Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Deutsch Evern und als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie war mehrere Jahre als Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg tätig und verfasst Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

Sprachförderung im Alltag

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© detailblick-foto - Fotolia.com
Sprache wird nicht umsonst als „Schlüssel zur Welt“ bezeichnet. Gute Sprachkenntnisse und ein vielfältiger Wortschatz erleichtern es Ihrem Kind, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und Lern- und Erziehungsprozesse erfolgreich zu meistern. Doch nicht nur das: Darüber hinaus sind gute Sprachkenntnisse elementar, um eigene Bedürfnisse zu äußern und somit selbstfürsorglich und selbstwirksam zu handeln. Lesen Sie im folgenden Beitrag, wie Sie bei Ihrem Kindergarten- oder Grundschulkind das Sprechen im Alltag bestmöglich fördern können.

Sprechen fördern: Vorbild sein, gemeinsam lernen

Wenn es um Sprachbildung im Familienalltag geht, dann sind Sie als Eltern automatisch das beste Vorbild. Grund genug, um sich Gedanken über den eigenen Umgang mit Sprache zu machen.
  • Sprechen Sie gerne und verwenden Sie einen abwechslungsreichen Wortschatz?
  • Haben Sie Freude am Umgang mit der gesprochenen Sprache?
  • Wie reagieren Sie auf sprachliche Äußerungen Ihres Kindes? - Antworten Sie eher genervt oder nehmen Sie sich die Zeit, sich mit diesem und seiner Äußerung intensiv auseinander zu setzen? Zum Beispiel durch facettenreiche Antworten oder durch gezielte Rückfragen, die Ihr Kind zum genauen Sprechen anregen?
  • Regen Sie Ihr Kind an, mit Ihnen zu sprechen?

Spracherwerb ist immer Kommunikation und Gemeinsamkeit. Treten Sie bewusst mit Ihrem Kind in den Dialog und begleiten Sie Ihren gemeinsamen Alltag durch sprachliches Handeln.

Fragen - gewusst wie

Bewusste Fragen ermöglichen Ihrem Kind Antwortmöglichkeiten. Soll es zum Beispiel etwas aussuchen, so können Sie sein sprachliches Handeln anregen. Fragen Sie beispielsweise: „Welches Buch möchtest du lesen?“ oder „Welchen Becher möchtest du haben?“ Durch solche offenen Fragestellungen wird Ihr Kind eigene Entscheidungen in Kommunikation mit Ihnen zum Ausdruck bringen.

Sprache vielfältig nutzen

Verwenden Sie Sprache vielfältig. Dabei können Sie mithilfe verschiedener Kanäle Sprache vermitteln und anwenden. Zum Beispiel beim gemeinsamen Betrachten von Bilderbüchern. Hierbei können Sie Suchaufgaben stellen oder offene Fragen. Entwickeln Sie gemeinsam ein Quiz zu einem Buch. Reimen Sie gemeinsam oder erfinden Sie Quatschwörter oder -sätze. Szenen aus Büchern lassen sich szenisch nachspielen - oder auch in Form von spontanen Rollenspielen mithilfe von kleinen Figuren oder Handpuppen. Das Sprechen können Sie im Alltag auch durch Gesten begleiten - nach und nach entsteht ein eigenes Familien-Wörterbuch durch Bewegungen. Und auch kleine Kinderreime sowie Kinderlieder eigen sich, um Sprache im Alltag immer wieder zu thematisieren.

Mehrsprachigkeit

In Ihrem Haushalt gibt es mehrsprachige Elternteile, Großeltern oder auch weitere Familienmitglieder? Dann machen Sie das zum Thema. Heterogenität im Familienalltag birgt für Ihr Kind viele Chancen, sich mit dem Wortschatz und den Strukturen sowie dem Klang anderer Sprachen auseinander zu setzen. Wie heißt „Hund“, „Baum“ oder „Tisch“ in der anderen Sprache? Wie begrüßt man sich - was sagt man zum Abschied? Auch die anderen Kulturen werden so ganz nebenbei anschaulich. Welche Rituale und Feste werden dort gefeiert? Wie ist es bei uns, wie in der anderen Kultur?
Mehrsprachigkeit wird so zu einem Bonus, der innerhalb der Familie gelebt werden kann.

Sprachmomente finden

Welches sind die Sprachmomente in Ihrem Familienalltag? Wann gibt es Möglichkeiten, mit Ihrem Kind in den (auch ritualisierten) Dialog zu treten und das Sprechen zu fördern?

Ist es das Aufwecken morgens - oder das Zubettgehen abends? Welche Sprachmomente gibt es bei den Familienmahlzeiten? Oder auf Wegen zur bzw. von der Kita oder Grundschule?

Machen Sie sich selbst die Sprachmomente in Ihrem Familienalltag bewusst - und versuchen Sie, diese gezielt durch sprachliches Handeln zu untermauern.

Um erfolgreich zu lernen und in Gemeinschaft zu leben und dabei gleichsam für die eigenen Bedürfnisse eintreten zu können, brauchen Kinder Sprache. Nutzen Sie Familien-Sprachmomente im Alltag ganz bewusst, um Ihrem Kind diese Welt Schritt für Schritt zu erschließen.

Literatur:

Sprechen lernen

Sprachspiele

Puppentheater

Für die Kleinsten

Für Kita und Grundschule

Bilderbuch: Die große Wörterfabrik CD

Mehrsprachigkeit

zweisprachige Bilderbücher

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