Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Meinem Kind fällt es schwer, sich zu konzentrieren - Was Eltern beachten sollten

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© fcscafeine - iStockphoto.com
Idas Mutter ist recht verzweifelt, denn ihre Tochter kann sich beim Erledigen der Hausaufgaben nicht auf diese konzentrieren. Pauls Eltern beobachten bei ihrem Sohn, dass er sich zwar mit all seiner Aufmerksamkeit einer Aufgabe widmet, dann wird der Neunjährige aber nach einer halben Stunde Arbeit unruhig. Ist das nicht viel zu kurz, um effektiv arbeiten zu können?

Konzentration in der Grundschule

Neben der Motivation, sich einer Aufgabe zu widmen, sind auch die Konzentration und die Ausdauer wichtig Faktoren, die ein erfolgreiches Arbeiten in der Grundschule ermöglichen. Wie lange können sich Grundschulkinder jedoch in der Regel konzentrieren – und was heißt es eigentlich, konzentriert zu arbeiten?

Grundsätzlich gilt: Ein Grundschulkind kann sich in der Altersspanne von fünf bis sieben Jahren ca. 15 Minuten lang konzentrieren. Im Alter von sieben bis zehn Jahren sind es ca. 20 Minuten und im Alter von zehn bis zwölf Jahren ungefähr 25-30 Minuten.
Dabei heißt dies, dass die jeweiligen Kinder sich ganz der Aufgabe widmen und die Aufgabenstellung ernsthaft sowie ohne sich ablenken zu lassen, erledigen.

Wie unterstütze ich mein Kind bei der konzentrierten Arbeit?

Zunächst einmal sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind eine möglichst störungsfreie Arbeitsatmosphäre genießen kann. So sollte etwa sein Schreibplatz nicht direkt am Fenster liegen, sodass es durch Ablenkungen von außen nicht von der Arbeit abgehalten werden kann. Achten Sie zudem darauf, dass der Arbeitsplatz ruhig gelegen ist. Jüngere Geschwister sollten beispielsweise während der Hausaufgabenzeit Ihr Kind nicht ablenken. Auch Haushaltsgeräte wie etwa die Spül- oder Waschmaschine oder der Staubsauger stören die meisten Kinder bei der konzentrierten Arbeit. Und natürlich sollten für das lernende Kind Medien – wie der Fernseher, ein Radio oder auch das Smartphone – nicht sicht- und hörbar sein.
Bemerken Sie eine innere Unruhe bei Ihrem Kind? Dann sollten Sie das Gespräch mit ihm suchen. Schildern Sie Ihren Eindruck und fragen Sie, ob Ihr Kind diese Unruhe auch merkt.

Dialog mit der Lehrkraft

Sprechen Sie auch die Lehrkraft Ihres Kindes an, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Kind nicht in der Lage ist, konzentriert daheim zu arbeiten. Bitten Sie diese um eine Schilderung der Situation in der Schule.
Bestätigt sie Ihren Eindruck, so sollten Sie gemeinsam überlegen, wie Sie weiter vorgehen könnten. An vielen Schulen gibt es eine Beratungslehrkraft, die Sie zurate ziehen sollten. Auch können Sie sich an den Schulpsychologischen Dienst wenden. Den Kontakt hierhin erfragen Sie beispielsweise an der Schule Ihres Kindes oder aber in der zuständigen Schulbehörde.

Wenn die Zweifel bleiben

Sollten Sie trotz der gemeinsam vereinbarten Maßnahmen und Ziele immer noch das Gefühl haben, dass es Ihrem Kind schwer fällt, sich zu konzentrieren, so sprechen Sie am besten den Kinderarzt Ihres Kindes an. Dieser wird Sie ggf. an Experten oder Expertinnen so wie beispielsweise speziell ausgebildete Lerntherapeutinnen oder Lerntherapeuten verweisen. Diese gehen individuell auf Ihr Kind ein und sind somit differenziert in der Lage, die Konzentrationsfähigkeit Ihres Kindes zu fördern.

Artikel teilen

Diese Produkte könnten Sie interessieren


miniLÜK
Vorschule/1. Klasse - Förder & Fordern
Logische Folgen