Über den Autor/die Autorin

Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Sein Anliegen ist es, den Unterricht möglichst umweltnah und praxisorientiert zu gestalten. Ihm ist es wichtig, Schülerinnen und Schülern mit pädagogischer Begleitung möglichst früh ihrem Alter entsprechende Eigenverantwortung zu übertragen, um ihre Freude am Lernen zu wecken und soziale Kompetenzen zu stärken. Dabei sollte der Blick auf die so genannten kleinen Dinge nicht vergessen werden. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

Denn die Käfer kritze kratze - Wilhelm Busch inspiriert auch heute noch Große und Kleine

von Jörg Sauer



© Erich Keppler - pixelio.de
"Dieses war der erste Streich doch der zweite folgt sogleich." Wer kennt sie nicht, die berühmten Überleitungen zwischen den Streichen von Max und Moritz. Der begnadete Dichter und Zeichner Wilhelm Busch nahm in zahlreichen Geschichten oder Gedichten die Schwächen und Laster der Menschen aber auch der Tiere auf humorvolle Art aufs Korn. "Hans Huckebein", "Der Affe Fipps" oder "Plüsch und Plum" seien stellvertretend genannt.

Der nachfolgende Beitrag gibt Anregungen, sein Leben und Wirken in den Mittelpunkt der unterrichtlichen Nutzung zu stellen. Die Zeit rund um Wilhelm Buschs Geburtstag am 15. April bietet sich an.


Wichtige Daten aus seinem Leben


  • 15. April 1832 in Wiedensahl, einer Samtgemeide im heutigen Landkreis Schaumburg in Niedersachsen geboren
  • Er hatte noch sechs Geschwister.
  • Herbst 1841 - Beginn der Erziehung bei seinem Onkel, dem Pfarrer Georg Kleine in Ebergötzen (Gemeinde im heutigen Landkries Göttingen). Von diesem erhielt er Privatunterricht.
  • 1846 gemeinsamer Umzug mit der Familie Kleine nach Lütthorst (Dorf im heutigen Landkreis Nordheim)
  • 1847 Beginn des Maschinenbaustudiums am Polytechnikum in Hannover
  • 1851 Wilhelm Busch schrieb sich bei der Musikakademie in Düsseldorf ein. Er wurde enttäuscht, da er einer vorbereiteten Klasse zugeteilt wurde. Busch selbst sah sich schon als fortgeschrittener Künstler.
  • 1852 geht er an die königliche Akademie der schönen Künste nach Antwerpen.
  • 1853 Erkrankung an Typhus, mittellose Rückkehr in sein Elternhaus nach Wiedensahl
    - Die folgenden Monate nutzte Wilhelm Busch für das Malen sowie das Sammeln Sagen, Volksmärchen und Liedern…"aus dem lokalen Aberglauben."(1) Diese Sammlung fand erst nach seinem Tode einen Verleger.
  • 1854 Wechsel an die Münchener Akademie der bildenden Künste
    - Seine Erwartungen erfüllten sich nicht, so dass er oft zu seinem Onkel nach Lütthorst zurückkehrte.
    - Im Künstlerverein "Jung München" konnte Wilhelm Busch viele Kontakte zu den Münchner Malern aufnehmen. Für deren Vereinszeitung fertigte er Texte und Karikaturen an. Der Verleger Kaspar Braun gab Wilhelm Busch für seine Zeitschriften "Münchner Bilderbogen" und "Fliegende Blätter" eine freie Stelle.
  • 1865 Veröffentlichung der Bildergeschichte "Max und Moritz"
  • 1868 Umzug nach Frankfurt/Main Hier lebt er bei seinem Bruder Otto.
  • 1878 Rückkehr nach Wiedensahl. Hier lebte er bei seiner Schwester Fanny und ihrem Mann, dem Pastor Hermann Nöldeke. Nach seinem Tod im Jahr darauf übernahm Wilhelm Busch die Vaterrolle für die drei Kinder und seine Schwester führte ihm den Haushalt.
  • 1898 Wilhelm Busch und seine Schwester ziehen zu ihrem Neffen Otto Nöldeke nach Mechtshausen (am Harz bei Seesen). Dieser hat dort eine Pfarrerstelle inne.
  • Tod am 9.Januar 1908 in Mechtshausen

Einige ausgewählte Werke


  • Max und Moritz, Die fromme Helene (Bildergeschichten)
    50 Bilder meist ohne Text veröffentlichte Wilhelm Busch in dem:"1845 … von dem Maler Caspar Braun…und dem Buchhändler Friedrich Schneider den Verlag "Braun und Schneider".(1) Sie gaben: " die satirische Zeitschrift "Die fliegenden Blätter" heraus.".(2)
  • "Schein und sein", "Zu guter Letzt" (Gedichtesammlungen)
  • "Von mir über mich" (Autobiografie)
  • Aschenpüeling (Aschenputtel) (Volksmärchen)
  • Zahlreiche Sinnsprüche, Zitat
  • Zeichnungen, Bilder, Plastiken

Weitere Informationen unter: www.wilhelm-busch-seiten.de/index.html
Max und Moritz

Humorvolle Verse und Zeichnungen als Anregung


Regelmäßiger Umgang mit den unterschiedlichsten Büchern ist eine Voraussetzung dafür, dass unsere Kinder zu möglichst begeisterten Lesern werden. Das beginnt schon mit dem Vorlesen von Geschichten, dem Betrachten von Illustrationen oder dem Vortragen kleiner lustiger Verse.
Lesen soll nicht als eine Last empfunden werden, die es zu Tragen gilt, es kann und sollte Spaß machen. Weiterhin kann es eigene Interessen wecken und sie weiter entwickeln. Wilhelm Buschs Bildergeschichten sind auch heute noch unterhaltsam. Viele Charaktere der dargestellten Figuren erkennt man auch heute noch. Weiterhin ist es auch lohnenswert, den sprachlichen Witz und den tieferen Sinn einiger Sprüche oder Gedichte genauer zu untersuchen.

