Über den Autor/die Autorin

Jörg Sauer

Jörg Sauer ist ausgebildeter Grundschullehrer und unterrichtet seit über 20 Jahren an einer Schule. Sein Anliegen ist es, den Unterricht möglichst umweltnah und praxisorientiert zu gestalten. Ihm ist es wichtig, Schülerinnen und Schülern mit pädagogischer Begleitung möglichst früh ihrem Alter entsprechende Eigenverantwortung zu übertragen, um ihre Freude am Lernen zu wecken und soziale Kompetenzen zu stärken. Dabei sollte der Blick auf die so genannten kleinen Dinge nicht vergessen werden. Neben der Lehrertätigkeit führte er in den vergangenen Jahren zahlreiche Weiterbildungen über die Nutzung von Neuen Medien im Unterricht durch.

Ein Netz für Kids

von Jörg Sauer



© AVAVA - Fotolia.de

Die Zeiten ändern sich


Noch vor gar nicht so langer Zeit wartete man oftmals mehrere Tage sehnsüchtig auf den Brief seiner Liebsten, um ihn mit klopfenden Herzen zu öffnen und dann zu lesen. Das ist zum überwiegenden Teil Vergangenheit. Heute sind es ein paar wenige Klicks und schon ist die wichtige Nachricht innerhalb weniger Sekunden - auch über weite Entfernungen - an der richtigen Adresse.

Die rasche Nachrichtenübertragung hat keinen Bereich des Lebens ausgenommen, ob es sich um dienstliche oder private Belange handelt. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei zu einen der Umgang mit dem Computer und zum anderen das Nutzen der Möglichkeiten die das Internet bietet, ein.
Zusammenfassend kann man feststellen, dass der Wandel von der Wissens- zur Informationsgesellschaft.

Die Informationsgesellschaft beeinflusst uns täglich


Unzählige Informationen brechen täglich über uns herein. Sei es mittels der klassischen Medien, wie Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Fernsehen oder über die s. g. "neuen Medien", die besonders für die Jüngeren in unserer Gesellschaft eine zunehmendere Bedeutung erlangten. Heute erreichen uns Nachrichten per Mail, SMS bzw. über die unterschiedlichsten Web Seiten.

Nicht vergessen werden darf dabei nicht das "gute alte" Buch. Nun kommt es darauf an, sich nicht im Dickicht der Informationen zu verlaufen. Bereits von klein auf muss an der Entwicklung eines zuverlässigen Kompasses gearbeitet werden, der einen leitet, so dass die Entscheidung ob diese oder jene Information für mich wichtig oder unwichtig ist erleichtert wird. Orientierung in diesem schwierigen Prozess können alle an der Erziehung von Kindern beteiligten Menschen geben.

Im Jahre 2009 hat die Kids Verbraucheranalyse folgende Fakten zusammen getragen:
"Fast 60% Sechs- bis Dreizehnjährigen hat schon Erfahrungen mit dem Internet gemacht… Ab dem zehnten Lebensjahr sind mehr als 85% regelmäßig im Internet unterwegs."1 Dabei ist zu bedenken, dass die Kinder im Internet viele Angebote querbeet einfach mal probieren, wie zum Beispiel für:
  • die Erarbeitung von Kurzvorträgen,
  • die Gestaltung von Hausaufgaben,
  • virtuelles Spielen,
  • Musikhören oder
  • chatten.
Quellen:
1 (1) Thomas Jüngling: So behalten Eltern den Überblick, Welt am Sonntag, Nr.40, 4.10.2009, Seite 58

Umgang mit dem Netz


Neben einem gesunden, offenen, ehrlichen und vertrauensvollen zwischenmenschlichen Verhältnis vor allem in der Familie ist das
Nutzen der Technik
entscheidend für den sicheren Umgang mit den vielen Möglichkeiten, die das Internet bietet. So sollten Schutzprogramme und Firewall installiert sein.

Oftmals ist es sinnvoll, den Kindern einen Computer mit einem geringeren Arbeitsspeicher zur Verfügung zu stellen. Das erschwert u. a. das Herunterladen von Videos. Weiterhin sind Webcams nicht für den Gebrauch durch Kinder geeignet. Leicht besteht sonst die Möglichkeit, dass sie in einem Chatroom oder Forum von uneindeutigen Besuchern animiert werden, Aufnahmen von sich zu erstellen und diese sehr zeitnah zu verschicken.

Wissen, was läuft,
betrifft hauptsächlich die Eltern. Sie sollten ständig auf dem Laufenden sein und sich über aktuelle Trends in der jugendlichen "Szene" informieren. Nur so können sie ihre Schützlinge richtig einschätzen und beraten. Es ist auch sinnvoll, sich von den eigenen Kindern bestimmte Abkürzungen oder Handlungsweisen in aller Ruhe erklären lassen.

