Über den Autor/die Autorin

Manon Sander

Manon Sander ist akademische Mitarbeiterin an der Pädagogischen Hochschule in Karlsruhe. Vorher hat sie an Schulen (Grundschule, Realschule und Universität) in NRW unterrichtet. Die Mutter von 6 Kindern zwischen 5 und 18 Jahren ist außerdem Autorin für Fach- und Kinderbücher.


Halloween, das haben wir ja früher auch nicht gefeiert!

von Manon Sander



Halloween kannte man bis vor ein paar Jahren nur aus dem amerikanischen Raum und es handelte sich um ein Fest, das irgendwie gar nicht zu unserer deutschen Kultur zu passen schien, so direkt vor dem Allerheiligen-Feiertag, kurz vor St. Martin (dem Martinsfest). Und plötzlich vor ein paar Jahren schwappte es dann auch zu uns. Kinder und Jugendliche finden auch gar nichts dabei und wollen dieses Fest auch feiern. Aber passt das wirklich zu uns?

Was ist Halloween eigentlich?

In den Vereinigten Staaten wird Halloween schon ganz lange gefeiert. Es findet am Vorabend von Allerheiligen statt. Bekannt (und auch in Deutschland sehr verbreitet) sind dabei gruselige Verkleidungen und Dekorationen, die an Friedhöfe und den Tod erinnern. Natürlich gibt es das auch in den USA – aber die Betonung liegt hierbei auf dem auch! Es gibt nämlich auch eine andere Seite, eine kinderfreundliche. Hier werden niedliche Gespenster gebastelt, die lächeln, mit Kürbissen, die den Mund zu einem schiefen Grinsen und nicht zu einer schrecklichen Fratze verziehen, mit bunten Lampions und noch viel bunteren Kostümen, beide denen alle Arten von Verkleidungen dabei sind. Die Kinder gehen von Haus zu Haus und sammeln Süßigkeiten. Wem das ein wenig vertraut vorkommt, der hat nicht Unrecht damit.

Wo liegt der Ursprung?

Der Ursprung dieses Festes liegt in Europa. Im heidnisch / keltischen Bereich hat man dieses Fest veranstaltet um die Geister milde zu stimmen. Milde, damit sie keinen harten Winter veranstalten. Die Iren haben dieses Fest in ihre Kultur integriert und am Abend vor Allerheiligen angesiedelt. Daher auch der Name, Halloween, der von „All hallows Eve“ abgleitet ist. Das bedeutet „Abend vor Allerheiligen“. Es ist eng mit unserem Karneval verknüpft, bei dem am Ende des Winters die Geister milde gestimmt werden sollten, um den Winter zu beenden. Auch hier gehören Verkleidungen dazu. Wie viele andere christliche Feste, hat auch Allerheiligen einen Ursprung im Heidnischen. Und in Irland wurde es anders gefeiert als in Deutschland, wo es ein stiller Feiertag ist. Die irischen Auswanderer haben es dann mit in die USA genommen und dort wurde es zu dem, was es heute ist.

Kürbisse kontra Rüben

In einigen Gegenden Deutschlands wurden früher um diese Zeit Rüben ausgehöhlt und mit Teelichtern bestückt. Also auch eine Ähnlichkeit. Allerdings ist der Kürbis viel einfacher zu schneiden, denn er ist nicht so fest wie die heimische Rübe.

Verkleidungen?

Viele Kinder mögen es, sich zu verkleiden. Sie haben eine Menge Spaß daran, die Kostüme eben nicht nur einmal im Jahr anzuziehen, sondern ruhig noch einmal zu Halloween. Es macht auch Spaß, eine Party zu feiern, Musik zu hören und tolles Essen zu servieren. Warum nicht? Und es muss dabei nicht gruselig zugehen, sondern kann ruhig ein bisschen lustig und bunt sein. Je kleiner die Kinder sind, desto „freundlicher“ sollte das Fest gestaltet sein und desto weniger sollten sich die Verkleidungen von der normalen Kleidung unterscheiden. Besonders die Eltern sollten für eigene und auch fremde Kinder immer noch als die Person zu erkennen sein, die sie wirklich sind.

Und zum Essen?

Zu Halloween gibt es inzwischen auch in Deutschland viele saisonale Süßigkeiten. Doch die enthalten, wie das nun einmal bei Süßigkeiten gegeben ist, sehr viel Zucker. Saisonal passen auch gut Gemüsesuppen, z.B. grüne Brokkolicremesuppe, gelbe Kürbissuppe und orange Paprikasuppe. Wer glaubt, dass Kindern das nicht gern essen, der muss die Suppen einfach nur pürieren. Die Suppen haben dann tolle Farben, die gut zu Halloween passen, und in der Gemeinschaft probiert man dann schon ganz gern.

Spiele, Musik oder was sonst?

Ältere Kinder spielen oft Musik, die sie mögen. Eventuell brauchen sie dabei ein wenig Unterstützung. Spiele wie Reise nach Jerusalem (vielleicht unter einem anderen Namen, wie Gruselexpress oder ähnlich bekannt) sowie Luftballon- oder Zeitungstanzen passen dazu, wenn die Kinder nicht in Stimmung kommen. Jüngere Kinder spielen gern die Spiele, die auch zu Geburtstagen gern gespielt werden (Topfschlagen, Schokoladenwettessen, Kleb der Hexe die Warze an etc.). Sie können mit den Kindern auch basteln, einen Kürbis aushöhlen (ein Hokkaidokürbis ist weicher und kann somit leichter von Kindern verarbeitet werden) oder kleine Gespenster aus Wolle oder Fledermäuse aus Moosgummi herstellen.

Anfang und Ende, Aufsicht

Eine Party kann schön sein, aber gerade für Eltern ist es auch schön, wenn es dann wieder zu Ende ist. Darum sollten Anfangs- und Endzeiten festgelegt werden. Ein offener Anfang und ein langes Ende kann die ganze Feier ausufern lassen und für alle Beteiligten sehr unangenehm werden lassen. Für Kindergartenkinder sind 2 Stunden angemessen, bei Grundschülern sind es 3 Stunden, bei älteren Kindern kann es dann weiter ausgedehnt werden. Je nach Alter sollten sich die Erwachsenen immer weiter zurückziehen, aber immer noch Präsenz zeigen, damit die Feiern nicht ausarten.

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