Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

Warum wir Ostern feiern

von Ulrike Lindner



© drubig photo - Fotolia.de
Im Frühjahr kommt der Osterhase und bringt den Kindern bunte Eier, solche aus Schokolade und hart gekochte. Aber war da nicht noch etwas anderes? Tatsächlich ist Ostern in erster Linie ein christliches Fest, auch wenn es sich am lodernden Osterfeuer oder zwischen Hasen und Eiern nicht unbedingt so anfühlt.

Wer den Ursprung des Osterfestes sucht, wird im Neuen Testament der Bibel fündig. Dort steht, dass am dritten Tag nach der Kreuzigung Jesu die Wiederauferstehung stattfand. Da die Auferstehung und das Überwinden des Todes durch den Gottessohn eines der Fundamente des christlichen Glaubens darstellt, gilt dieses Datum als der höchste Feiertag im Kirchenjahr - und nicht, wie viele glauben, das Weihnachtsfest.

Christen denken daher am Freitag vor Ostern, dem Karfreitag, an die Kreuzigung und feiern am Ostersonntag das Fest der Auferstehung. Symbolisch wird dieser Vorgang in vielen Kirchen durch einen Gottesdienst in der Nacht vom Ostersamstag auf den Ostersonntag dargestellt, indem in einem zunächst verdunkelten Gotteshaus Kerzen angezündet werden.

Ostern und die Karwoche

Übrigens beginnt für viele Gläubige das Osterfest sogar noch früher, am Palmsonntag, genau eine Woche vor dem Ostersonntag. An diesem Tag soll Jesus nach Jerusalem eingezogen sein. Dabei, so heißt es, hätten die begeisterten Stadtbewohner Palmzweige auf seinem Weg ausgebreitet. Am folgenden Donnerstag, dem Gründonnerstag, feierte Jesus mit den Jüngern sein letztes Abendmahl, am Karfreitag starb er am Kreuz.

Die Bezeichnung "Gründonnerstag" hat dabei nichts mit dem zu tun, was zum Abendmahl gereicht wurde. Sie leitet sich vielmehr vom mittelhochdeutschen Wort "greinen" (wehklagen) ab. Auch der Karfreitag geht sprachlich auf das Mittelalter zurück: Der althochdeutsche Begriff "chara" bedeutet so viel wie Klage oder Kummer.

Anders als das Weihnachtsfest ist Ostern ein beweglicher Feiertag, der nicht in jedem Jahr auf das gleiche Datum fällt. Bestimmt wird der Zeitpunkt des Osterfestes vom ersten Frühlingsvollmond, das ist der Vollmond nach dem Frühlingsanfang am 21. März. Der Sonntag nach oder an dem Frühlingsvollmond ist Ostersonntag. Diese Regelung hat seit dem Jahr 325 Bestand, als sie beim Ersten Konzil von Nicäa durch Kaiser Konstantin festgelegt wurde.

Osterhasen und Ostereier

Viele weitere österliche Symbole haben mit der Bibel dagegen nichts zu tun. Woher zum Beispiel der Osterhase, der in Deutschland zur Osterzeit allgegenwärtig ist, genau kommt, ist nicht sicher belegt. Während einige sagen, der fortpflanzungsfreudige Hase sei ein Symbol des Lebens, führen andere seinen Einsatz auf das alte Byzanz zurück, wo Hasen ein Symbol für den auferstandenen Christus gewesen sein sollen. Der Grund: Die Tiere haben keine Lider, gelten daher als wachsam und stellen eine Verbindung dar zum Gottessohn, der niemals stirbt.

Fruchtbarkeitssymbole mit ursprünglich heidnischem Ursprung stellen selbstverständlich auch die Eier dar, die zu Ostern gern verschenkt und versteckt werden. Ihre bunte Farbe ist dagegen eher neu, traditionell waren die Eier nur rot gefärbt, weil Rot als Farbe des Lebens, der Freude und als Symbol für das Blut Christi galt. Auch Osterfeuer gab es nach einigen Quellen wohl unabhängig von der christlichen Kirche bereits in anderen (heidnischen) Kulturen: Das Feuer sollte den Winter vertreiben und galt als Symbol der Erneuerung. Für die Kirche steht das Feuer aber vor allem für das Licht und damit für Jesus Christus, der nach der Kreuzigung als "Licht der Welt" aufersteht und dem die Christen vom Tod zum Leben folgen.

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