Über den Autor/die Autorin

Hildegard Dierks

Hildegard Dierks hat ihr Lehramtsstudium in den Fächern Englisch und Pädagogik für die Sekundarstufen I und II absolviert und an der Universität Bielefeld das Magisterstudium mit dem Schwerpunkt Computerlinguistik abgeschlossen. Sie arbeitet seit vielen Jahren als Online-Autorin und Online-Redakteurin für verschiedene Zielgruppen, z.B. Eltern. Zu ihren Themenschwerpunkten zählen alle Themen rund um Grundschule, Fremdsprachenlernen, Musikerziehung, computergestütztes Lernen aber auch schulpolitische Themen. Seit einigen Jahren ist sie begeisterte Anhängerin des sog. E-Learnings einer internetgestützten, zeitlich flexiblen Form des Studiums und der beruflichen Weiterbildung. Neben Lehrheften lernt man beim E-Learning auch in betreuten Chats und Webinaren. Frau Dierks lebt mit ihrer Familie in Ostwestfalen. In ihrer Freizeit hört sie gern Hörbücher und spielt Akkordeon.

Deutsche Sprache - Schimpfwörter, Anglizismen und Fremdwörter

von Hildegard Dierks



© stock.adobe.com/Gräf, Stefan
„Deutsche Sprache, schwere Sprache.“ So kommentieren viele Menschen Situationen, in denen es mit der deutschen Sprache nicht ganz geklappt hat. Insbesondere die Verwendung von Schimpfwörtern, Anglizismen und Fremdwörtern machen immer wieder Probleme. Wir nutzen diese Wörter alle. Wer gutes Deutsch sprechen und schreiben möchte, sollte sich über die Rolle dieser Wörter in der deutschen Sprache klar werden: D.h. man sollte Probleme und Wirkung abschätzen können.

Deutsche Sprache und ihre Schimpfwörter – So geht es nicht weiter

Schimpfwörter, beleidigende Ausdrücke oder sog. Four-Letter-Words gelten nicht als gutes Hochdeutsch, sondern als Slang.
Sie sollen Menschen beleidigen, verängstigen oder zum Schweigen bringen. Sie können zu kriminellen Taten animieren.
Schimpfwörter begegnen uns in der deutschen Sprache überall. Beleidigungen von Beamten/-innen und anderen Autoritäten mit Schimpfwörtern haben zugenommen. Sie haben empfindliche Geldbußen zur Folge.
Oft aber finden wir Schimpfwörter im Internet in Shitstorms, beim Mobbing, in Hatespeech oder in Rap-Texten. Schimpfwörter im Internet werden bisher oft, „geschützt“ von Meinungsfreiheit und Datenschutz, anonym verwendet.
Vermutlich ist es eher eine kleine internetaffine Gruppe, die viele Schimpfwörter der deutschen Sprache so oft benutzen.

Denkbare negative Wirkungen
  • Viele Menschen diskutieren nicht mehr mit,
  • Hasskriminalität kann entstehen,
  • Mit Schimpfwörtern „gespickte“ Hatespeech lösen keine Probleme,
  • Schimpfwörter in der Schule vergiften das Lernklima,
  • Beleidigungen von Beamten, z.B. Lehrkräften, Politikern zerstören Vertrauen.
Die Beurteilung und Verurteilung, insbesondere von rassistischen, homophoben und frauenfeindlichen Schimpfwörtern in Hatespeech steht aktuell an einem Scheidepunkt. Ihre Verwendung in den Sozialen Medien soll nicht mehr automatisch von Meinungsfreiheit und Datenschutz gedeckt sein. Möglichweise wird es zu Lasten des Datenschutzes so kommen, dass IP-Adressen häufiger als bisher herausgegeben werden müssen, damit ermittelt werden kann.
In Frankreich wirkt sich Mobbing in der Schule, bei dem Schimpfwörter immer eine Rolle spielen, bereits negativ auf die Zensur des Mobbers aus.
Eltern und Schüler/-innen sollten so wenige Schimpfwörter wie möglich verwenden, besonders wenn ein Problem gelöst werden soll.
Nur weil die deutsche Sprache Schimpfwörter kennt, muss man sie nicht nutzen.

