Über den Autor/die Autorin

Anna Bahr

Anna Bahr hat an der Universität Leipzig ihr Germanistik- und Philosophiestudium abgeschlossen. Seit einigen Jahren arbeitet sie als freie Redakteurin. Ihre thematischen Schwerpunkte sind Kinder und Familie sowie Kunst und Kultur.

Nachhilfe für Schüler

von Anna Bahr



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Nicht jedem Schüler fällt das Lernen leicht. Manche Kinder begreifen die Regeln der Grammatik nur mühsam, andere tun sich mit den Vorschriften der Mathematik schwer. Spätestens, wenn auf dem Zeugnis eine schlechte Note steht, wird deutlich, dass das Kind in diesem Fach Nachholbedarf hat. Durch Nachhilfestunden, egal ob privat oder in einem Institut, kann ein Kind Wissenslücken schließen und bessere Noten erzielen.

Die meisten Kinder haben ein Schulfach, das ihnen besonders gut liegt und auf das sie sich Woche für Woche freuen. Doch auch das Gegenteil kann der Fall sein. Ein bestimmtes Fach will überhaupt keinen Spaß machen und jede Stunde wird zu einer mühsamen Herausforderung. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Vielleicht kommt das Kind nicht mit dem Lerntempo der Klasse hinterher oder es findet keinen Zugang zum Lehrer. Schnell können so Wissenslücken entstehen, die das Kind alleine nicht mehr schließen kann. Misserfolge und schlechte Noten sind die Folge.

Immer mehr Kinder in Deutschland erhalten Nachhilfe. Das wies eine von der Lernplattform Scoyo in Auftrag gegebene Studie nach. Bereits über 50% der Schüler in deutschen Schulen werden außerschulisch gefördert, zeigt die aktuelle Untersuchung, bei der über 1000 Haushalte mit schulpflichtigen Kinder befragt wurden. Dabei findet die Nachhilfe überwiegend im familiären Umfeld statt. Immerhin 46% der befragten Eltern lernen zusammen mit ihren Kindern.

Nachhilfe in der Familie

Zeichnen sich schlechte Noten ab, fühlen sich oftmals die Eltern verpflichtet, ihr Kind zu unterstützen. Sie wollen helfen und übernehmen die Rolle des Nachhilfelehrers. Nicht immer funktioniert dieses Prinzip. Es fehlt die objektive Distanz zwischen Eltern und Kind und meist auch das pädagogische Wissen, um den Lernstoff effektiv zu vermitteln. Schnell sind beide Seiten frustriert. Das Kind schaltet auf stur, die Eltern sind ratlos. Hier klappt es mit Hilfe von außen meist besser. Aber natürlich gibt es auch Familien, in denen die familiäre Nachhilfe eine gute Lösung ist. Meist funktioniert es gut, wenn die Eltern den Stoff selbst sehr gut verstehen und vor allem mit der nötigen Zeit und Gelassenheit an die Sache herangehen.

Private Nachhilfe

Beliebt bei vielen Schülern ist die private Nachhilfe. Der Nachhilfelehrer ist meist ein Student, ein älterer Schüler oder ein Bekannter. Der Vorteil der privaten Nachhilfe ist, dass der Nachhilfelehrer sich nur auf einen einzelnen Schützling konzentrieren muss. Gerade wenn das Kind große Defizite in einem Fach hat, können so Wissenslücken effektiv geschlossen werden. Außerdem ist das Kind hier nicht vom Lerntempo anderer abhängig. Es selbst gibt die Zeit vor und kann sich in Ruhe seinen fachlichen Problemen widmen. Außerdem ist das Kind in häuslicher Atmosphäre eher entspannt und traut sich, Fragen zu stellen. Eltern können ihr Kind ruhig fragen, ob es sich dem Lehrer gut versteht, denn wenn die Chemie zwischen beiden stimmt, sind auch die Lernerfolge größer. Der Schüler sollte seinen Nachhilfelehrer immer über den aktuellen Unterrichtsstand sowie Probleme und Fragen informieren. Nicht zuletzt ist private Nachhilfe in den meisten Fällen um einiges günstiger als in einem Nachhilfeinstitut.

Schüler helfen Schülern

Ähnlich wie bei einem privatem Nachhilfelehrer wird bei dem Prinzip „Schüler helfen Schülern“ auf Augenhöhe unterrichtet. Gleichaltrige können meist sehr gut und auf einfache Art und Weise den Stoff erklären. Geeignet ist diese Form der Nachhilfe vor allem dann, wenn die Schwächen in einem Fach nicht zu gravierend sind. Wenn ein Kind aber sehr starke Probleme in einem Fach hat, empfiehlt sich ein professioneller Nachhilfelehrer.
Oftmals wird Nachhilfe unter Schülern von einer Schule selbst, zum Beispiel als Nachmittags-AG, angeboten. Auch für die lernstärkeren Kinder bringt die Nachhilfe Vorteile. Während sie den Stoff noch einmal erklären, festigen sich die Inhalte auch bei ihnen selbst.

