Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin und lebt mit Mann und zwei Kindern in Wolfenbüttel.

Bewegung macht schlau – Ideen für Unterricht und Schulalltag

von Ulrike Lindner



© Christian Schwier - Fotolia.de
Ein kluger Kopf steckt oft in einem bewegten Körper - das hat sich inzwischen herumgesprochen. Gerade für Kinder im Entwicklungsalter gehört Bewegung zum A und O eines gesunden Lebens dazu. Schade nur, dass viele von ihnen immer weniger Gelegenheit zum Laufen, Hüpfen oder Springen haben. Auch wenn die Schule da nur begrenzt Abhilfe schaffen kann, machen bewegte Pausen und Bewegungsimpulse im Unterricht den Schulalltag doch deutlich angenehmer für alle Beteiligten.

Bewegung im Unterricht oder während der Pausen sorgt für einen gesunden Wechsel zwischen Anspannung und Konzentration einerseits und Entspannung andererseits. Bewegung erleichtert das Lernen, weil sie die geistige Spannkraft steigert, soziales Lernen fördert und die Handlungskompetenz erweitert. Das geschieht nicht nur in geförderten Programmen, sondern lässt sich ganz einfach umsetzen. Zum Beispiel, indem Schüler die Erlaubnis erhalten, sich nach ihren eigenen Bedürfnissen gelegentlich zu bewegen, indem sie
  • Zum Papierkorb oder zur Toilette gehen dürfen, ohne zu fragen,
  • ihre Sitzhaltung verändern, den Stuhl mal umdrehen oder sich darauf knien dürfen,
  • auf Aufforderung kleine Botengänge erledigen, die sie in Bewegung bringen (Kopien abholen, Botschaften überbringen o.ä.),
  • durch Rituale im Unterricht wie Stuhl- oder Stehkreis, Klassendienste, Geburtstagsrituale u.a. die Sitzposition verlassen.

Mit den richtigen Methoden für Bewegung sorgen


Für Bewegung, die zwanglos im Schulalltag verankert wird, eigenen sich auch unterschiedliche Arbeitsformen. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie die Schüler zum Aufstehen, Herumgehen und sozialen Miteinander animieren. Zu diesen Methoden gehören:
  • Stationenlernen
  • Gruppenarbeit
  • Freiarbeit
  • Praktische Experimente durchführen
  • Planspiele
  • Projektarbeit
  • Alternative Lernformen wie Rollenspiele, Präsentationen, Lernen durch Lehren, Lernen mit allen Sinnen

Über den Vorteil hinaus, dass Bewegung für eine bessere Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff sorgt, helfen diese Methoden auch bei einer ganzheitlichen und damit nachhaltigen Erfassung von Schulwissen. Hilfreich bei allen Methoden, die in Bewegung und an Stationen ausgeführt werden, sind Laufzettel oder Arbeitsanweisungen, die unterschiedlichen Gruppen das selbständige Arbeiten erleichtern und das Lehrpersonal entlasten.

Bewegung im Schulalltag


Schließlich kann es hilfreich sein, einige kleine Bewegungsübungen oder -spiele in der "Hinterhand" zu haben, die im Bedarfsfall, wenn die geistige Spannung absackt, eingesetzt werden. Wichtig ist, dass solche Angebote dem Alter der Kinder angemessen sind. Beliebt sind Bewegungsgeschichten (zum Beispiel "Komm wir gehen auf Löwenjagd" für Jüngere), die bei bestimmten Worten oder Hinweisen verschiedene Bewegungen erfordern. Solche Geschichten sind für alle Altersstufen zu finden und werden unter anderem auch im Fortbildungsbereich mit Erwachsenen eingesetzt. Wenn sie die Methode einmal kennengelernt haben, können Schüler selbstverständlich auch eigene Bewegungsgeschichten entwickeln.

Auch die Übungen aus dem BrainGym (entwickelt von dem Amerikaner Paul Dennison), die mit Überkreuz-Bewegungen wie der "Liegenden Acht" arbeiten, eignen sich als schnelle Bewegungs-Impulse für zwischendurch, ebenso wie Koordinationsübungen (zum Beispiel: Rechte Hand zum linken Ohr führen, linke Hand zur Nase und umgekehrt. Einige Male durchführen, Tempo steigern).

Zuletzt macht es Sinn, einmal die Bewegungsfreundlichkeit des Klassenzimmers und des Schulhofs unter die Lupe zu nehmen. Stehen Bewegungsmaterialien zur Verfügung (auch kostenlose Materialien wie leere PET-Flaschen zum Jonglieren, Rollen, Kegeln, oder Bälle, Pedalos, Springseile, Balancierbretter, Kissen)? Regen Bewegungspausen zum Rausgehen an? Gibt es Flächen zum Ballspielen, Verstecken, Klettern, Balancieren? Auch Sporttage und Projektwochen sowie Arbeitsgemeinschaften bringen Schüler (und Lehrer) in Bewegung.

Linktipps
http://www.fitdurchdieschule.de/

http://www.mehr-bewegung-in-die-schule.de/

http://www.bewegteschule.de/

http://www.sportunterricht.de/

Artikel teilen

Diese Produkte könnten Sie interessieren