Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Deutsch Evern und als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie war mehrere Jahre als Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg tätig und verfasst Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

Die Feinmotorik entwickeln - Das sollten Eltern wissen

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© micmacpics - Fotolia.com
Das Ausbilden grobmotorischer Fähigkeiten wie etwa das Hüpfen, Werfen etc. sind im Laufe der Entwicklung eines Kindergartenkindes bedeutsam. Schritt für Schritt bildet ein Kind während dieser Zeit aber auch feinmotorische Kompetenzen aus, die wichtig für den erfolgreichen Besuch der Grundschule sind. Wie Sie Ihr Kind optimal beim Entwickeln dieser Fähigkeiten unterstützen, nennt Ihnen der folgende Beitrag.

Feinmotorik und Schule

Unter der Feinmotorik verstehen wir die kleinen und feinen Bewegungsabläufe, die etwa mit den Fingern, den Zehen oder dem Gesicht ausgeführt werden. In der Schule benötigt Ihr Kind diese Fähigkeiten beispielsweise beim Malen und Schreiben, beim Schneiden, beim Schleifebinden, beim genauen Sprechen etc. Die Fähigkeiten der Feinmotorik unterstützen Ihr Kind auf dem Weg in das Selbstständig-Werden.

Sind diese Fähigkeiten nicht so gut ausgeprägt, so fallen manche Aufgaben in der Grundschule schwerer, was dann zu Frustration und Zweifeln führen kann.

Doch - wie können Eltern die benötigten Fähigkeiten daheim fördern, ohne dass dies zu einem großen Druck wird?

Spielerisch üben

Feinmotorische Fähigkeiten lassen sich gut zu Hause trainieren. Ganz einfache Spielmaterialien wie etwa Bausteine fördern die Auge-Hand-Koordination. Rufen Sie einen Familien-Wettbewerb aus, wer den höchsten Turm bauen kann. Oder aber kneten Sie öfter einmal zusammen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Die Figur aus dem Bilderbuch lässt sich wunderbar nachkneten. Dabei werden Kugeln geformt, Würste gerollt und kleine Details kreiert. Aus Knetschnüren lassen sich auch Spuren oder Schneckenhäuser nachlegen.

Bitten Sie Ihr Kind öfter darum, einer Puppe oder einem Stofftier beispielsweise eine Windel anzuziehen oder ein Tuch umzubinden. Das liebste Stofftier freut sich im Winter gewiss auch über einen warmen Schal, den Ihr Kind ihm um den Hals bindet.

Auch im Haushalt finden sich zahlreiche Möglichkeiten, die Feinmotorik zu schulen. Mit Begeisterung füllen Vorschulkinder beispielsweise Maiskörner mithilfe eines Löffels aus einer Schale in Gefäße mit verschiedenen Öffnungen. Sehr beliebt ist der Transport von Zuckerstückchen mithilfe einer Zuckerzange. Welche anderen kleinen Dinge lassen sich mithilfe dieser Zange von A nach B transportieren?

Textile Tätigkeiten wie etwa das Fingerhäkeln, das Aufwickeln von Wollknäueln, das Flechten, das Binden von Schleifenbändern sowie das Auffädeln von Perlen auf eine Schnur benötigten dreierlei: viel Fingerfertigkeit, Geduld und Zeit.

Wenn es langsam auf die Schulzeit zugeht, so sollten Sie auch darauf achten, Fertigkeiten, die Ihr Kind für den Schulalltag benötigt, einzubauen. So etwa das Ausschneiden von Figuren, das flächendeckende Ausmalen von Formen, das Anspitzen von Stiften sowie das richtige Halten von Stiften.

Um die Gesichts- und Mundmotorik zu schulen, können Sie gemeinsam Grimassen schneiden. Einer schneidet eine Grimasse, die anderen sind die Spiegel und machen dies nach. Auch das einfache Spiel Wattepusten eignet sich in besonderer Weise. Ein Wattebausch wird in die Mitte eines Tisches gelegt. An zwei Seiten des Tisches stehen sich die beiden Mitspieler gegenüber. Durch gezieltes Pusten muss der Wattebausch auf die Seite des Gegners gebracht werden. Gewonnen hat, wer den Wattebausch auf der Seite des Gegners vom Tisch pusten kann.

Damit Ihr Kind aktiv und erfolgreich am Unterricht der Grundschule teilnehmen kann, sind die feinmotorischen Fähigkeiten wichtig. Sollten Sie sich unsicher sein, ob diese Fähigkeiten bei Ihrem Kind altersgerecht ausgeprägt sind, so sollten Sie den Kinderarzt Ihres Kindes daraufhin ansprechen. Auch dieser kann etwa Übungen, die passgenau für Ihr Kind zugeschnitten sind, zusammenstellen oder aber beispielsweise eine Ergotherapie oder ähnliches vermitteln.

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