Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Deutsch Evern und als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie war mehrere Jahre als Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg tätig und verfasst Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

Zusätzlich zur Schule: Nachhilfe - Was Eltern hierzu wissen sollten

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© highwaystarz - Fotolia.de
Mia war öfter krank in diesem Schuljahr - und hat einigen Schulstoff verpasst. Die Lehrerin rät den Eltern dazu, eine zeitlang Nachhilfe in Anspruch zu nehmen. Tom hingegen hat regelmäßig Defizite im Bereich Mathematik. Auch seine Eltern überlegen, dass ihr Sohn eine Nachhilfe erhält. Was Eltern hierbei beachten sollten, nennt der folgende Beitrag in Grundzügen.

Wann ist Nachhilfe nötig?

Eine Nachhilfe kann kurzfristig oder auch längerfristig nötig werden, wenn ein Kind aus verschiedenen Gründen Lernstoff verpasst hat. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn es aus Krankheitsgründen Schulstoff verpasst hat oder auch, wenn es aufgrund eines Schulwechsels Stoff nachholen muss.
Auch, wenn es in einem Fach Schwierigkeiten hat, kann eine Nachhilfe sinnvoll sein. Ziel ist es, die entstandenen Lücken zu schließen, um das Selbstvertrauen des Kindes zu fördern und die Leistungen individuell zu verbessern.
Für manche Kinder ist es hilfreich, gezielt für Arbeiten zu trainieren - also nur von Zeit zu Zeit an einer Nachhilfe teilzunehmen.

Welche Form der Nachhilfe?

Nachhilfe wird in vielerlei Gestalt angeboten. So gibt es etwa spezielle Nachhilfeinstitute, die Gruppen-, aber auch Einzelunterricht anbieten. Manche Lehrkraft oder ein Student bzw. eine Studentin bietet ebenso privat Nachhilfe an. Und in manchen Fällen rät die Klassenlehrkraft dazu, den Nachhilfeunterricht von einem älteren Schüler oder einer älteren Schülerin erteilen zu lassen. Besprechen Sie zunächst gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Form der Nachhilfe es sich vorstellen könnte. Welchen zeitlichen Aufwand kann es hierfür leisten? Welchen finanziellen Rahmen stecken Sie sich? Hören Sie sich dann gezielt im Bekanntenkreis und unter anderen Eltern um.
Sprechen Sie unbedingt mit der Lehrkraft Ihres Kindes, welche Form der Nachhilfe diese empfiehlt.

Angebote einholen

Erkundigen Sie sich direkt bei Instituten und bei Nachhilfelehrkräften. Holen Sie Angebote ein und nutzen Sie beispielsweise die Möglichkeit von Probe- oder Schnupperstunden. Hat Ihr Kind ein gutes Gefühl und können Sie seiner Wahl zustimmen, dann sollten Sie mit der jeweiligen Institution oder der Lehrkraft sprechen. Beachten Sie dabei unbedingt die Formalitäten. Was genau beinhaltet der Vertrag - wie sieht es zum Beispiel aus, wenn ihr Kind Stunden aufgrund einer Erkrankung nicht wahrnehmen kann? Welche Kündigungsregelungen gibt es?

Wenn die Nachhilfe nicht anschlägt …

Was ist zu tun, wenn Sie das Gefühl haben, dass die Nachhilfe keine Wirkung zeigt? Sprechen Sie auch hierüber im besten Fall mit der Lehrkraft Ihres Kindes und der Nachhilfekraft. Welche Möglichkeiten gibt es?

In einer Nachhilfeeinrichtung könnte Ihr Kind ggf. von einem Gruppenunterricht in Einzelstunden wechseln.

Manchmal ist Nachhilfe aber auch nicht der richtige Weg, um Lerndefizite auszugleichen. Sprechen Sie mit dem Kinder- und Jugendarzt Ihres Kindes. Könnte ggf. ein ADS oder ein ADSH, eine Lese-Rechtschreibschwäche oder eine Dyskalkulie oder gar eine Form der Prüfungsangst hinter den Schwierigkeiten stecken? Dies können Experten überprüfen. In manchen Fällen ist es dann sinnvoller, eine Lerntherapie zu beginnen.

Nachhilfe ist in vielen Fällen hilfreich, um kurzfristig oder auch langfristig den Lernerfolgen Ihre Kindes auf die Sprünge zu helfen. Wägen Sie gut ab, welche Möglichkeiten es für ihr Kind gibt und beteiligen Sie es an der Auswahl. Nur, wenn es selbst eine Motivation verspürt, wird es aktiv an der Nachhilfe teilhaben. Und nur dann kann sie fruchten.

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