Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Auch Eltern machen Fehler: Wie Sie mit eigenen Fehlern umgehen sollten

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© Wanja Jacob - Fotolia.de
Sie haben für den Ausflug das langweilige Ausflugsziel ausgesucht? Sie haben Ihr Kind unnötig ausgeschimpft und das tut Ihnen nun leid? Oder aber Sie haben eine falsche Entscheidung getroffen, wie Sie nun feststellen?
Wie geht man mit eigenen Fehlern um, wenn man Nachwuchs hat? Der folgende Beitrag zeigt, dass Einsicht wie so häufig der erste Schritt zur Besserung ist.


Fehler als Chance betrachten

Eines vorweg: Fehler machen wir alle - ob groß, ob klein. Dies ist eine wichtige Erkenntnis, die Sie Ihrem Kind mit auf seinen Lebensweg geben sollten. Nur, weil man erwachsen ist, ist man nicht fehlerlos. Und dies ist auch bedeutsam, denn wir Erwachsenen entwickeln uns ja auch in unserem Leben Schritt für Schritt weiter.
Deshalb ist es substanziell, sich der eigenen Sicht über Fehler bewusst zu werden. Was bedeuten Fehler für mich - sind sie negativ belegt, darf ich sie mir also gar nicht erst erlauben? Oder sehe ich Fehler als Chance, um mich weiterzuentwickeln?
Haben Sie dies reflektiert, so sollten Sie mit Ihrem Kind ins Gespräch über Fehler kommen. Was bedeuten Fehler im Leben Ihres Kindes? Ärgert es sich vorwiegend über diese - oder kann es damit konstruktiv umgehen?

Fehler geschehen

Sollte Ihnen ein Fehler unterlaufen, so denken Sie selbst zunächst einmal darüber nach, ob es sich um einen Fehler handelt, der nur für Sie Auswirkungen hat oder eben auch für Ihre Familie. Seien Sie sich Ihrer Vorbildfunktion bewusst und entschuldigen Sie sich immer dann, wenn dies angebracht ist. Erläutern Sie auch, wie Sie in Zukunft vorhaben, mit einer ähnlichen Situation umzugehen.

Umgang mit Ihrem Kind

Ist der Fehler, der Ihnen geschehen ist, bedeutsam für Ihr Kind? Haben Sie es etwa für etwas ausgeschimpft, also Ihren Gefühlen Luft gemacht, ohne zuvor darüber nachzudenken - so sollten Sie unbedingt in der Lage sein, dies anschließend in einer ruhigen Gesprächssituation zu besprechen. Schildern Sie Ihrem Kind deutlich, in welcher Lage Sie sich zum Zeitpunkt des Fehlers befunden haben - und wie es für Sie zu dieser Situation kommen konnte. Verdeutlichen Sie darüber hinaus, dass Sie sich gut in die Lage Ihres Kindes hineinversetzen können - und dass Ihr Verhalten ggf. ungerecht war. Wichtig ist auch, dass Sie Ihr Kind zu Wort kommen lassen, damit es seine Sicht der Dinge erläutern kann. Sie sollten ebenfalls fähig sein, sich für Ihr Verhalten zu entschuldigen.
Auch eine im Nachhinein falsche Entscheidung, die Sie getroffen haben, können Sie mit Ihrem Kind altersgemäß besprechen. Erklären Sie beispielsweise, was Sie sich erhofft hatten - und wie es Ihnen nun damit geht, falls es sich als grundlegend falsch herausgestellt hat.

Auch Erwachsene machen Fehler

Irren ist menschlich, so sagt schon ein altes Sprichwort. Fehler sind es also auch. Für Ihr Kind ist es eine wichtige Erfahrung, dass Sie nicht das perfekte Elternteil sind, sondern dass Ihnen auch Fehler passieren. Viel wichtiger ist es aber, dass Sie souverän mit diesen Fehlern umgehen. Hierbei stehen Ihre eigene Haltung und Ihre Vorbildfunktion im Vordergrund und der Dialog mit Ihrem Kind.

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