Über den Autor/die Autorin

Christine  Kammerer

Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bundeszentrale für politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.

Konzentration fördern - Lösungen und Tipps

von Christine Kammerer



© stock.adobe.com / S.Kobold
Wäre es nicht schön, wenn Schüler*innen ihre gesamte Aufmerksamkeit auf das richten könnten, was gerade ansteht? Den Unterricht zum Beispiel, das Erreichen eines kurzfristigen Ziels oder ganz konkret - das Lösen einer gestellten Aufgabe bei einer Klausur. Die Fähigkeit der bewussten Konzentration auf einen bestimmten Vorgang ist nicht selbstverständlich vorhanden und von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Manche können die Spanne der Aufmerksamkeit über lange Zeit hinweg aufrecht erhalten. Bei anderen fällt sie unter den gleichen Umständen sehr viel schneller ab. Dieser Beitrag liefert wichtige Antworten auf die Fragen: Wovon hängt die Konzentrationsfähigkeit ab und wie kann man sie fördern?

Günstige Voraussetzungen schaffen

Die Fähigkeit, seine Aufmerksamkeit über einen längeren Zeitraum auf eine bestimmte Sache auszurichten und angemessene Lösungen für anstehende Probleme zu finden, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören einige individuelle Voraussetzungen, aber auch ganz bestimmte äußere Umstände. Diese Rahmenbedingungen stehen in enger Wechselwirkung zueinander wie am Beispiel Bewegung, Ernährung und körperliche Verfassung besonders deutlich wird. Man kann sie beeinflussen und die Fähigkeit zur Konzentration damit fördern. Konkret bedeutet das: • Das Aufrechterhalten der Aufmerksamkeit lässt sich mit Hilfe verschiedener Techniken gezielt trainieren und • man kann dafür Sorge tragen, dass Umstände und Voraussetzungen geschaffen werden, die sich günstig auf die Konzentration auswirken.

Welche Umstände beeinflussen die Konzentration?

Die emotionale Grundstimmung

Ist die Stimmung negativ sinkt die Konzentration. Aus diesem wirklich guten Grund sollten Situationen, in denen Konzentration erforderlich ist wie zum Beispiel beim Lernen oder Hausaufgaben machen nicht durch Ärger, Wut, Aggression oder ähnliches geprägt sein. Schüler, die dem Lernstoff und den gestellten Aufgaben offen, positiv, mit echtem Interesse und mit Neugier begegnen, haben bessere Erfolgsaussichten.

Die körperliche Verfassung

Es liegt auf der Hand, dass der körperliche Zustand Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Konzentration hat. Anstrengungen wie zum Beispiel Sport ermüden den Körper. Auch Krankheiten können die Leistung beeinträchtigen. In diesen Fällen ist es günstiger, die anstehenden Aufgaben erst dann anzugehen, wenn sich der Körper nach einer Ruhephase erholt hat und wieder zu Kräften gelangt ist.

Die Umgebungsbedingungen

Ablenkung, zum Beispiel durch Musik, sollte beim Lernen oder beim Erledigen anderer Aufgaben, bei denen Konzentration erforderlich ist, weitgehend vermieden werden. Je stärker die Ablenkung, desto höher ist auch die Fehlerrate. Das liegt daran, dass Aufmerksamkeit ein Prozess ist, der sich hauptsächlich in unserem Arbeitsgedächtnis abspielt. Und das kann eben nur eine bestimmte Menge an Eindrücken aufnehmen. Wenn es überlastet wird, können die einströmenden Informationen nicht mehr angemessen verarbeitet werden.