Unterrichtsanregungen


Wilhelm Busch und sein Schaffen

Bei diesem Projekt befassen sich die Schülerinnen und Schüler aktiv mit dem Leben und Wirken von Wilhelm Busch. Es bietet sich ein fachübergreifendes Arbeiten an. Der Deutschunterricht bildet dabei den Mittelpunkt und nutzt die Möglichkeiten weiterer Fächer. Hier wären das u. a. Kunstunterricht, Mathematik und Geografie und ggf. Geschichte. Das Niveau und der Umfang des Vorhabens sind von dem jeweiligen Alter der Kinder und von der aktuellen Klassensituation abhängig. Weiterhin ist es auch denkbar, dass sich an der Umsetzung dieses Vorhaben mehrere Klassen beteiligen. Grundsätzlich ist es in vielen Phasen für die Kinder ab dem Ende des dritten Schuljahres machbar.

Teile des Projektes

Für das Dokumentieren der Arbeitsergebnisse der Kinder empfiehlt sich das Anlegen und Nutzen des Heftchens: "Mein Wilhelm Busch Büchlein".

» Mein WB Büchlein (docx)
» Mein WB Büchlein (pdf)

Auch bei dieser Arbeit sollte darauf geachtet werden, die einzelnen Blätter des Heftes durch Klarsichthüllen zu schützen. Anschließend können sie in einem selbst verzierten Hefter oder schmaleren Aktenordner im A4 Format eingeheftet werden. Damit werden die Ergebnisse deutlich besser aufgehoben.

Übersicht über sein Leben und Wirken erstellen
    Chronologisches Aufschreiben aller wichtiger Ereignisse und Daten
    (auch als Partnerarbeit machbar)
  • Lebensorte und wichtige Werke heraus finden- Nutzung von Lexika, Internet
  • Das Zeichnen eines Zahlenstrahles ist ebenfalls denkbar (größere Pappen verwenden)
  • Nutzung des Wilhelm Busch Büchleins, Seite 2

    Buchausstellung
  • Der Lehrende und die Kinder bringen Bücher mit,
  • evtl. Büchereien kontaktieren, ob sie etwas zusammen stellen können oder ein thematischer Bibliotheksbesuch

    Bildergeschichte
  • Hier ist es auch denkbar, den Kindern verschiedene Bildergeschichten zum freien Wählen bereitzustellen,
  • in Einzel- oder Partnerarbeit lesen und betrachten der Bilder,
  • Handlung und Eigenschaften der Figuren ermitteln, besonders auf das Ende der Geschichte eingehen, ggf. "Lehre" o. ä.,
  • eine besondere Szene bildlich aufarbeiten und auf ein Plakat kleben,
  • die Schülerinnen und Schüler stellen dann die Bildergeschichte im Klassenverband vor,
  • wie bei einer Buchvorstellung müssen den Kindern genaue Auswertungskriterien bekannt sein. Dazu kann der Auswertungsbogen einer Buchvorstellung genutzt werden.
    Diesen finden Sie hier: Auf den Spuren von Astrid Lindgren...

    Gedicht
  • Hier sollten die Kinder aus einem breiten Angebot an Gedichten wählen können. Dabei ist zum einen die Vorgabe durch den Lehrenden und zum anderen die eigene Auswahl denkbar.
  • Einen Aufgabenplan aufbereitet für die Kinder finden Sie hier:

  • » GedichtWB (docx)
    » GedichtWB (pdf)

    Collagen anfertigen
  • in Partner- oder Gruppenarbeit
  • Nutzung unterschiedlichster Materialien
  • Möglichkeiten
    - Wilhelm Busch im Mittelpunkt
    - Hauptfigur(en) einer Bildergeschichte im Mittelpunkt

    Reise zu den Lebensstationen Wilhelm Busch
  • Entfernungen zwischen seinen Lebenstationen in chronologischer Reihenfolge berechnen, den entsprechenden Maßstab beachten (Unterschied zwischen "Luftlinie" und "normalen" Landweg)
  • Reiserouten zusammen stellen (z. B. "Auf den Spuren von Wilhelm Busch")
  • Einsatz von verschiedenen Routenplanern
  • Geschichtliche Epoche zu Zeiten Wilhelm Buschs nachspüren
  • Wenn die Möglichkeit besteht, so ist immer lohnenswert, ein Museum zu besuchen.

Linktipps & Quellen


Linktipps
» www.wilhelm-busch-geburtshaus.de
» www.wilhelm-busch-seiten.de/index.html
» zitate.net/wilhelm busch.html
» www.karikatur-museum.de
» www.wilhelm-busch-muehle.de
» www.wissenskarten.de

Quellen
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Wilhelm_Busch
(2) www.wilhelm-busch-seiten.de/werke/bilderbogen/index.html
(3) ebd.

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