Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

„I Have A Dream“ – Vor 50 Jahren hielt Martin Luther King seine berühmte Rede

von Ulrike Lindner



© jgpatino - Fotolia.de
"Ich habe einen Traum, dass eines Tages auf den roten Hügeln von Georgia die Söhne früherer Sklaven und die Söhne früherer Sklavenhalter miteinander am Tisch der Brüderlichkeit sitzen können."

Am 28. August ist es exakt 50 Jahre her, dass der amerikanische Bürgerrechtler Martin Luther King in Washington D.C. seine berühmte Rede hielt, um gegen Rassismus und Armut in den Vereinigten Staaten zu protestieren. Gut 250.000 Menschen waren gekommen, um den Pfarrer aus Montgomery im Bundesstaat Alabama sprechen zu hören. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Martin Luther auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Als Vorsitzender der der "Southern Christian Leadership Conference" (SCLC) hatte er mit seinem Mut, seiner Beharrlichkeit, seiner mitreißenden Art und seinem Redetalent unzählige Menschen beeinflusst und aufgerüttelt.

Vorgeschichte


Geboren wurde Martin Luther King am 15. Januar 1929 in Atlanta, Georgia, in eine Gesellschaft, die damals noch streng nach der Hautfarbe getrennt war. Seine Mutter, eine Lehrerin, durfte nur in Schulen für Farbige unterrichten, sein Vater, der Baptistenprediger war, predigte einer ausschließlich farbigen Gemeinde. Weder er noch seine Eltern durften aus demselben Wasserspender trinken, wie ihre weißen Nachbarn, noch war es ihnen erlaubt, dieselbe Toilette zu benutzen.

Nach dem Vorbild seines Vaters entschied sich Martin Luther Kind nach seinem Soziologie- und Theologie-Studium für eine Laufbahn als Pfarrer. Mit seiner Frau Loretta zog er 1954 nach Montgomery, Alabama. Hier ereignete sich am 1. Dezember 1955 ein Zwischenfall, der die Bürgerrechtsbewegung der USA maßgeblich beeinflussen sollte: Die schwarze Bürgerrechtlerin Rosa Parks weigerte sich ihren Sitzplatz in einem öffentlichen Bus für einen Weißen freizumachen. Sie wurde festgenommen und zu einer Geldstrafe verurteilt. Das führte erst zum "Montgomery Bus Boycott", in dem sich die Schwarzen aus Protest gegen die Rassentrennung weigerten, mit dem Bus zu fahren, und davon ausgehend zum landesweiten Kampf gegen die Rassentrennung.

Bürgerrechtsgesetz und Friedensnobelpreis


Martin Luther King, damals erst 26 Jahre alt, wurde zum Anführer des Boykotts in Montgomery gewählt und entwickelte sich schnell zum charismatischen Anführer der Bürgerrechtsbewegung. Die berühmte Rede in Washington fand im Rahmen einer friedlichen Massen-Demonstration statt, mit der die Menschen für die Probleme der Schwarzen sensibilisiert werden sollten und vor allem konservative Politiker überzeugt werden sollten. Trotz der Ermordung Kennedys am 22. November 1963 hatte der Protest der Bürgerrechtler Erfolg: Am 19. Juni 1964 verkündete Präsident Lyndon B. Johnson das noch von Kennedy eingebrachte neue Bürgerrechtsgesetz, das die Rassentrennung aufhob. Im selben Jahr erhielt Martin Luther King den Friedensnobelpreis und wurde vom amerikanischen Nachrichtenmagazin "Time" zum "Mann des Jahres 1964" gekürt.

Letztlich führte auch das neue Gesetz nicht zu einem Ende der Ungerechtigkeiten. Martin Luther King bewog die Erkenntnis, dass Rassismus, Armut und Krieg untrennbar miteinander verbunden waren, zu dem Entschluss, sich von nun an aktiv gegen den Vietnamkrieg zu engagieren und eine Kampagne gegen Armut zu starten. Für diese neuen Ziele blieb ihm jedoch wenig Zeit:

Am 4. April 1968 kam er im Alter von gerade einmal 39 Jahren in Memphis bei einem Attentat ums Leben. Seine Wirkung auf die Bürgerrechtsbewegung der USA ist dennoch enorm und zeigt sich nicht zuletzt in den zahlreichen Ehrungen, die er nach seinem Tod erhielt. Dazu gehört sogar ein staatlicher Gedenktag: Ihm zu Ehren feiern die Vereinigten Staaten an jedem dritten Montag im Januar den Martin Luther King Day.

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