Konzentration gezielt fördern

Konzentration erfordert eine geistige Anstrengung über eine längere Phase hinweg und lässt daher nach einer gewissen Zeit automatisch nach. Man kann die Konzentrationsfähigkeit daran bemessen, wie lange jemand das Aufmerksamkeitsniveau halten kann. Diese Fähigkeit lässt sich unmittelbar beeinflussen und somit natürlich auch verbessern:

Konzentrationsfähigkeit trainieren

Spezielle Übungen wie zum Beispiel Konzentrationsspiele verbessern die Aufmerksamkeit messbar. Möchte man das Arbeitsgedächtnis nachhaltig trainieren und fördern, müssen diese Übungen allerdings mindestens fünfmal pro Woche ausgeführt werden, jeweils etwa eine halbe Stunde. Noch effektiver wirken regelmäßige komplexe Aktivitäten wie kontinuierliches Lesen, Musizieren oder Schach spielen. Am Beispiel Schach kann man das besonders gut verdeutlichen: Das Gehirn muss dabei eine Strategie entwickeln und mehrere Züge im Voraus planen. Das gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben für das Arbeitsgedächtnis.

Die aktuellen Forschungsergebnisse legen einen Schluss nahe: Es kommt gar nicht so sehr darauf an, womit sich Schüler konkret in ihrer Freizeit beschäftigen. Viel wichtiger ist, dass sie mit den Gedanken und mit dem Herzen bei der Sache sind. Dann nämlich wird das Gehirn dabei wirklich gefordert und in der Entwicklung gefördert.

Entspannung und Bewegung

Der schulische Alltag ist anstrengend und zehrt an der Aufmerksamkeit von Kindern und Jugendlichen. Zudem strömen außerhalb der Schule zahlreiche zusätzliche Informationen und Eindrücke auf sie ein. Ihre Aufmerksamkeit ist jedoch begrenzt. Werden die Reize von außen nicht irgendwann unterbunden, folgen zwangsläufig Konzentrations-Störungen. Schüler brauchen daher ganz dringend Ruhephasen. Phasen, in denen absolut keine Reize von außen auf sie eindringen – auch nicht durch das Smartphone.

Sie sollten außerdem ausreichend schlafen. Förderlich wirkt auch ein Tagesschlaf von etwa 10 bis 30 Minuten, zum Beispiel nach dem Mittagessen. Die Konzentration lässt sich außerdem durch verschiedene Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Meditation oder Yoga deutlich verbessern. Auch regelmäßiger Sport ist empfehlenswert. Er wirkt sich auf die Stimmung und damit auch auf die Konzentration positiv aus. Zudem werden dabei die motorischen Fertigkeiten trainiert.

Ernährung

Der Körper verbraucht bei sportlicher Aktivität eine Menge Energie. Geistige Anstrengung wird dagegen oft unterschätzt. Das Gehirn ist aber der Hauptenergieverbraucher des Körpers. Es benötigt schon im Ruhezustand rund ein Viertel des gesamten Energiebedarfs. Bei geistiger Beanspruchung muss der Organismus über ausreichend Reserven verfügen. Nur dann kann die Konzentrationsfähigkeit über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten werden. Wichtig ist insbesondere die Versorgung mit
  • Eiweiß
  • Omega-3-Fettsäuren und
  • Vitaminen, insbesondere Vitamin B.
Ein ausgeglichener Glukosespiegel erhöht die Konzentration, ein sehr niedriger kann sie dagegen deutlich erschweren.

Fazit: Bei der Förderung der Konzentration alle Faktoren berücksichtigen!

Die Konzentrationsfähigkeit hängt stark von den Umgebungsbedingungen ab. Eine Förderung durch Training ist möglich. Viel stärker wird sie jedoch beeinflusst durch Rahmenbedingungen wie Ablenkungen in der häuslichen Lernumgebung, emotionalen Stress, negative Einstellung zur Schule oder zum Lernstoff. Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle: Werden mit der Nahrung zu viele gesättigte Fettsäuren, zu viele leere Kohlenhydrate und gleichzeitig zu wenig Vitamine und hochwertige Aminosäuren zugeführt, leidet die Konzentrationsfähigkeit. Günstig wirken auch regelmäßige Ruhephasen.

Links zum Thema Konzentration

Wie kann man die Konzentration fördern?

Sich konzentrieren können. Konzentration lernen

Konzentration und Aufmerksamkeit fördern

Kleine Konzentrationsübungen für Kinder

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