Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Wenn Kinder unter Zeugnisstress leiden - Worauf Eltern hierbei achten sollten

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© thingamajiggs - Fotolia.com
Sie nahen wieder - die Sommerferien. Doch verbunden sind diese mit dem Austeilen der Zeugnisse. Einigen Kindern und Jugendlichen bereiten diese schon seit Monaten im wahrsten Sinne des Wortes Bauchschmerzen. Was Eltern unternehmen können, um ihr Kind beim Zeugnisstress zu unterstützen, nennt der folgende Beitrag.

Erste Anzeichen

Ein schlechtes Zeugnis oder eine Nicht-Versetzung kündigen sich in der Regel bereits vorher an. So erhalten Kinder, Jugendliche und Eltern schon in den Monaten vorher Rückmeldungen aus der Schule, dass es um die Leistungen des Schülers bzw. der Schülerin nicht zum Besten steht. Dies verunsichert zunächst, dennoch sollten Kinder, Jugendliche und Eltern nun nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern gemeinsam mit den Lehrkräften an einem Strang ziehen, um noch bestmögliche Erfolge zu erzielen.

Ursachen erforschen

Gehen Sie gemeinsam mit den Lehrkräften und mit Ihrem Kind auf die Spur nach den Ursachen für die schlechten Leistungen. Sind es Hausaufgaben, die öfter fehlen? Mangelt es an der Konzentration - oder wendet Ihr Kind nicht die richtigen Lernstrategien an? Könnte es sein, dass es unter enormem Leistungsdruck steht oder unter Prüfungsangst leidet?

Beobachten Sie Ihr Kind genau und besprechen Sie, woran es liegen kann, dass es mit den Leistungen nicht so klappt.

Faktoren wie Unter- oder Überforderung können ebenso vorherrschen wie ein Mobbing unter Schülern und Schülerinnen.

Zwischenmenschliches

Dass Ihr Kind nicht mit jeder Lehrkraft gleichermaßen klarkommt, wird es ein Leben lang begleiten. Herrscht allerdings ein Mobbing in der Lerngruppe vor, sollten Sie darüber zunächst mit Ihrem Kind und dann mit der Lehrkraft sprechen. Diese sollte dieses Problem in der Lerngruppe aufgreifen. Durch eine klare Haltung der Lehrkraft hierzu und eine konsequente Strategie löst sich eine solche Problematik in vielen Fällen auf. Hinzugezogen werden sollte auch die Beratungslehrkraft der Schule oder eine schulpsychologische Kraft.

Lernstrategien

Sollte ein Lernproblem hinter den Leistungsschwierigkeiten stecken, so können Sie für Ihr Kind eine passende Nachhilfe organisieren. Inzwischen gibt es einige Nachhilfeschulen, private Anbieter und auch Lern-Plattformen, auf denen Schülerinnen und Schüler individuell lernen können (www.kapiert.de).

Sind es schwer wiegende Probleme oder auch Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen, die bei Ihrem Kind vorliegen, so sollten Sie die Unterstützung eines Schulpsychologen bzw. einer Schulpsychologin oder auch eines Lerntherapeuten oder einer Lerntherapeutin suchen. Die Lehrkraft Ihres Kindes kann Ihnen bei der Kontaktaufnahme behilflich sein.

Versetzung nicht geschafft - was tun?

Wichtig ist, dass Sie nun ruhig bleiben. Ihr Kind sollte nun nicht noch zusätzlich mit Sanktionen Ihrerseits belastet werden. Seien Sie Ihrem Kind in dieser Situation eine verlässliches Stütze und eine offene Gesprächspartnerin bzw. ein offener Gesprächspartner.

Überlegen Sie gemeinsam, wie Sie die Situation auffangen können. Nutzen Sie die Sommerferien dazu, konstruktiv damit umzugehen. Ihr Kind wird ab dem neuen Schuljahr in einer neuen Lerngruppe lernen – vielleicht können Sie schon den einen oder anderen Kontakt zu neuen Mitschülerinnen oder Mitschülern finden?

Fangen Sie Ihr Kind in negativen Momenten auf, betonen Sie, dass das Sitzenbleiben auch bekannten Persönlichkeiten passiert ist. Vielleicht gibt es in Ihrem Bekannten- oder Familienkreis auch jemanden, der sitzen geblieben ist und der mit Ihrem Kind darüber sprechen kann?

Und: genießen Sie die Sommerferien – und planen erst für die Zeit im neuen Schuljahr eine gezielte Nachhilfe, die Lücken schließen kann und dafür sorgt, dass keine neuen entstehen.

Unter der Nummer gegen Kummer finden neben Kindern und Jugendlichen übrigens auch Eltern Rat. Informationen finden Sie unter:

www.nummergegenkummer.de

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