Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow

Alexandra von Plüskow arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Deutsch Evern und als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie war mehrere Jahre als Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg tätig und verfasst Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

Referate in der Grundschule - Das sollten Eltern wissen

von Alexandra von Plüskow



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Danas Mutter ist ratlos - ihre Tochter soll ein Referat schreiben. Und das schon in der dritten Klasse! Ist das nicht eine Überforderung für ihre Tochter?
Moritz hingegen findet es richtig gut, in der vierten Klasse ein Referat halten zu können. Doch er sprudelt so über vor Ideen, dass er die wesentlichen Dinge nicht auf den Punkt zu bringen vermag. Sein Vater ist sich unsicher - inwiefern soll er seinen Sohn unterstützen?

Referate im Primarbereich

Sowohl das Fach Sachkunde als auch das Fach Deutsch sehen Referate in der Grundschule vor. Dabei geht es darum, dass die Schülerinnen und Schüler sich langsam daran herantasten, für sie relevante Inhalte altersgemäß zusammenzufassen und zu präsentieren. Dabei geht jede Schule unterschiedlich vor. Grundsätzlich gilt: Referate sollten in der Schule vorbereitet werden. Die Lehrkraft unterstützt die Schülerinnen und Schüler dabei, geeignetes Informationsmaterial etwa in Form von Sachbüchern, Lexika oder auch unter ihrer Aufsicht durch die Recherche im Internet zu sammeln.

Nachdem die Materialien gesammelt wurden, werden diese strukturiert und gelesen. Hierbei gilt es, dass die Kinder es lernen, die wesentlichen Kernpunkte zu finden. Was ist wichtig - was eher nicht? Welche Fakten könnten darüber hinaus für die Mitschülerinnen und Mitschüler interessant sein? Dies könnte Ihr Kind in Form einer Frage darstellen, etwa: „Warum nennt man Reflektoren auch Katzenaugen?“

Erst dann geht es daran, die Fakten übersichtlich zusammen zu schreiben. Es hilft, ein kurzes Skript zu entwerfen. Ihr Kind sollte dieses einer anderen Person vortragen, um sich zu versichern, dass alles verständlich ist. Für den Vortrag notiert es sich den Text auf Karteikarten. Wichtige Stichworte stehen etwa auf der Vorderseite der Karteikarte oder aber es unterstreicht diese im Fließtext.

Veranschaulichung ist das A und O

Wie kann Ihr Kind die Inhalte veranschaulichen? Mancherorts sind hier Plakate zur Information gefragt. Diese haben den Vorteil, dass sie auch noch nach dem Referat für alle Kinder ausgehängt werden können und somit nachhaltig die Inhalte des Referates allen Kindern vor Augen halten. Aber auch Tafelanschriebe, Bilder, Folien oder Gegenstände können Inhalte veranschaulichen. Längen und Gewichte können beispielsweise mithilfe gleich langer und schwerer anderer gängiger Gegenstände visualisiert werden (etwa durch Hefte, Spielzeuge, einen Schokoriegel etc).

So unterstützen Sie Ihr Kind

Beim Schreiben des Referates dürfen Sie Ihr Kind in Absprache mit der Lehrkraft unterstützen. Sinnvoll ist es beispielsweise, wenn Sie mit ihm die mögliche Struktur besprechen und ihm bei der Materialsuche behilflich sind, wenn dies vonseiten der Schule gewünscht ist. Besprechen Sie mit ihm verschiedene Arten der Visualisierung, damit es sich für geeignete Möglichkeiten entscheiden kann.

Auf jeden Fall sollten Sie Ihr Kind jedoch dadurch unterstützen, dass Sie als erstes Publikum beim freien Sprechen zuhören. Geben Sie ihm Tipps, wo es beispielsweise Pausen einbauen könnte. Sollte es lauter oder leiser sprechen? Hält es den Augenkontakt zu seinem Publikum? Worauf sollte es noch achten?

So gewöhnt sich Ihr Kind Schritt für Schritt daran, Inhalte vor einem Publikum vorzutragen.

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