Über den Autor/die Autorin

Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Sein Anliegen ist es, den Unterricht möglichst umweltnah und praxisorientiert zu gestalten. Ihm ist es wichtig, Schülerinnen und Schülern mit pädagogischer Begleitung möglichst früh ihrem Alter entsprechende Eigenverantwortung zu übertragen, um ihre Freude am Lernen zu wecken und soziale Kompetenzen zu stärken. Dabei sollte der Blick auf die so genannten kleinen Dinge nicht vergessen werden. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

Zimmerpflanzen für mein Kind

von Jörg Sauer



Der Zugang zur Natur ist unseren Kindern nicht angeboren. Dieser muss, wie so vieles andere auch, allmählich entwickelt werden. Das funktioniert am besten durch das praktische Tätigsein. Eine Möglichkeit dafür ist der Umgang mit Grünpflanzen im Kinderzimmer. Dazu gibt der nachfolgende Beitrag einige Anregungen.

Pflanzen im Kinderzimmer

Zimmerpflanzen haben in vielerlei Hinsicht einen positiven Einfluss auf die Entwicklung der Kinder. Sie regulieren das Raumklima und wirken durch ihre grüne Farbe beruhigend. Die Kinder übernehmen Verantwortung für ihre Pflanzen und erledigen somit regelmäßige Aufgaben.

Die Qual bei der Auswahl

Die passende Wahl der Pflanzen ist für den Erfolg von großer Bedeutung. Sie sollten robust, schnell wachsend, einfach vermehrbar und nicht zu kompliziert in der Pflege sein. Nachfolgend finden Sie eine kleine Übersicht:
  • Buntnessel (Solenostemon scutellarioides)
  • Grünlilie (Chlorophytum comosum)
  • Usambaraveilchen (Saintpaulia Ionantha)
  • Aloe (Aloe)
  • Zebrakraut (Tradescantia zebrina)
  • Bubiköpfchen (Soleirolia soleirolii)
  • Elefantenohr (Haemanthus albiflos)
  • Bogenhanf (Sansevieria)
  • Drehfrucht (Streptocarpus)
Steht die Pflanzenwahl fest, so ist es empfehlenswert, sich über Herkunft und Pflegeansprüche zu informieren. Dazu kann ein Bestimmungsbuch oder das Internet genutzt werden.

Vor jeden Topf kann auch ein Namenskärtchen gestellt werden, auf welchem der Leser alle wichtigen Informationen rasch erhält.

Tipp: Nach dem Beschriften laminieren.

Bitte achten Sie darauf, keine giftigen Pflanzen auszuwählen.

Pflegearbeiten

Neben dem artgerechten, regelmäßigen Gießen und dem genauen Betrachten der Pflanze ist das Entfernen abgestorbener Pflanzenteile sehr wichtig. Häufig regt man sie so zu neuem Wachstum an.

Das Betrachten hilft, Schädlinge oder Krankheiten so zeitig wie möglich zu erkennen, um die nötigen Gegenmaßnahmen einzuleiten. Manchmal ist es hilfreich, dazu eine Lupe zu benutzen.

Das Düngen der Pflanzen in der Hauptwachstumszeit sollten Kinder gemeinsam mit einem Erwachsenen durchführen.

Es ist denkbar, ein Pflanzenpflegebuch anzulegen. In dieses kann Ihr Kind alle Beobachtungen und erledigten Aufgaben notieren.

Tipp: Während der Ferienzeit müssen Absprachen mit den Eltern, Großeltern oder Freunden getroffen werden, damit die regelmäßige Pflege der Pflanzen gewährleistet ist.

Vermehrung

Grundsätzlich sollten die bereits vorhandenen Pflanzen genutzt werden. Neben der vegetativen Vermehrung gibt es bei vielen Arten auch die Möglichkeit der Aussaat. Diese erfordert meist viel mehr Zeit und etwas mehr Erfahrung. Daher wird diese Variante in diesem Beitrag vernachlässigt. Wissen Freunde, Bekannte und Verwandte von dem „grünen“ Hobby Ihres Kindes, so erhält es von diesen auch das ein oder andere Mal Ableger oder Senker. Diese können dann zu Hause eingepflanzt und gepflegt werden.

Die o.g. Pflanzen werden wie folgt vermehrt:

Buntnessel
- durch Stecklinge sehr rasch
- Aussaat auch gut möglich

Grünlilie
- durch Kindel
- durch Teilung

Usambaraveilchen
- durch Blattstecklinge
- Die Vermehrung über Geiztriebe oder Samen ist auch möglich, aber nicht für ganz so einfach.
- Die Pflanzen sollten außerhalb der Reichweite von Kleinkindern und Tieren stehen, da sie nicht ganz ungefährlich sind.

