Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin und lebt mit Mann und zwei Kindern in Wolfenbüttel.

Lesen lernen leicht gemacht

von Ulrike Lindner



© stock.adobe.com/DeeMPhotography
Das neue Schuljahr hat gerade begonnen und damit für tausende Schulanfänger die Abenteuerreise in eines der spannendsten Länder – das Land des Lesens. Lesen lernen gehört zu den wichtigsten Fähigkeiten, die in der Schule gelehrt werden. Ohne Lesen ist unsere heutige Welt kaum zu erschließen – kein Wunder, dass korrektes Lesenlernen deshalb einen besonders hohen Stellenwert für Eltern, Schule und natürlich auch für die frisch eingeschulten Kinder einnimmt.

Lesen lernen: Erfolgsfaktor Vorlesen

Wie gut das Lesenlernen gelingt, hängt neben der Schule auch von den Eltern ab. Eine Vielzahl von Studien belegt, dass vor allem das Sprachverhalten der Eltern die Sprachentwicklung ihrer Kinder prägt – und die gilt als wichtigste Voraussetzung für das Lesenlernen. So fand die Vorlesestudie 2018 der Stiftung Lesen heraus, dass regelmäßiges Vorlesen von Bilderbüchern, Märchen und Geschichten das Lesenlernen deutlich erleichtert. Danach lernten vier von fünf Kindern, denen mehrmals in der Woche oder auch täglich vorgelesen wurde, deutlich schneller lesen, als Altersgenossen, die diese Erfahrung nicht gemacht hatten. Von denjenigen, die ohne regelmäßiges Vorlesen in die Grundschule gestartet waren, bewältigten nur etwa die Hälfte diesen schwierigen Prozess ohne Probleme. Hinzu kam, dass Kinder ohne Vorleseerfahrung sich auch weniger geduldig beim Lesenlernen zeigten und den Prozess als anstrengend empfanden, vor allem, weil sie erwartet hatten, schneller zum Ziel zu kommen.

Tipps zum Lesenlernen

So wichtig das Lesenlernen und die Lesefähigkeit ohne Zweifel für den Schulerfolg ist, raten Experten allerdings auch, das individuelle Tempo des Kindes zu beachten. Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo – was der großen Schwester leicht fiel, muss deshalb beim jüngeren Bruder nicht ebenso mühelos gelingen. Gelassenheit steht darum auch beim Lesenlernen an erster Stelle der Tipps, mit denen die Stiftung Lesen Eltern unterstützen will. Wichtiger als schnelle Erfolge, so die Fachleute, ist, dass Kinder nicht den Spaß am Lesen verlieren.

Spielerisch lesen lernen

Statt Druck und Vorhaltungen helfen spielerische Ansätze beim Lesenlernen, um die Freude an der Entdeckungsreise ins Buchstabenland zu erhalten. Eltern können zum Beispiel
  • fragen, an welches Tier oder Gericht ein neu gelernter Buchstabe erinnert,
  • gemeinsam mit dem Kind Buchstaben aus Zahnstochern, Lebensmitteln oder Bauklötzen nachlegen,
  • auf der Straße, im Park oder im Bus gemeinsam nach Buchstaben suchen oder
  • sich Buchstaben mit den Fingern gegenseitig auf den Rücken schreiben, um sie zu erraten.

Beim Lesenlernen Vorlieben nutzen

Auch Lieblingshelden wie Eiskönigin Elsa oder die Ninjago-Kämpfer können beim Lesenlernen helfen: Verlage bieten heute eine Vielzahl von Erstlesebüchern zu beliebten Comic-, Film- oder Computerfiguren an, die bei den kleinen Fans die Neugier wecken. Eine gute Idee sind auch sogenannte Tandembücher – darin wechseln sich Passagen, die vorgelesen werden, mit Erstlesetexte ab, die das Kind bewältigen kann. So bleibt das schöne Ritual des Vorlesens erhalten, Grundschulkinder müssen auf die komplexen Geschichten, die ihr eigenes Lesevermögen übersteigen, nicht verzichten und gleichzeitig darf immer wieder mal selbst trainiert werden.

Medienvielfalt zum Lesenlernen nutzen

Es müssen übrigens nicht immer Bücher zum Lesen lernen sein: Auch Apps, Comics, Zeitschriften oder Hörbücher wecken die Lust an Sprache und damit am Lesen lernen. Diese Medienvielfalt ist Teil der kindlichen Realität. Wer immer nur auf Büchern besteht, verkennt das.

Weitere Tipps zum Lesen lernen

  • Nicht zu lange lesen lassen. Überlassen Sie Ihrem Kind, wie lange es lesen mag. Anfangs darf das ruhig nur eine kurze gemeinsame 10-Minuten-Auszeit auf dem Sofa sein.
  • Lesen in Gesellschaft macht nicht nur jüngeren Kindern Freude. Mit Mama und Papa gemeinsam auf dem Sofa schmökern Leseanfänger oft lieber, als alleine im Kinderzimmer.
  • Wer erlebt, dass Lesen im eigenen Haushalt zum Alltag gehört, geht selbstverständlicher mit Büchern, Zeitschriften und anderen Medien um. Lassen Sie Ihre Kinder deshalb bewusst an Ihrem eigenen Leserleben teilhaben, indem Sie erzählen, was Interessantes in der Zeitung steht oder warum Sie Ihr neues Buch so spannend finden. So erleichtern Sie Ihrem Kind das Lesenlernen enorm.
  • Sorgen Sie im Leselernprozess dafür, dass Bücher im Kinderzimmer und in der Wohnung präsent sind. Das kann geschehen, indem Sie ab und zu ein Buch schenken. Aber auch durch regelmäßige Besuche in der örtlichen Bücherei oder auf dem Flohmarkt.
  • Während der Phase, in dem Ihr Kind das Lesen lernt, sollten Sie auch weiterhin vorlesen. Auch ältere Grundschulkinder schätzen oft das Ritual des Vorlesens. Es vermittelt nicht nur die Freude am Buch, sondern auch viel Geborgenheit und Nähe.
Links:

https://www.stiftunglesen.de/aktionen/schulstart/

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