen ein Sich-Öffnen vonseiten der Schule voraus. Das Wahrnehmen von Aktivitäten dort verlangt eine Aufgeschlossenheit, Experten oder auch Eltern zu Wort kommen zu lassen – sprich, außerschulische Kompetenzen anzunehmen und diese für das eigene schulische Leben und Lernen zu nutzen.

Gut geplant

Bei der Auswahl von außerschulischen Lernorten ist durchaus ein Um-die-Ecke-Denken gefragt. Lehrkräfte sollten sich zu Beginn eines Halbjahres über ihren Stoffverteilungsplan Gedanken machen und überlegen, an welchen Punkten sie außerschulische Kompetenzen einbeziehen könnten. Optimalerweise sollte dies im Dialog mit den Eltern geschehen. So kommen zahlreiche Ideen zusammen, an welchen Orten die Schülerinnen und Schüler wichtige neue Erkenntnisse am Objekt sammeln können.
Sind mögliche Gelegenheiten gefunden, so sollte rechtzeitig geklärt werden, ob ein Besuch dort möglich sein wird. Dieser Besuch sollte nach Möglichkeit in Verbindung mit der jeweiligen Einheit stehen. Wenn etwa im Herbst das Thema „Vom Korn zum Brot“ durchgenommen wird, so ist während dieser Zeit auch ein Besuch in der Bäckerei sinnvoll.
Die Lehrkraft sollte abklären, welche weiteren organisatorischen Dinge erforderlich sind: Braucht sie etwa eine Begleitperson, werden öffentliche Verkehrsmittel verwendet, etc.?

Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung

Vor dem Unterrichtsgang sollte dieser gut vorbereitet werden. So sollten die Schülerinnen und Schüler ihr Vorwissen aktivieren. Sie sollten Fragen an den Experten oder die Expertin notieren und ggf. Informationsmaterial sammeln und sichten. Auch in die Planung des Ausflugs sollten diese einbezogen werden. Im Plenum sollte besprochen werden, wie der außerschulische Lernort erreicht wird und was alles in das Gepäck gehört.
Während des Besuchs am außerschulischen Lernort sammeln die Schülerinnen und Schüler wichtige Erfahrungen, indem sie von einem Experten oder einer Expertin interessante Dinge zu den Lerninhalten erfahren. Sie können diese direkt hierzu befragen und das Thema unter neuen Aspekten beleuchten.
Ihre Kompetenzen können sie am Objekt direkt erweitern. Etwa, indem sie selbst Butter herstellen, Pflanzen bestimmen oder auch ein Bild nachzeichnen. Hierbei ergeben sich weitergehende Fragen, die für den Unterricht relevant sind.
Abschließend sollten in der Schule der Ausflug besprochen und die Erkenntnisse der Schülerinnen und Schüler gewürdigt werden. Von besonderer Bedeutung ist es, dass alle sich beispielsweise im Stuhlkreis über ihre Erfahrungen am außerschulischen Lernort austauschen und neues Wissen festhalten. Dies kann auch in Einzel- oder in Gruppenarbeit geschehen. So halten die einzelnen Gruppen Referate zu bestimmten Aspekten des Themenkreises oder gestalten eine Wandzeitung. Diese kann durch Fotos und persönliche Texte erweitert und zu einer Ausstellung für die gesamte Schule entwickelt werden.

Außerschulische Lernorte als besondere Chance

Besonders bedeutsam sind außerschulische Lernorte in der heutigen Zeit. Hier werden außerordentliche Erlebnisse für die gesamte Lerngruppe geschaffen. In Zeiten, in denen Kinder immer mehr dem Computer- und Fernsehkonsum ausgesetzt sind, anstatt mit ihrer Familie in die Natur zu gehen, birgt dies die Gelegenheit, dass diese Kinder auf längere Sicht von diesen Erlebnissen profitieren und Orte wie etwa Parks, Wälder, Museen auch weiterhin besuchen werden. Doch nicht nur für das Individuum sind diese wichtig. Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung auf das soziale Miteinander in der Lerngruppe. Während der Ausflüge zu außerschulischen Lernorten werden besondere Erlebnisse geschaffen, die eine Klasse dauerhaft prägen und sich positiv auf das soziale Miteinander auswirken können.

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