Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Reframing für Eltern - So deuten Sie Situationen um

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



stock.adobe.com/Matthias
Ihr Kind verhält sich in einer Situation nicht so, wie Sie es gedacht haben? Mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin haben Sie Konflikte? Der Dialog mit der Erzieherin oder dem Erzieher oder der Lehrkraft Ihres Kindes verläuft nicht so, wie geplant?
In vielen Fällen hilft es, die Situation umzudeuten. Wie Reframing für Eltern gelingen kann, nennt der folgende Beitrag.

Reframing für Eltern - was bedeutet das?

Der Begriff „Reframing“ stammt aus der systemischen Familientherapie und meint, etwas in einen anderen Rahmen zu setzen. Eine Situation oder ein Geschehen stellt immer nur einen bestimmten Ausschnitt eines großen Ganzen dar. Beim Umdeuten bzw. Reframing für Eltern entfernen wir uns von unserer eigenen Sichtweise und setzen das Geschehen in einen anderen Kontext.

Reframing für Eltern und Kindern

Ihr Kind kommt nicht so schnell zu Ihnen, wie Sie es möchten, wenn Sie es rufen? Wenn Sie die Situationen in einen anderen Kontext setzen – also ein Reframing vornehmen -, was fällt Ihnen dazu ein? Könnte es sein, dass Ihr Kind so vertieft ist in sein Spiel und gerade sehr phantasievoll baut? Es konzentriert sich also gänzlich auf diese Sache, die ihm wichtig ist. Oder ist es in Gruppen etwa nicht so mutig, wie Sie es sich wünschen? Dann treten Sie zur Seite und auf die Seite Ihres Kindes. Aus seiner Sicht schult es gerade seine Beobachtungsgabe und seine Intuition sowie Empathie.

Reframing für Eltern: Partnerinnen und Partner sowie Freundinnen und Freunden

Auch Ihr Partner oder Ihre Partnerin verhält sich nicht so, wie Sie es würden? Sie oder er sorgt sich immer um die Familienmitglieder? Was bedeutet das für Sie persönlich? Nervt Sie das? Stresst es Sie? Wenn Sie ein Reframing vornehmen, können Sie die Situation aber auch so deuten, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin Sie und die ganze Familie gern hat und sich liebevoll um Sie kümmert.

Reframing für Eltern mit pädagogischen Fachkräften und Lehrkräften

Sie haben ein Anliegen, das Sie gern beim Holen oder Bringen Ihres Kindes loswerden möchten? Doch die pädagogische Fachkraft bzw. die Lehrkraft Ihres Kindes verweist Sie auf einen anderen Termin? Was macht das mit Ihnen? Fühlen Sie sich nicht wertgeschätzt? Ist Ihnen dies zu rüde? Wenn Sie ein Reframing wagen, so konzentriert sich die pädagogische Fachkraft oder die Lehrkraft beispielsweise voll und ganz auf ihre Aufgabe, für Ihre Kinder da zu sein.

Reframing für Eltern im Familienalltag

Es lohnt sich also wirklich, Reframing als Eltern für den Familienalltag zu üben. An vielen Stellen – sei es mit Kindern oder Erwachsenen – ist es einfach hilfreich, die Dinge oder Situationen aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Welche Sichtweisen könnten noch möglich sein, wenn man die Situation umdeutet? Manchmal macht es sogar Spaß, im Dialog mit den Kindern oder Erwachsenen diese Umdeutungen vorzunehmen.
Reflektieren Sie zum Beispiel immer wieder für sich selbst: Was ist für Sie eine Herausforderung – und könnte für eine andere Person eine Chance bedeuten? Reframing für Eltern ist also ein zielgerichteter Ansatz, der positiv ausgerichtet ist.

„Was noch …?“ könnte also zu Ihrer Frage werden, die Ihren Alltag bereichert. Reframing für Eltern pur: „Was könnte diese Situation, dieses Geschehen NOCH für mich/für uns/für unsere Familie …“ bedeuten?

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