Eltern können Hilfen finden u. a.:
» http://www.time4teen.de/
» http://www.checked4you.de/UNIQ126950463616788/doc116319A.html
» http://www.blinde-kuh.de/sicherheit/
Sehr empfehlenswert ist die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jungend heraus gegebene Broschüre: "Ein Netz für Kinder- Surfen ohne Risiko". In der bereits siebenten Auflage ist ein sehr anregendes Extraheft mit vielen Tipps für Kinder beigefügt. Diese Materialien können kostenlos bezogen werden unter:
» http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Service/publikationen,did=4712.html
In dem Heft sind u.a. Vorschläge für "Netz- Regeln" vorgestellt. Auf deren Grundlage können in der Familie Regeln im Umgang mit dem Internet aufgestellt werden.

"Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne."2

Der vom deutschen Philosophen Immanuel Kant (1724- 1804) im Jahre 1788 aufgestellte kategorischer Imperativ besitzt seine Gültigkeit bis in unsere Tage. In Bezug auf das Verhalten im Internet lässt sich frei formulieren: "Tu nur das, was du auch von anderen verlangst." Da leider nicht alle Menschen von der Maxime Gebrauch machen, müssen zum Selbstschutz grundlegende Regeln beachtet werden, wie zum Beispiel:
  • keine persönlichen Daten im Internet bekannt geben
    • Adresse
    • Email
    • Telefonnummer
    • Schule
  • fantasievolle, neutrale Benutzernamen wählen, die keine Rückschlüsse auf das Alter zulassen (z. B. 12 karl), das könnten sein:
    • Lieblingstiere
    • Figuren aus Büchern oder Filmen
    • Helden aus Sagen
  • Kennwörter sicher verwahren und nicht weiter geben
  • Bilder oder Videos von sich selbst nicht hochladen
  • keine realen Treffen mit Chatpartnern vereinbaren, da niemand weiß, welche Absichten derjenige hat
  • Emails mit zweifelhaften Inhalt niemals beantworten (z. B. beim Versprechen von Geschenken)
  • Profile, die alle einsehen können sehr sparsam ausfüllen

Quellen:
2 http://www.br.de/...

Beitrag der Schulen


Viele Lehrpläne in Deutschland, von der Grundschule an aufwärts fordern die altersgemäße Einbeziehung der neuen Medien in den Schulalltag. Problematisch ist immer noch an vielen Schulen zum einen der Ausstattungsgrad in Sachen der notwendigen Technik und zum anderen die Nutzung durch die Lehrkräfte.

Auch hier gilt die Devise: Ständig auf dem Laufenden in der Entwicklung bleiben. Das schließt zum einen die Fortbildungen und zum anderen die Anpassung der Technik ein.

Beispiele für die Nutzung von Computer und Internet in der Schule
  • Systematische Vermittlung von Grundkenntnissen
    • Sicherer Umgang mit Kennwörtern
      • In vielen Bildungseinrichtungen müssen sich die Kinder mit Benutzernamen und Kennwort anmelden. Das ist die Gelegenheit, zum einen über die Notwendigkeit sicherer Kennwörter und deren Umgang zu sprechen und zum anderen sich selbst solche zu bilden.
      • Üben des Schreibens von Emails- Bei einigen Lernprogrammen gibt es auch die Funktion: Schreiben, Versenden und Empfangen von Emails. Der Vorteil ist hierbei, dass alle Daten im geschlossenen Schulnetz verbleiben.
  • Fachübergreifende und fächerverbindende Aspekte beachten (z. B. Verknüpfung des "herkömmlichen Unterrichtes" mit den neuen Medien- Thema: "Pflanzen und Tiere des Waldes", "Heimatort", Arbeit an heimatlichen Sagen…)
  • Gestaltung von Klassen- und Schulzeitungen
  • Differenzierte Arbeit in Mathe mit geladenen Arbeitsblättern unterschiedlichen Schwierigkeitsgrades, z. B. Entdeckungen im Hunderterquadrat (Klasse 2) oder Schriftliches Multiplizieren (Klasse 3, 4)
  • Nutzung elektronischer Nachschlagewerke (z. B. Encarta, Brockhaus…)
  • Nutzung des Internets zur Informationsbeschaffung bei Vorträgen
  • Schulische Internetseite als Motivation zum Schreiben nutzen

Tipp: Es ist lohnenswert, von Zeit zu Zeit mittels einiger gezielter Fragen den Stand der Kinder im Umgang mit Computer und Internet festzustellen. So lassen sich Trends leichter erkennen und man kann rascher reagieren.

Bedienen Sie sich hierzu unseres kostenlosen Fragebogens für Schülerinnen und Schüler.

Quellen: 3 Aus dem Beitrag: "Lehrer an die Computer", von Prof. Dr. Rainer Busch, In: "Die Welt", 20.8.2003

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