Über den Autor/die Autorin

Christine  Kammerer

Christine Kammerer, Politologin M. A., Heilpraktikerin (Psychotherapie), freie Journalistin und Trainerin. Berufliche Stationen: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, Bundeszentrale für politische Bildung, Deutscher Kinderschutzbund.

Fake-News erkennen

von Christine Kammerer



© YakobchukOlena - Fotolia.com
Fake-News sind eine Plage. Das Internet ist voll davon. Fast täglich kommen neue hinzu und besonders unübersichtlich wird die Lage bei Ereignissen wie zum Beispiel Terror-Anschlägen.
Fake News können jeden täuschen, aber Kinder und Jugendliche tun sich besonders schwer damit, echte von falschen Nachrichten zu unterscheiden. Doch Fake News folgen meist einem erkennbaren Schema. Sie haben bestimmte gemeinsame Muster. Man kann also lernen, Fake News zu erkennen.


Kinder haben heute schon in sehr jungen Jahren Zugang zu den unterschiedlichsten Internet-Diensten. Sie werden regelmäßig mit irreführenden Kampagnen, Fake-News und Manipulationen im Internet konfrontiert und sollten daher von Eltern und Lehrern problembewusst gemacht werden. Ziel ist es, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig ein kritisches Bewusstsein und möglichst viel Sicherheit im Umgang mit Informationen im Netz erwerben.

Information im Internet: demokratisch, aber subjektiv

Das Internet ist ziemlich demokratisch. Es macht Wissen weltweit verfügbar. Jeder kann sich dort mitteilen und an politischen Prozessen teilnehmen. Und es bringt Transparenz in die Politik: Informationen, die sonst ausgeblendet werden, finden ihren Weg, Minderheiten können sich artikulieren. Wir erfahren von Menschenrechtsverletzungen, die uns andernfalls verborgen geblieben wären.

Ziemlich demokratisch, denn natürlich gibt es auch da Einschränkungen: bestimmte Länder lassen die Freiheiten des Internet erst gar nicht zu und die meisten der im Internet verbreiteten Informationen sind ohnehin stark subjektiv gefärbt.

Warum teilen Nutzer Fake-News?

Immer häufiger sind Informationen, die per Internet verschickt werden, nicht nur emotional geladen und subjektiv, sondern manipuliert oder gefälscht. Das hält viele Nutzer nicht davon ab, diese Nachrichten massenhaft zu teilen. Dafür gibt es verschiedene Gründe:
  • Viele Nutzer erkennen gefakte Bilder nicht als Fälschungen. Die Programme, die heute bei der Bildbearbeitung eingesetzt werden, sind so intelligent, dass Manipulationen der Fotos für das bloße Auge nicht ersichtlich sind.
  • Eine große Zahl von Nutzern besitzt nicht die Fähigkeit, sich ein Urteil über die Glaubwürdigkeit einer Information zu bilden und zwischen seriösen und unseriösen Quellen zu unterscheiden.
  • Viele leiten die Information ganz bewusst weiter, entweder weil das ihren eigenen Interessen dient oder um Verwirrung zu stiften.

Warum sind Fake-News problematisch?

Aufmerksamkeit ist im Internet ein kostbares Gut. Nicht nur die Hersteller bestimmter Produkte ringen drum, sondern vor allem auch politische Parteien und Gruppierungen. Und das ganz besonders vor politischen Großereignissen wie den Bundestags-Wahlen.

Politischen Parteien kommen die Fake- News unter anderem auch deswegen zu Gute, weil sie der eigenen Seite viele Klicks und Likes bescheren. Aber nicht nur das. Fake-News werden auch häufig von Extremisten eingesetzt. Sie münden nicht selten in Verunglimpfung und Hetze gegenüber bestimmten gesellschaftlichen Gruppen wie zum Beispiel Muslimen oder allgemein Menschen mit Migrationshintergrund.

Mit Medienkompetenz Fake News erkennen

Wer im Netz unterwegs ist, solle es sich von Anfang an zur Angewohnheit machen, Informationen zu hinterfragen - systematisch und kritisch. Ist der Absender einer Nachricht in den Sozialen Medien unbekannt, sollte man ihn grundsätzlich daraufhin überprüfen, ob sein sein Profil seriös ist. Verweist die Nachricht auf eine Website, sollte man sich das Impressum ansehen, bevor man die Info unreflektiert weiterleitet. Ein Impressum ist in Deutschland obligatorisch, eine Website ohne diese Angaben unseriös und nicht vertrauenswürdig. Und nur so kann ich herausfinden: Wer ist der Urheber? Manchmal tarnen sich verlinkte Quellen-Angaben als bekannte Medien. Auch hier sollte man noch einmal prüfen, ob die URL wirklich die der Original-Marke ist. Falls Zweifel bestehen, kann man checken, ob eventuell andere Medien zu dem Ereignis berichtet haben.

Wie erkennt man gefälschte Bilder und Videos?

Da immer mehr Information mit Bildern oder Videos versehen sind, gehört zu den notwendigen Kompetenzen vor allem auch das Bewerten der Quellen, also die Quellenkritik. Hierzu werden im Wesentlichen drei Fragen gestellt:

Wer steckt hinter dem Bild/Video?
Was ist die Aussage, was wird behauptet?
Ist die Aussage/Behauptung stimmig?

Eine kritische Herangehensweise an das Bild würde zunächst einmal ganz einfach die vermittelten Fakten hinterfragen: Wo ist das Bild aufgenommen? Stimmen inhaltliche Aussage und Aufnahmeort überein? Eine Bildrecherche im Internet in Form einer umgekehrten Bildersuche kann klären, ob das Bild schon einmal in einem anderen Zusammenhang verwendet wurde. Ein ähnliches Tool gibt es auch zum Auffinden von Videos.

Links

Tutorial: Fake News erkennen

Facebook gibt dir 10 Tipps, wie du Fake-News entlarven kannst

Menschen lassen sich von gefälschten Bildern leicht hinters Licht führen

Bilder mit der umgekehrten Bildersuche suchen

Finden der Originalversion eines Videos: Youtube Data Viewer

Mimikama®-Verein zur Aufklärung über Internetmissbrauch
Mimikama betreibt auch eine Suchmaschine für Fake News
Außerdem kann man bei Mimikama Fake News melden

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