Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Deutsch Evern und als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie war mehrere Jahre als Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg tätig und verfasst Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

Teenies vorlesen? - Was für das Vorlesen auch im Jugendlichenalter spricht

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© Christian Schwier - Fotolia.com
Manch ein Elternteil denkt gerührt an die Zeiten zurück, wo gemeinsame Vorlese-Nachmittage oder die Gute-Nacht-Geschichte zum Alltag mit dem Nachwuchs gehörten. Doch mit dem Vorlesen muss im Teenie-Alter nicht Schluss sein. Wofür das Vorlesen auch in dieser Altersstufe gut ist, nennt der folgende Beitrag.

Vorlesen im Kindesalter

Das Lesen ist eine der Schlüsselqualifikationen in unserer Gesellschaft. Kinder, denen frühzeitig vorgelesen wird - auch schon im Baby- und Kleinkindalter - verfügen in der Regel über eine besser ausgeprägte Preliteracy und Literacy. Wichtige Fähigkeiten also für den Schulbesuch, denn das Lesen unterstützt die sprachlichen Kompetenzen und den Ausbau des Wortschatzes. Dem „roten Faden“ einer Geschichte zu folgen, ist wichtig für die Konzentration Ihres Sprösslings und unterstützt auch das logische Denken.
Einerseits hat das Vorlesen Auswirkungen auf das Wissen von Kindern. Diese kommen mit neuen Inhalten in Berührung, sprechen über diese und entdecken nach und nach die Welt. Andererseits aktiviert Vorlesen die Fantasie von Kindern. Geschichten regen Groß und Klein an, in imaginäre Welten zu reisen und fantastischen Figuren zu begegnen. Und auch die Freude kommt beim gemeinsamen Lesen nicht zu kurz. Gemeinsam lacht es sich am besten - sei es über die Streiche oder kleineren Missgeschicke der Helden und Heldinnen oder auch über Witze, die im Rahmen der Geschichte erzählt werden.

Vorlesen im Jugendalter

All dies bleibt auch im Jugendalter bedeutsam. Doch hören Eltern und Lehrkräfte ab einem gewissen Alter auf, jungen Menschen vorzulesen. Dabei hören diese immer noch gerne Geschichten.
Auch noch für Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufe ist es wichtig, die oben genannten Kompetenzen durch das Vorlesen zu trainieren. Und dafür reichen ganze 15 Minuten pro Tag aus. Daheim könnte etwa das gemeinsame Durchstöbern der Tageszeitung am Morgen oder Abend zum festen Leseprogramm werden. Der Austausch über das Gelesene bzw. Gehörte hilft jungen Menschen, sich eine eigene Meinung zu bilden, in den Dialog mit anderen darüber zu kommen und rhetorische Fähigkeiten zu festigen.
Regelmäßig könnte auch die Klassenlehrkraft oder Deutschlehrkraft der Sekundarstufe I vorlesen. Hier gilt es dann, eine geeignete Lektüre sowohl für Jungen als auch für Mädchen zu finden. Beide Geschlechter hören oftmals gerne Fantasy-Geschichten oder spannende Geschichten.

Jeder kann vorlesen

Auch das Vorlesen unter den Schülerinnen und Schülern sollte gefördert werden. In der Schule können die Jugendlichen in der sechsten Jahrgangsstufe am bundesweiten Vorlesewettbewerb teilnehmen:

https://www.vorlesewettbewerb.de/wettbewerb/vorlesewettbewerb-1718.html

Im Rahmen der Ganztagsschule beispielsweise lassen sich Vorlese-Patenschaften etwa für Zugewanderte, Kita-Kinder oder in Senioreneinrichtungen initiieren.

Buchtipps

Lea-Lina Oppermann. Was wir dachten, was wir taten. Beltz und Gelberg. 2017

Die junge Autorin Lea-Lina Oppermann erzählt die beeindruckende und gleichsam unter die Haut gehende Geschichte eines nicht normalen Schultages. Sie schildert einen Amoklauf an einer Schule aus den Perspektiven des Schülers Mark, der Schülerin Fiona und des Lehrers Herrn Filler.
Immer wieder fragt sich der Leser bzw. die Leserin, wie die Geschichte weitergehen wird. Woher weiß der Amokläufer die Details über die Klasse, bei der er sich eingeschlossen hat? Was bezweckt er mit seinen „Aufgaben“?
Nach und nach entwickelt sich die Geschichte bis zum erschreckenden Höhepunkt.
Bei Hörcompany ist das Buch als Hörbuch erschienen.

Rafik Schami. Markus Koninger. Eine Handvoll Sterne. Graphic Novel. Beltz und Gelberg. 2018

Ein Bäckerjunge erzählt von seinem Leben in Syrien. In aufwühlenden politischen Zeiten beginnt er gemeinsam mit Freunden damit, eine Zeitung zu gründen.

Kathrin Lankers. Verrückt nach New York. Willkommen in der Chaos WG. Coppenrath Verlag. 2015

Inzwischen umfasst die pink-fröhliche Reihe rund um eine NewYorker Jugendlichen-WG vier Bände. Für Jungen nicht unbedingt geeignet.

Kathryn Lasky. Die Legende der Wächter. Die Entführung. Ravensburger Taschenbuch. 2017

Fast schon ein Klassiker. Die Fantasy-Story rund um die legendären Eulen bietet auch im Anschluss noch reichlich Lesefutter. Insgesamt sind 15 Bände der Saga erschienen.

Michael Ende. Die unendliche Geschichte. Piper Taschenbuch. 2011

Mit Michael Endes Buch liegt ein echter Klassiker vor, den viele Eltern noch aus ihrer Kindheit kennen werden. Groß und Klein erleben die Abenteuer gemeinsam mit Bastian, der Phantasien kennen lernt.

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