Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin und lebt mit Mann und zwei Kindern in Wolfenbüttel.

Übergang vom Klassen- zum Kurssystem

von Ulrike Lindner



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Auf dem Weg zum Abitur durchlaufen Schülerinnen und Schüler die Einführungsphase. So wird der einjährige Übergang von der Mittelstufe (Sekundarstufe I) in die Gymnasiale Oberstufe (Sekundarstufe II) bezeichnet. Werden die Jugendlichen in der Mittelstufe in der Regel im Klassenverband und in der Oberstufe im Kurssystem unterrichtet, so handelt es sich bei der Einführungsphase oft um eine Mischform. Das heißt, dass sowohl Fächer im Klassenverband oder in festen Lerngruppen (z.B. die Kernfächer Deutsch, Mathematik, Englisch), als auch einige im Kurssystem (z.B. alle weiteren Fächer) unterrichtet werden. In einigen Bundesländern werden auch schon während der Einführungsphase Leistungskurse angeboten.

G8 oder G9 entscheiden über den Zeitpunkt der Einführungsphase

Je nachdem, ob das Abitur nach 12 Jahren (G8) oder nach 13 Jahren (G9) erworben wird, liegt auch der Zeitpunkt der Einführungsphase. Bei G8 fällt sie auf die Klasse 10, bei G9 findet die Einführungsphase in Klasse 11 statt. An die Einführungsphase als „sanften Übergang“, der behutsam in die Organisationsform der Gymnasialen Oberstufe einführt, schließt sich die Qualifikationsphase an. Sie heißt so, weil die jetzt erworbenen Leistungen (die „Qualifikationen“) in die Abiturnote einfließen. Die Leistungen der Einführungsphase haben dagegen keinen Einfluss auf die Abiturnote.

Auch die Benotung ändert sich jetzt

Neben der Unterrichtsform in Klassen und in individuell gewählten Fächern (Kursen) müssen sich die zukünftigen Abiturienten beim Eintritt in die Oberstufe oft an eine weitere Neuheit gewöhnen. Statt der bis jetzt gültigen Benotung in der sechsstufigen Noten-Skala wird nun an vielen Schulen in der 16-stufigen Punkte-Skala benotet. Die Punkteskala entspricht dem bekannten Notensystem, erlaubt aber mehr Differenzierung. Jeder bisherigen Note von 1 bis 5 entsprechen 3 Punkte:

1 bis 3 Punkte = Note 5
4 bis 6 Punkte = Note 4
7 bis 9 Punkte = Note 3
10 bis 12 Punkte = Note 2
13 bis 15 Punkte = Note 1

Vorteile des Kurssystems

Auch wenn einige Schüler den Verlust der Klassengemeinschaft bedauern, bringt der Übergang ins Kurssystem, beginnend mit der Einführungsphase, viele Vorteile mit sich. Immer mehr wird jetzt auf Eigenverantwortung und Selbständigkeit gesetzt. Schülerinnen und Schüler erweitern ihre kognitiven, methodischen und sozialen Fähigkeiten und sind in verstärktem Maß für ihre persönliche Entwicklung verantwortlich. So können die Jugendlichen jetzt verstärkt nach eigenen Interessen und Neigungen lernen – ein deutliches Motivationsplus für viele.

Ebenfalls wichtig: Die Interaktion innerhalb des Jahrgangs wird verbessert. So lernen neue Schüler ihre Jahrgangskollegen schneller kennen und auch diejenigen Schüler, die nicht neu in die Oberstufe eintreten, profitieren von der Öffnung.

Für Eltern und Schüler wichtig, damit der Übergang möglichst reibungslos gelingt: Die Informationen der jeweiligen Schule über die Organisation, Benotung und Wertung der einzelnen Fächer für die Abiturnote in der Einführungs- und Qualifikationsphase sorgfältig lesen bzw. bei Fragen Rücksprache mit den zuständigen Tutoren oder anderen Ansprechpartnern halten.

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