Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Deutsch Evern und als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie war mehrere Jahre als Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg tätig und verfasst Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

Zeugnisse im Übergang von der Grundschule zu weiterführenden Schule - So gelingt der Übergang nachhaltig

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© detailblick-foto - Fotolia.com
Januar - die Zeit vor den Halbjahreszeugnissen läuft wieder. Und damit für einige Kinder und ihre Familien die Zeit vor dem Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule. Worauf sollten Eltern in dieser Zeit achten - und wo können sie sich mit Blick auf den Übergang informieren? Der folgende Beitrag nennt die zentralen Punkte.

Elemente eines durchgängigen Bildungssystems

Übergänge sind in allen Lebensphasen prägend und bedeutsam. So gibt es bereits frühzeitig Übergänge etwa von der Familie in die Krippe oder Kita und später beispielsweise die Übergänge von der Schulzeit in das Studium oder in den Beruf oder auch den vom Beruf in das Rentenalter.
Einer der wichtigsten Übergänge ist allerdings neben dem Übergang von der Kita in die Grundschule der von der Grundschule in die weiterführende Schule.
Die Grundschule wird so nach den „Empfehlungen zur Arbeit in der Grundschule“ (KMK, in der Fassung vom 11.06.2015) zum „Teil eines durchgängigen Bildungssystems“. Sie „begleitet die Kinder (…) beim Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule.“ Hierbei sollte besonderes Augenmerk auf die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus gelegt werden. Aber auch Kooperationsvorhaben und Kooperationsprozesse der Grundschulen und weiterführenden Schulen sind wichtig, damit der Übergang individuell und nachhaltig gelingen kann.
Hierfür sieht die Kultusministerkonferenz verbindliche Kooperations- und Übergabekonzepte zwischen diesen Einrichtungen vor, die „einen angemessenen Zeitraum vor und nach dem Übertritt“ umfassen.

Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

Nicht nur, wenn es auf die Zeugnisse zugeht, sollte eine bewusst gelebte Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Grundschule und Elternhaus im Mittelpunkt stehen. Das A und O ist hierbei eine regelmäßige und individuell gestaltete gemeinsame Beratung mit dem Fokus auf die Schullaufbahn eines jeden Kindes.
Hierfür sollten beispielsweise Informationsabende zum Übergang gestaltet werden und Informationsbroschüren über die jeweiligen Schulformen für interessierte Eltern bereitgestellt werden. Die jeweiligen Schulgesetze sehen Einzelberatungen zwischen Lehrkraft und Eltern vor. Diese finden rechtzeitig vor dem zweiten Schulhalbjahr statt, damit jedes einzelne Kind auf seinem Lernweg optimal gefördert und gefordert werden kann.
Informieren Sie sich am besten bei der Lehrkraft Ihres Kindes, welche Regelungen für Ihr Bundesland hinsichtlich des Übergangs gelten. Dabei sollten Sie auch auf die Formalitäten wie etwa Fristen und Anmelderegelungen achten.
Welche Regelungen für Ihr Bundesland gelten, finden Sie darüber hinaus auf der Homepage des jeweiligen Kultusministeriums: https://www.bildungsserver.de

Unterschiedliche Rahmenbedingungen

Wie sehr sich die Rahmenbedingungen für den Übergang unterscheiden, machen einige Beispiele deutlich. So findet dieser in den meisten Bundesländern nach der vierten Jahrgangsstufe statt, in manchen wiederum - so etwa in Berlin - nach der sechsten Jahrgangsstufe. In vielen Bundesländern gibt die Schule so genannte „Schullaufbahnempfehlungen“ ab - in den meisten Bundesländern wird jedoch der Elternwille berücksichtigt. Ist zum Beispiel in Niedersachsen der Elternwille ausschlaggebend, so ist in Bayern beispielsweise bedeutsam, wie die Gesamtdurchschnittsnote aus den Fächern Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachunterricht aussieht. Diese Gesamtdurchschnittsnote ist wegweisend, ob ein Kind unmittelbar nach dem Besuch der vierten Jahrgangsstufe eine empfohlene weiterführende Schulart besuchen kann, oder ob es an einem so genannten Probeunterricht teilnehmen sollte.
https://www.km.bayern.de/ministerium/termine/schulen-einschreibung-anmeldung-pruefungen.html

In allen Fällen ist das Zeugnis jedoch bedeutsam für den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule. Besprechen Sie mit der Lehrkraft - und im optimalen Fall mit dieser und Ihrem Kind gemeinsam -, welche Stärken es hat und woran es noch arbeiten sollte. Benötigt es in manchen Fächern ggf. eine kurzfristige Nachhilfe, um versäumte Inhalte aufzuholen? All diese Aspekte sollten Sie besprechen und Lösungswege entwickeln.

Eine gute Information vonseiten der Schule und der Eltern sowie eine regelmäßige Kommunikation zwischen Schule, Eltern und Kindern sollte für den Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule selbstverständlich sein. Mit Blick auf die Schulwahl sollte immer das Kind mit seinem Lernweg im Vordergrund stehen. So ist hier zum Beispiel bedeutsam, welche Lieblingsfächer das Kind hat, ob Ihr Kind eine (und wenn ja, welche) zweite Fremdsprache lernen möchte, welche Schule ein passendes Ganztagesangebot hat, ob Ihr Kind viel Unterstützung bei den Hausaufgaben oder beim Üben für Tests und Arbeiten benötigt - und nicht zuletzt, welche weiterführende Schule sich Ihr Kind wünscht und aus welchen Gründen. All diese Faktoren sind wichtige Bausteine, um Schritt für Schritt die passende weiterführende Schule für Ihr Kind zu finden.

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