Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Deutsch Evern und als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie war mehrere Jahre als Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg tätig und verfasst Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

Mein Kindergartenkind auf die Grundschule vorbereiten - Was Eltern hierbei beachten sollten

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



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Ihr Kind ist nun ein Vorschulkind und Sie überlegen, wie Sie es daheim am besten fördern können? Ob und wenn ja, in welcher Form eine solche häusliche Unterstützung sinnvoll sein kann, nennt Ihnen der folgende Beitrag.

Die Zeit läuft ...

Es sind nur noch ein paar Monate - und Ihr Kind meistert den Übertritt vom Kindergartenkind zum Grundschulkind. Ein großer Schritt, nicht nur für Ihren Sprössling. Viele neue Dinge und Pflichten kommen auf Sie als Familie zu. Deshalb ist es nun an der Zeit, sich zu überlegen, wie dieser neue Abschnitt sinnvoll begangen werden kann.

Reflektieren Sie zunächst über Ihre häusliche Situation. Was wird sich vermutlich ändern, wenn Ihr Kind zum Schulkind wird? Werden Sie besondere Zeiten berücksichtigen müssen und ggf. für eine Kinderbetreuung sorgen müssen? Diese sollten Sie dann rechtzeitig planen und organisieren. Sprechen Sie auch noch einmal mit den Erzieherinnen und Erziehern Ihres Kindes. Erfragen Sie, was es bereits hinsichtlich einer Schulfähigkeit gut beherrscht - und woran Sie gemeinsam noch arbeiten könnten.
Dies können beispielsweise motorische Fähigkeiten, Ausdrucksfähigkeiten, aber auch soziale Kompetenzen sein. Entwickeln Sie zusammen mit den Erzieherinnen und Erziehern Ziele, die noch vor dem Schulbeginn erreicht werden sollten.

Sprachliche Kompetenzen

Achten Sie auf die Sprache Ihres Kindes. Für ein Schulkind ist es wichtig, dass es seine Bedürfnisse deutlich artikulieren kann und sich beispielsweise auch traut, nachzufragen, wenn es bestimmte Inhalte nicht verstanden hat.
Mithilfe von Wimmelbüchern beispielsweise lässt sich der Wortschatz Ihres Kindes spielerisch und nebenbei erweitern. Betrachten Sie Ihr eigenes Sprachverhalten und achten Sie auch darauf, dass Sie sich selbst facettenreich ausdrücken. Sie sind ein wichtiges sprachliches Vorbild für Ihr Kind.

Fördern Sie die Fantasie Ihres Kindes, indem Sie Geschichten mit ihm weiterspinnen und Reime bilden.
Achten Sie ebenso darauf, dass es lernt, eine eigene Meinung zu bilden und diese dann auch altersgemäß zu vertreten.

Motorische Kompetenzen

Motorische Grundfertigkeiten wie etwa das Werfen und das Fangen eines kleinen Balles sollte Ihr Kind beim Schuleintritt beherrschen. Es sollte beispielsweise auch über ein gerade auf dem Boden ausgelegtes Seil balancieren können.

In feinmotorischer Hinsicht sollte es beispielsweise Schnürsenkel binden können und einfache Formen ausschneiden können. Achten Sie schon frühzeitig auf eine richtige Stifthaltung und darauf, dass Sie Ihrem Kind regelmäßig Bilder zum Ausmalen anbieten. Hierzu sollte es beim Schulbeginn ebenfalls in der Lage sein.

Soziale Kompetenzen

Ein Schulkind sollte einerseits seine eigenen Bedürfnisse kennen und diese artikulieren können. Es sollte zwar einerseits diese individuell benennen können - aber sie auch in einigen Situationen zugunsten der Gruppe zurückstellen können. Bei Konflikten sollte es imstande sein, die Sichtweise der anderen Person einnehmen zu können und altersangemessen Konflikte lösen.
Fragen Sie die Erzieherinnen und Erzieher danach, wie Ihr Kind sich in der Gruppe zeigt. Ist es eher schüchtern oder forsch? Kann es mit Konflikten umgehen - oder gelingt ihm dieses noch nicht? All diese Dinge lassen sich trainieren. Sprechen Sie mit den betreuenden Kräften darüber, in welcher Form sich dieses in der Lerngruppe umsetzen lässt.

Neuer Rhythmus

Achten Sie darauf, dass Ihr Sprössling ausreichend Schlaf und Bewegung erhält. Auch eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für sein Wohlbefinden.
Übertragen Sie Ihrem Kind Kompetenzen in Ihrem Haushalt - so etwa das Herausbringen des Mülls, das Decken oder Abdecken des Tisches. Langsam aber sicher sollte sich Ihr Kind auch daran gewöhnen, dass es seine Brotdose und die Trinkflasche nach dem Kindergartenbesuch eigenständig in die Küche bringt oder gleich in die Spülmaschine stellt.

Neue Wege

Auch der Schulweg wird neu sein für Ihr Kind. Üben Sie diesen gemeinsam nachmittags - und probieren Sie mehrere Varianten aus. Hier gilt die Regel: Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste Weg. Machen Sie Ihr Kind auf mögliche Gefahrenquellen aufmerksam und trainieren Sie das richtige Verhalten auf der Route.

Last, but not least ...

Der Schulranzen ist ein wichtiges Utensil für Ihr künftiges Schulkind. Die Vorfreude auf die Schule wird ganz bestimmt durch den frühzeitigen Kauf eines funktionalen, sicheren Ranzens gefördert. Suchen Sie diesen gemeinsam mit Ihrem Kind in einem Fachgeschäft aus und lassen Sie diesen an seinen Rücken individuell anpassen.

Diese letzte Zeit vor dem Schulbeginn ist ganz gewiss eine aufregende Zeit für Ihre gesamte Familie. Versuchen Sie deshalb, etwaigen Druck von Ihrem Kind fernzuhalten und fördern Sie ganz gezielt seine Freude auf das, was kommt. Lernhefte und Co. sollten nur dann Raum in Ihrer Familie finden, wenn Ihr Kind dies ausdrücklich wünscht. Ansonsten vertrauen Sie am besten auf den eigenen Rhythmus Ihres Kindes. Wenn Sie daheim für eine besonnene, ausgeglichene Atmosphäre sorgen, so wird Ihr Kind en passant zu einem souveränen Schulkind.

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