Deutsche Sprache und Anglizismen – Im Alltag Jugendlicher häufig

Start-up“, „Wakeboard“, „Webcam“, „Selfie“, „chillen“ oder „downloaden“: Anglizismen sind in der deutschen Sprache normal. Wir begegnen ihnen auffällig oft in Werbung, Jugendsprache sowie im Internet. In diesen Welten sind Schülerinnen und Schüler unterwegs.
Anglizismen, abwertend auch Denglisch genannt, können problematisch sein.
Prof. Brettschneider und sein Team von der Universität Hohenheim führen die Häufigkeit von Anglizismen in der deutschen Sprache in ihrem Verständlichkeitsindex als ein Kriterium auf, mit dem die Verständlichkeit eines Textes ermittelt wird. Menschen verstehen Anglizismen oft nicht richtig. Gelegentlich verschleiern Anglizismen etwas Profanes, Ungeliebtes oder Langweiliges. Das ist häufig in der Werbung, in Stellenanzeigen oder Parteiprogrammen der Fall. Was ist ein Key-Account-Manager oder die Power-X-Struktur im Haushaltstuch?
Schülerinnen und Schüler sind aufgefordert, Anglizismen in der deutschen Sprache wahrzunehmen.

Sie sollten sich fragen, ob der Anglizismus,
  • verständlich ist,
  • jemanden verärgern kann,
  • etwas verschleiert,
  • ein Slangwort ist,
  • ein anderes Wort besser passt, in einer Prüfung z.B.?
Eltern ihrerseits sind weder die Sprachpolizei der deutschen Sprache noch sollten sie selbst zu oft das Denglisch der Jugendsprache sprechen. Nutzen „berufsjugendliche“ Eltern selbst viel Denglisch der Jugendsprache, kann es peinlich wirken.

Deutsche Sprache und ihre Fremdwörter –Fachtermini müssen sein

Einige Wörter der deutschen Sprache sind Fremdwörter.
Während in der Grundschule von dem „Namenwort“ gesprochen wird, benutzen wir später „Nomen“, im Deutschunterricht. Fremdwörter stehen in diesem Zusammenhang für die gewünschte Wissenschaftsorientierung. Diese große Gruppe der Fremdwörter sind Fachtermini der deutschen Sprache. Wir kennen sie aus verschiedenen Schulfächern: Hypotenuse, Meridianen, Äquator, Interpretation oder Photosynthese.
Geht es um Fremdwörter der deutschen Sprache als Fachbegriffe, sollen Schülerinnen und Schüler sie unbedingt im Unterricht verwenden. In Klassenarbeiten sollen Schüler/-innen zeigen, dass sie sie kennen. Es empfiehlt sich also bei der Vorbereitung auf Prüfungen, die Fachtermini der deutschen Sprache genau zu erfassen, sie richtig auszusprechen, sie korrekt zu schreiben und passend zum Thema zu benutzen. Geht ein Fachterminus auf einen Wissenschaftler/-in zurück, muss dieser Name genannt werden. Prof. X spricht von „Fachterminus“.
Für den Alltag ist es hilfreich, wenn Eltern ein Fremdwörterlexikon anschaffen, um bei Bedarf unklare Fremdwörter der deutschen Sprache nachschlagen zu können.

Fazit Deutsche Sprache - Achte auf Deine Worte

Was müssen Eltern und Schüler/-innen bei Schimpfwörtern, Anglizismen und Fremdwörtern der deutschen Sprache bedenken?
Eltern sollten keinen Slang, sondern gepflegtes Deutsch nutzen. Konflikte möglichst nicht mit Schimpfwörtern austragen! Die deutsche Sprache hat andere Möglichkeiten. Rassistische, homophobe, frauenfeindliche Schimpfwörter können nicht nur unsere Seelen negativ treffen, sondern auch unsere Demokratie gefährden.
Anglizismen werden nicht immer richtig verstanden. Sie gefährden aber auch nicht die deutsche Sprache. Tendenziell zählen Anglizismen eher zum informellen Sprachregister des Deutschen. Klassenarbeiten erfordern jedoch eher formale Wörter.
Anglizismen können irreführen: Das englisch klingende Wort „handy“ ist im Englischen ein „mobile“.
Die Fachtermini der deutschen Sprache sind oft Fremdwörter. Sie gehören zum fachlichen Repertoire in den Unterricht. Ihre Verwendung ist in der Schule ausdrücklich gewünscht und keine Angeberei.
Das Nachschlagen von Wörtern in redaktionell geprüften Wörterbüchern der deutschen Sprache hilft gutes Deutsch zu benutzen.

Linktipps zum Thema „Deutsche Sprache“

www.unwortdesjahres.net
www.duden.de

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