Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Deutsch Evern und als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie war mehrere Jahre als Fachberaterin für die Landesschulbehörde Lüneburg tätig und verfasst Texte zu pädagogischen Themen für verschiedene Magazine und Verlage.

Rechtschreibung in der Grundschule - Hierauf sollten Eltern achten

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© lassedesignen - Fotolia.com
Linas Eltern sind sich unsicher: Ihre Tochter macht einige Fehler, wenn sie freie Texte schreibt. Sie wird immer ungehalten, wenn sie korrigiert werden. Doch - sollen die Fehler im Text bleiben? Die Eltern von Max hingegen sehen, dass ihr Sohn massive Probleme auch beim Schreiben von geübten Wörtern hat. Sie fragen sich, wie sie ihrem Sohn helfen können.

Rechtschreibung - wie viel sollte sein?

Die Rechtschreibleistung in der Grundschule nimmt heutzutage nicht mehr einen so hohen Stellenwert ein wie in früheren Tagen. Dennoch werden Rechtschreibregeln vermittelt, wobei der Fokus hierbei auf der Vermittlung von geeigneten Rechtschreibstrategien liegt. Sprich: Ihr Kind lernt, sich mithilfe geeigneter Techniken wie etwa Verlängern oder Ableiten selbst beim Recht-Schreiben zu helfen.
Ein Teil der Benotung eines Kindes im Fach Deutsch bezieht sich auch auf die Rechtschreibleistung, in einigen Fällen werden hier jedoch Ausnahmen gemacht. Wie die Regelungen in den jeweiligen Bundesländern sind, sind den Lehrplänen zu entnehmen.

Information

Fragen Sie als Eltern deshalb unbedingt die Lehrkraft Ihres Kindes etwa im Rahmen eines Elternabends danach, welche Regelungen an der Schule gelten. Wie sieht es aus mit einem schulinternen Lehrplan? Welche Regeln sind in dem jeweiligen Schuljahr von Bedeutung? Wie verfährt die Lehrkraft mit etwaigen Fehlern in frei geschriebenen Texten? Was rät sie Ihnen als Eltern, wie Sie damit verfahren sollten?

Aus Fehlern wird man klug ...

Grundsätzlich sollten Sie vorsichtig sein, Fehler in den frei geschriebenen Texten Ihres Kindes zu verbessern. Das kann leicht demotivieren und eher den Unmut Ihres Kindes fördern, wenn es um das Schreiben geht. Manche Kinder fordern sich dies jedoch ein - und dann sollten Sie diesem auch nachgeben. Hierbei sollte allerdings im Vordergrund stehen, dass Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf die Fehler schauen. Erklären Sie, warum die einzelnen Wörter so geschrieben werden. Hier können Sie etwa Techniken wie das Ableiten oder auch das Verlängern zu Hilfe ziehen.

Übung macht den Meister oder die Meisterin

Schauen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind alltäglich auf das "Wort des Tages". Hierfür suchen Sie ein Wort aus und schauen, welche Besonderheiten es hat. So etwa Bank. Es wird verlängert zu "Bänke" und es wird mit dem "ä" geschrieben. Bilden Sie Wortfamilien so wie Auto: Autoreifen, Autobahn, Autowaschanlage, Rennauto etc.

Wenn Sie unsicher sind ...

Sollte Ihr Kind ihrer Meinung nach zu viele Fehler machen und sollten diese auch völlig willkürlich geschehen, so sollten Sie rasch in den Austausch mit der Lehrkraft Ihres Kindes treten. Bitten Sie diese um ihre Einschätzung. Gibt es eine Möglichkeit der schulischen Förderung? Könnte etwa eine förderpädagogische Lehrkraft der Schule hier unterstützen? Ziehen Sie ggf. auch den Kinderarzt Ihres Kindes zurate. Dieser wird Ihr Kind - je nach Lage - zum Beispiel an einen Experten oder eine Expertin überweisen. Vielerorts gibt es inzwischen versierte Lerntherapeuten und Lerntherapeutinnen, die Ihrem Kind und auch Ihnen individuell weiterhelfen können.

Beobachten Sie Ihr Kind also ganz genau und scheuen Sie nicht den Dialog mit der Lehrkraft Ihres Kindes, wenn Sie sich selbst nicht sicher sind. In der heutigen Zeit existieren in der Schule und auch in der schulischen Umgebung zahlreiche Möglichkeiten, Kindern, die Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung haben, zu begegnen und diese gezielt zu unterstützen.

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