Über den Autor/die Autorin

Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Sein Anliegen ist es, den Unterricht möglichst umweltnah und praxisorientiert zu gestalten. Ihm ist es wichtig, Schülerinnen und Schülern mit pädagogischer Begleitung möglichst früh ihrem Alter entsprechende Eigenverantwortung zu übertragen, um ihre Freude am Lernen zu wecken und soziale Kompetenzen zu stärken. Dabei sollte der Blick auf die so genannten kleinen Dinge nicht vergessen werden. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

Vorbilder für Kinder

von Jörg Sauer



© stock.adobe.com/Stetsyk, Roman
Kinder mögen das Imitieren der unterschiedlichsten Tätigkeiten ihrer Eltern. Mit Freude entdecken sie dabei ihre unmittelbare Umgebung immer mehr. Wir sind mit unserem Tun das Vorbild für Kinder. Das geschieht nicht immer bewusst. Es ist lohnenswert, sich intensiver über unsere Rolle als Vorbild für Kinder Gedanken zu machen. Dazu möchte der Beitrag Sie ermuntern.

Vorbilder für Kinder – „Vorbild“ kurz erklärt

Unter dem Begriff Vorbild versteht man eine „Person oder Sache, die als …. Muster, als Beispiel angesehen wird, nach dem man sich richtet.“ (1) Das Vorbild kann als das Ideal angesehen werden, nachdem es zu streben gilt. „Nichts macht auf den Geist des Menschen einen sanfteren und tieferen Eindruck als das Beispiel.“ (2) So formulierte der englische Arzt und Philosoph John Locke (1632 – 1704).

„Echte“ Vorbilder für Kinder

Damit sind zuerst Sie als Eltern gemeint. Darüber hinaus sind es real existierende Menschen, die wir nicht unbedingt persönlich kennen müssen. Ihr Leben, ihre Anerkennung oder ihr Erfolg sind die Grundlagen für die Vorbildwirkung.

„Unechte“ Vorbilder für Kinder

Das können Figuren aus Märchen, Sagen oder anderen literarischen Genres sein. Weiterhin sind es häufig Filme oder Comics. Die hier handelnden Personen können durch ihr Verhalten einen wichtigen Einfluss haben.

Gute Vorbilder für Kinder

Wer möchte das nicht… ein gutes Vorbild für Kinder sein? Gute Vorbilder werden einfach vorgelebt. Jeder Mensch erfährt seine mehr oder weniger starke Prägung: „…durch das Nachahmen von Handlungs- und Verhaltensmustern, welche bestimmten Idealen entsprechen… (3) Darin eingeschlossen sind individuelle Werte, Überzeugungen sowie Fragen des Glaubens. Vorbilder können Kindern in vielerlei Hinsicht den Weg weisen u.a. durch: das Er- und Aufmuntern, das Aufzeigen neuer Wege, das Anleiten, das Anregen, die Geduld, das Erklären, das Motivieren, das Trösten und das Kritisieren. Dazu gehören ebenso das Aufstellen von sinnvollen Regeln und deren konsequenter Durchsetzung. Vieles davon erleben wir sowohl bewusst als auch unbewusst.

Idol oder Vorbild für Kinder?

Es gibt zahlreiche Menschen, die für einen Gegenstand oder Person in besonderem Maße schwärmen, diesen oder diese auf einen absoluten Thron setzen. Sie haben dann ein Idol. Diese, teils stark überhöhte Bedeutung, erleben in besonderem Maße Jugendliche. Idole können Stars der Musik,- Kunst und/oder Filmszene sein. Auch Menschen aus Politik oder dem Sport können eine solche besondere, meist kritiklose Verehrung erfahren. Das vom griechischen: „… eidolon…“ stammende Wort bedeutet weiterhin Bild, Gestalt, Trugbild, Götzenbild“ (4). Die scheinbar grell und übermenschlich erscheinenden Idole sind für uns nicht erreichbar. Dem entgegenstehen die folgenden Überlegungen, die sich jeder zum Leitgedanken, ja zum Vorbild nehmen kann.
  • Ich glaube an mich selbst.
  • Viele kleine beharrliche Schritte führen zum Erfolg.
  • Ich sollte nichts tun, nur um anderen Menschen zu gefallen.