Lernen im Nachhilfeinstitut

Im Nachhilfeinstitut finden sich Schüler in kleinen Gruppen zusammen und lernen gemeinsam mit einem Lehrer. Es besteht die Möglichkeit von Einzel- oder Gruppennachhilfe. In einer Lerngruppe stammen die Kinder meist aus einer Klassenstufe. Für ein Nachhilfeinstitut müssen die Eltern allerdings tiefer in die Tasche greifen. Dafür unterrichten hier aber Profis – meist ehemalige Lehrer oder Lehramtsstudenten, die das nötige didaktische und pädagogische Know-how mitbringen. Auf eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern wird auch Wert gelegt. In Elterngesprächen wird über den aktuellen Stand des Kindes informiert. Tipps für das Lernen zu Hause dürfen ebenfalls nicht fehlen.
Wer sich nicht sicher ist, ob ein Institut für sein Kind geeignet ist, sollte eine oder zwei Probestunden vereinbaren. Hier kann der Schüler auch testen, ob der Einzelunterricht oder das Lernen in der Gruppe eher für ihn geeignet ist.


Einzelunterricht im Institut

Einzelunterricht bietet sich vor allem bei großen Wissenslücken an. Der Lehrer hat ausschließlich Zeit für ein einzelnes Kind. Bei Problemen kann Schritt für Schritt eine Lösung gefunden werden. Im Raum herrscht meist eine höhere Konzentration, weil nur der Einzelne im Mittelpunkt steht. Vor allem für schüchterne Kinder, die sich in der Schule nicht melden oder nachfragen, ist der Einzelunterricht geeignet.


Gruppenachhilfe im Institut

Wie groß eine Lerngruppe ist, ist unterschiedlich. Manchmal lernen nur zwei Kinder gemeinsam, manchmal sind es bis zu sechs. Wenn die Schüler aus einer Alters- beziehungsweise Klasssenstufe kommen, können sie sich bei Fragen gegenseitig unterstützen. Zudem lernt das Kind auch durch die Fragen und Probleme der anderen Kinder. Aufpassen sollten Eltern allerdings, wenn die Gruppe zu groß ist und die Kinder alle aus verschiedenen Klassen kommen. Hier erfordert es für den Lehrer meist großes Geschick, allen Schülern gleichermaßen gerecht zu werden.
Und: Lernen in der Gruppe kann auch Spaß machen. Vielleicht gibt es zum Abschluss der Stunde ein gemeinsames Rechenspiel? Oder die Kinder verstehen sich gut und sind dadurch motivierter? Eltern müssen sich hier mit ihrem Kind abstimmen. Hilfreich können folgende Fragen sein: Fühlt sich das Kind wohl in der Gruppe? Traut es sich, vor anderen Fragen zu stellen? Bekommt es ausreichend Aufmerksamkeit? Können diese Fragen mit „ja“ beantwortet werden, ist eine Lerngruppe die richtige Entscheidung.

Tipps für Nachhilfestunden

Für welche Form der Nachhilfe sich eine Familie auch entscheidet, es sollte generell bedacht werden, dass Nachhilfe eine Lösung für eine gewisse Zeitspanne bleiben sollte. Stellen sich beim Kind Erfolge ein und es zeichnen sich bessere Noten ab, sollten Eltern überlegen, ob die Nachhilfe noch nötig ist oder ob die Wissenslücken nun geschlossen sind. Aus diesem Grund ist es auch sinnvoll, bei Nachhilfe im Institut auf kurze Kündigungsfristen zu achten.
Wichtig ist auch, dass das Kind überhaupt zum Lernen motiviert ist. Wenn es nur auf Drängen der Eltern hin geht, sind die Erfolgsaussichten eher gering. Hilfreich ist auch, sich mit anderen Eltern auszutauschen und nach deren Erfahrungen und Empfehlungen fragen.

Quellen und Linktipp

Quellen:
Studie von Scoyo:
» www-de.scoyo.com/eltern/lernen/nachhilfe-foerderung/studie-zum-thema-nachhilfe

Nachhilfe Institute im Vergleich:
» www.eltern.de/schulkind/weiterfuehrende-schule/nachhilfe-institute-1.html

Linktipp:
kapiert.de - Das Lernportal für Klasse 5 bis 10 (für die Fächer. Mathematik, Deutsch und Englisch)
» kapiert.de

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