Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Deutsch Evern und als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie war mehrere Jahre als Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg tätig und verfasst Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

Schulranzen, Hausaufgaben und Co - selbst ist das Schulkind. So unterstützen Sie Ihr Schulkind auf dem Weg zur Selbstständigkeit

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© diego cervo - Fotolia.com
Ein Schulkind sollte möglichst eigenständig seine Aufgaben erledigen - doch, was kann es von Anfang an bereits allein leisten? Und wo ist Ihre Unterstützung zunächst noch angesagt? lernando.de weiß Rat.

Übergang

Bereits im Übergang können Sie Ihr Kind dabei unterstützen, eigenständig zu werden. So kann es die Kita-Tasche bereits mit Ihrer Unterstützung am Abend vor dem nächsten Tag packen und beispielsweise Brotdose und Trinkflasche eigenständig in die Küche bringen, diese kurz vorab reinigen und anschließend in die Spülmaschine stellen. Dieses kleine Ritual kann es mit in die Grundschulzeit nehmen.

Hausaufgaben

An vielen Schulen gibt es sie noch von Tag zu Tag, mancherorts gibt es Hausaufgabenpläne etwa für ganze Wochen - und an einigen Schulen gibt es sogar gar keine Hausaufgaben mehr. Manche Kinder erledigen diese Aufgaben, die das im Unterricht Gelernte festigen sollen, bereits - etwa im Rahmen des Ganztages - in der Schule. Zuhause sollten Sie in der ersten Zeit jedoch mit Ihrem Kind im Hausaufgabenheft nachschauen, welche Aufgaben zu erledigen sind. Besprechen Sie gemeinsam, welche Aufgaben in welcher Reihenfolge bearbeitet werden sollten. Das Erledigen der Aufgaben sollte Ihr Kind dann am besten eigenständig bewerkstelligen. Schauen Sie danach gemeinsam durch, ob alles erledigt wurde, und welche Materialien Ihr Kind für den nächsten Schultag benötigt. Unterstützen Sie Ihr Kind beim Ranzen Packen.

Schulranzen

Das gemeinsame Packen des Schulranzens sollte zu einem alltäglichen Ritual werden. Schritt für Schritt sollte Ihr Kind in der Lage sein, es hinsichtlich des kommenden Schultages selbst zu erledigen.
Von Zeit zu Zeit sollten Sie mit Ihrem Kind die Arbeitsmaterialien kontrollieren:
  • Was gehört wirklich in den Ranzen?
  • Fehlt etwas oder ist etwas kaputt gegangen?
  • Was muss noch besorgt werden?
  • Kann etwas repariert werden?
Auch hier kann Ihr Kind zunehmend selbstständig die Kontrolle des Schulranzens durchführen. Legen Sie eine kleine Kiste oder eine Schublade mit Verbrauchsmaterial wie Bleistiften, Radiergummis und Linealen bzw. Heften an. Hier kann Ihr Kind sich selbst herausnehmen, wenn etwas im Ranzen fehlt oder erneuert werden muss.

Elterninformationen

Häufig gibt es so genannte Postmappen an den Schulen, in denen Ihr Kind Elterninformationen transportiert. Erinnern Sie Ihr Kind in der ersten Zeit daran, die Postmappe täglich einzusehen und Ihnen die jeweiligen Informationsschreiben auszuhändigen. Nach und nach sollte es dies allein leisten können.

Termine und Verabredungen

So sehr Ihr Kind seine Hobbies liebt oder auch gern in der Ganztagsschule ist. Es sollte auch Zeit haben, sich mit Freunden aus der neuen Lerngruppe treffen zu können. Unterstützen Sie es dabei aktiv, indem es etwa mindestens einen, besser mehrere verlässlich freie Trefftermine pro Woche gibt. Diese kann es frei gestalten. Entweder verabreden sich die Kinder eigenständig in der Schule. Sollte dies nicht möglich sein, so ermuntern Sie Ihr Kind, sich mithilfe einer Telefonliste selbst mit anderen Kindern zu verabreden. Mit der Zeit wird dies zu einer selbstverständlichen Routine.

Schulweg und Co

Vielerorts sind so genannte Eltern-Taxis ein einigermaßen großes Problem an unseren Grundschulen. Deshalb sollte Ihr Kind den Schulweg - wenn möglich - eigenständig erledigen. Doch hierfür benötigt es eine Eingewöhnungszeit. Suchen Sie zuvor einen Weg zur Schule, der möglichst keine Gefahrenstellen aufweist. Eine Regel ist: „Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste.“ Gehen Sie den Weg mit Ihrem Kind zunächst gemeinsam und weisen Sie es jedes Mal auf Gefahrenstellen hin, wenn diese sich nicht vermeiden lassen.
Zu Beginn der Schulzeit können Sie sich mit anderen Eltern zusammenschließen und reihum mehrere Kinder aus der Wohngegend zur Schule zu Fuß begleiten.
Ab welchem Zeitpunkt Ihr Kind den Weg dann allein zurücklegen kann, sollten Sie sorgsam abwägen. Einerseits ist es hier bedeutsam, welche Gefahrenquellen die Strecke birgt - und andererseits natürlich, ob Ihr Kind schon in der Lage ist, mit manchen zum Teil unvorhergesehenen Situationen im Straßenverkehr umzugehen. Bedeutsam ist auch die richtige Ausstattung Ihres Kindes. Denken Sie an ausreichende Reflektoren an Schulranzen und Kleidung und wählen Sie für den Schulweg Kleidung in eher gut sichtbaren Farben.
Fahrten mit Schulbussen sollten genauso schrittweise trainiert werden. Die Situation an vielen Bushaltestellen ist oftmals unübersichtlich. Überlegen Sie gemeinsam mit anderen Eltern und ggf. der Klassenlehrkraft oder der Schulleitung Ihres Kindes, wie hier vorgebeugt werden kann.

Während der Grundschulzeit wird Ihr Kind immer eigenständiger. Dabei sollten Sie es Tag für Tag begleiten und Ihr Kind auch nicht mit anderen Kindern vergleichen. Auf dem Weg in die Eigenständigkeit hat jedes Kind sein eigenes Tempo. Und genau dieses Tempo sollten die erwachsenen Personen, die mit ihm leben und lernen, stets respektieren.

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