Aloe (Aloe)
- durch Ableger
- Aussaat auch möglich

Zebrakraut
- durch Stecklinge
- Bitte beachten Sie, dass die Pflanzen für Katzen giftig sind.

Bubiköpfchen
- durch Stecklinge
- durch Teilung

Elefantenohr
- durch Brutzwiebeln

Bogenhanf
- durch Blattstecklinge
- durch Teilung
- durch Kindel

Drehfrucht
- durch Blattstecklinge

Die folgenden Arbeitsschritte gelten grundsätzlich für alle Pflanzen. Sie sind stets der Art entsprechend anzupassen.

Betrachten der Pflanze

Welche Möglichkeiten gibt es, Teile abzutrennen, ohne dass die Mutterpflanze Schaden nimmt?

Zwiebeln oder Teilung

  • die passende Erdmischung im Fachhandel beziehen (Haben Sie die Möglichkeit, selbst gesiebter Komposterde zuzugeben, so erhöhen Sie den Lehmanteil. Das ist für zahlreiche Pflanzen günstig. Ausgenommen sind Hartblättrige oder Kakteen.)
  • saubere Töpfe bereitstellen, schon einmal benutzte gründlich reinigen
  • Pflanzen vorsichtig austopfen, ein Klopfen auf den Topfboden oder an die Seiten ist oftmals hilfreich
  • Abtrennen der entsprechenden Teile (gründliches Säubern dieser und Kontrolle auf mögliche Beschädigungen, welke und kranke Plfanzenteile entfernen und entsorgen - kranke Teile kommen nicht auf den Kompost
-
  • Einsetzen der jungen Pflanzen und der Mutterpflanzen in die vorgesehen Töpfe, Erde fest andrücken und einen kleinen Gießrand anlegen
  • vorsichtig angießen
  • Töpfe auf Untersetzer oder in passende Übertöpfe stellen

Stecklinge

  • nur kräftige auswählen und diese mit einem Messer oder Schere abtrennen, Vorsicht beim Umgang mit den Geräten
  • in durchsichtige, mit Wasser gefüllte Gläser stellen
  • Wurzelbildung abwarten und das Wasser ggf. nachfüllen
  • Eintopfen in geeignete Töpfe
- ggf. zum besseren Anwachsen ein Glas überstülpen - auch hier die Erde fest andrücken und den Gießrand nicht vergessen
  • vorsichtig Angießen
  • Töpfe auf Untersetzer oder in passende Übertöpfe stellen

Kindel oder Ableger

  • möglichst kräftige Pflanzen wählen
  • Kindel oder Ableger abtrennen und die Schnittstelle abtrocknen lassen, bei der Aloe etwa zwei Tage
  • ggf. in mit Wasser gefüllte Gläser stellen, um die Wurzelbildung anzuregen
  • Eintopfen, wie oben genannt
Die Pflanzen werden nach einer abschließenden Betrachtung an geeignete Stellen im Zimmer verteilt. Das müssen nicht ausschließlich die Fensterbänke sein. Zebrakraut oder auch die Grünlilien eignen sich gut als Ampelpflanzen. Es ist auch denkbar, Pflanzen in andere Zimmer der Wohnung zu stellen oder sie zu verschenken.

Tipp: Es ist auch möglich, mehrere Pflanzen in einem großen Topf, Korb oder Bottich zu setzen. Für eine Gruppenpflanzung eignen sich zum Beispiel Buntnessel, Grünlilie, Zebrakraut und Aloe oder verschiedene Sorten der Grünlilie. Zusatztipp: Die Pflanzensammlung können Sie mit exotisch anmutenden Pflanzen ergänzen. Sie sollten möglichst leicht zu pflegen sein. Dazu gehören Zitronen- und Orangenbäumchen. Sie lassen sich bei entsprechender Geduld und Sorgfalt auch selbst aus Samen ziehen.

Individuelle Topfgestaltung

Schöne Pflanzen sollten auch in schönen Töpfen stehen. Das ist m. E. besonders wichtig, wenn man die selbst gezogenen Pflanzen verschenken möchte. Dafür gibt es unterschiedliche und teils sehr kreative Möglichkeiten, die nicht sehr teuer sein müssen. Das wären zum Beispiel:
  • die Nutzung von Übertöpfen, die aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen könnten,
  • Tontöpfe farbig bemalen und lackieren und
  • Tontöpfe mittels der Serviettentechnik verzieren.

Linktipps

http://www.pflanzenfreunde.com/zimmerpflanzen.htm
http://www.gartendialog.de/zimmerpflanzen.html

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