Eltern als Vorbilder für Kinder - Tipps

Nutzen Sie Ihre natürliche Voraussetzungen, denn das ist die beste Gelegenheit im „Nebenbei“ Ihrem Kind bzw. Ihren Kindern das vorzuleben, was Sie im Leben als wichtig erachten. Grundsätzlich gilt, je kleiner Ihr Nachwuchs ist, umso genauer ahmt er sie nach und desto mehr sind Sie ein Vorbild für Kinder. Seien Sie sich dessen bewusst, denn das betrifft sowohl das Handeln als auch das Sprechen. Spätestens in den ersten Jahren in der Schule ändert sich das. Sicherlich kennen Sie den Satz: „Frau X oder Herr Y hat gesagt…“ Das ist Gesetz, das gilt. Auf diese Art und Weise entwickeln sich Vorstellungen, mein Vorbild, wie ich gern sein wollte.

Begeisterung wecken

Welche Leidenschaften haben Sie, was interessiert Sie besonders? Ist es z. B. eine besondere Sportart, das Wandern, das Basteln mit Naturmaterial, die Arbeit im Garten...? Überlegen Sie, wie könnte ich mein Kind langsam mit einbeziehen? Es ist allerdings möglich, dass es feststellt, dass es nicht die gleiche Leidenschaft entwickelt. Dann drängen Sie Ihr Kind möglichst nicht in Ihre Richtung. Freuen Sie sich mit ihm, dass es sich für andere Dinge interessiert und helfen Sie ihm dabei.

Interessen sowie Begabungen erkennen und nutzen

Lassen Sie Ihr Kind ruhig die unterschiedlichsten Dinge/Hobbys ausprobieren. Wann, wenn nicht jetzt in der Kindheit, ist dafür Zeit. Ausprobieren heißt auch, Ihrem Kind Freiräume einzuräumen und somit als Vorbild für Ihr Kind zu fungieren. Hier sollte es idealerweise ganz für sich oder mit Freunden seine Zeit für seine Tätigkeiten nutzen können. Zeigen Sie sich dennoch trotz aller Freiheit interessiert für das, was Ihr Kind macht. Vermeiden Sie möglichst einen „getakteten“ Tagesablauf, der manchmal schlimmer als der eines Erwachsenen ist. Ausprobieren heißt weiterhin, dass sich Ihr Kind im Freien allein oder mit Freunden im Freien aufhalten kann und sich mit den entsprechenden Sachen schmutzig machen darf. Sie schenken Ihrem Kind somit Vertrauen. Vereinbaren Sie stets feste Zeitpunkte der Rückkehr, die strikt eingehalten werden müssen. Das

Zuhören können

ist in unserer heutigen, oftmals lauten Zeit, stark zurückgegangen. Dabei kommt es auf die leisen Töne an. Nur so können Sie herausfinden, was Ihr Kind bewegt, wen oder was es toll findet. Verstehen Sie seine Motive, verstehen Sie das Handeln besser. Somit können Sie unterstützend helfen. Versuchen Sie nicht den Redefluss Ihres Kindes zu bremsen, hören Sie nur zu. An der geeigneten Stelle, können Sie dann gezielt nachfragen. Eine solche Situation könnte sein, wenn Ihr Kind sich über das Handeln eines Lehrenden oder einer Freundin/eines Freundes beklagt. Eine weitere Möglichkeit ist es, wenn es gilt ein „Freunde“ Buch auszufüllen. In diesen Zusammenhängen könnten zwanglos solche Fragen thematisiert werden, wie:
  • Welche Eigenschaft(en) findest du toll?
  • Möchtest du manchmal eine anderer Mensch sein, wer?
  • Welches Verhalten ist für dich erstrebenswert?
  • Hast du Vorbilder aus der Natur?
  • Was bedeutet für dich schön oder Schönheit?
Geben Sie Ihrem Kind möglichst immer das Gefühl, es ist genau so richtig, wie es ist. Das heißt nicht, dass Sie mit allem einverstanden sein müssen.

Literaturtipps zum Thema Vorbilder für Kinder

Niklaus Kuster, Sarah Gafuri: 123 Vorbilder der Menschheit: Inspirierende Kurzporträts

Anna Maria Kalcher: Vorbilder: Erziehen wohin?

Prof. Dr. Peter Struck: Das Erziehungsbuch

Linktipps zum Thema Vorbilder für Kinder

https://www.wertesysteme.de/werte-glossar/vorbilder/

https://www.wissen.de/eltern-als-vorbilder-lebensweg-der-kinder-nachhaltig-praegen

Quellen

(1) https://www.duden.de/rechtschreibung/Vorbild

(2) https://www.wertesysteme.de/werte-glossar/vorbilder/

(3) ebd.

(4) https://www.wissen.de/wortherkunft/idol

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