Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin und lebt mit Mann und zwei Kindern in Wolfenbüttel.

Smartphone ja – aber richtig!

von Ulrike Lindner



Weihnachten und Ostern sind gerade erst vorbei und für viele Kinder und Jugendliche lag ein Smartphone unter dem Baum oder im Osternest. Ohne Handy und Smartphone geht es heute nicht mehr, darüber sind sich fast alle einig. Wann jedoch der richtige Zeitpunkt für ein Smartphone gekommen ist und was gerade bei jüngeren Kindern zu beachten ist, darüber herrscht oft Unsicherheit.

Die Initiative schau-hin, in der seit 2003 das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie die Programmzeitschrift TV SPIELFILM verbunden sind, rät zum Smartphone-Besitz erst ab ca. 11 Jahren (also nach der Grundschulzeit). Das Argument für diesen – aus Sicht vieler Eltern – relativ späten Zeitpunkt ist, dass Smartphone gleichbedeutend ist mit Internet, Apps und vielen weiteren Funktionen, für die Kinder eine gewisse Erfahrung und Verantwortung besitzen sollten. Wer schon vor diesem Zeitpunkt auf ein eigenes Smartphone für den Nachwuchs nicht verzichten mag, der sollte nach dem Rat der Experten zumindest die entsprechenden Sicherheitseinstellungen der Geräte nutzen bzw. Jugendschutz-Apps installieren.

Smartphone ja – aber welches?

Das neueste ist nicht unbedingt das beste, auch diesen Rat gibt schau-hin. Wichtig ist vor allem gerade für jüngere Kinder, dass sie gut mit dem Gerät umgehen können und es ihren Bedürfnissen entspricht.

Entscheidungskriterien Strahlenbelastung und Kosten

Darüber hinaus kann der so genannte SAR-Wert ein Entscheidungskriterium bei der Anschaffung sein. Beim Mobilfunk werden hochfrequente elektromagnetische Felder genutzt, um Sprache oder Daten zu übertragen. Wenn man mit dem Handy telefoniert, wird ein Teil der Energie dieser Felder im Kopf aufgenommen. Führt man das Handy zum Beispiel in einer Tasche der Kleidung bei sich und benutzt zum Telefonieren ein Headset, so wird die Energie von dem Körperteil aufgenommen, in dessen Nähe sich das Handy befindet. Als Maß für die Energieaufnahme dient die so genannte Spezifische Absorptionsrate (SAR), die in Watt pro Kilogramm (W/kg) gemessen wird. Das Bundesministerium für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt auf einen möglichst geringen SAR-Wert zu achten, um die Belastung zu minimieren, eine Liste mit den SAR-Werten der gebräuchlichsten Modelle ist auf der Seite des BfS zu finden.

Auch die Kosten (für Anschaffung und den laufenden Betrieb) sollten ein Kriterium sein. Empfehlenswert ist es hier, die Kinder zumindest teilweise zu beteiligen, um ihnen ein Gefühl dafür zu vermitteln.

Das gilt besonders für den Tarif: Ein Vertrag mit monatlicher Kostenbegrenzung für Kinder und Jugendliche ist bei vielen Anbietern erhältlich und macht deutlich, welche Kosten bei welcher Nutzung entstehen können. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Datenvolumen, Gesprächskosten und Zusatzangebote wie Apps, Klingeltöne oder Spiele, die unter Umständen teuer werden können. Sinnvoll in jedem Fall ist es, Drittanbieter von vornherein beim Netzbetreiber sperren zu lassen (unter der Servicenummer 2202 bei der Telekom, bei Vodafone unter 1212 und bei bei 02 unter 55222) bzw. die Sicherheitseinstellungen im Smartphone zu aktivieren.

Nutzung besprechen

Ist das Smartphone gekauft, sollten Eltern es gemeinsam mit ihrem Kind einrichten. So können Antivirenschutz oder Jugendschutzprogramme wie die Suchmaschine „fragFinn“ oder „JusProg“ eingerichtet werden, in denen individuelle Nutzungszeiten festgelegt oder Filter für Webseiten eingestellt sind bzw. selbst erstellt werden können. Parallel sollten Browser wie Safari (IPhone) gesperrt werden, damit die Schutzeinstellungen nicht umgangen werden. Erklären Sie außerdem, dass GPS, WLAN und Bluetooth nicht dauerhaft eingeschaltet sein sollten.

Informieren Sie sich, welche Apps geeignet sind, am besten indem Sie selbst hinschauen und sich nicht nur auf die Altersangaben in den AppStores verlassen. Vor allem anfangs sollte das Herunterladen von Apps Elternsache sein, später (etwa ab 12 Jahren) können Kinder bei entsprechendem Verantwortungsbewusstsein auch eigenständig Inhalte herunterladen.

Schriftliche Regeln vereinbaren

Ein schriftlicher Vertrag, in dem die Eckpunkte der Smartphone-Nutzung festgehalten sind und den Eltern und Kind unterschreiben, unterstützt die Wichtigkeit, die Sie diesen Regeln zumessen. Die Vereinbarung kann zum Beispiel Punkte zu Verhalten, Sicherheit, Datenschutz, Downloads und Kosten umfassen, Nutzungszeiten definieren und Konsequenzen bei Nicht-Einhaltung erwähnen.

Datenschutz

Besprechen Sie mit Ihrem Kind auch den Datenschutz. Es ist wichtig zu wissen, dass ein Smartphone eine Fülle persönlicher Daten speichert, die nur mit echten Freunden geteilt werden sollten. Mit PIN Nummer, Passwort und Datenverschlüsselung wird zudem ein unerwünschter Zugriff erschwert, falls das Smartphone verloren geht.

Regelmäßige Pausen

Klare Absprachen verhindern Konflikte. Machen Sie deshalb von Anfang an deutlich, wann das Smartphone Pause hat, beispielsweise bei den Mahlzeiten, abends im Bett oder während der Hausaufgaben.

Links:

Goldene Regeln für die Smartphone Nutzung der Initiative Schau-hin

Empfehlungen des Bundesministerium für Strahlenschutz

Mustervertrag für Mediennutzung als Vorlage

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