Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Den Übergang meistern - Übergang Grundschule - Sekundarstufe I

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© Monkey Business - Fotolia.de
Ihr Kind besucht die vierte Klasse einer Grundschule - und der Übergang zur weiterführenden Schule steht an? Das A und O für diesen Übergang ist eine funktionierende und aktive Kommunikation zwischen der Grundschule und Ihnen als Elternhaus. Lesen Sie im folgenden Beitrag, wie diese gelingt.

Aufgaben der Grundschule und der weiterführenden Schule

Aufgabe der Grundschule ist es, eine grundlegende Bildung zu vermitteln. In den weiterführenden Schulen richtet sich dieser Bildungsauftrag nach der Schulform. Im Gymnasium geht es etwa darum, eine vertiefte allgemeine Bildung und grundlegende Fähigkeiten im wissenschaftlichen Arbeiten zu entwickeln.
Auch ihrer erzieherischen Aufgaben sind sich sowohl die Schulen des Primarbereiches als auch des Sekundarstufenbereiches I bewusst.

Detaillierte Dokumentation

Die Lehrkräfte der Grundschulen sollten hinsichtlich der Bildungsinhalte aber auch bezüglich der sozialen Kompetenzen eine genaue Dokumentation führen. Hierzu existieren Portfolios und Checklisten, die je nach Schule modifiziert werden. Sinnvoll ist es, wenn die Grundschule und die aufnehmenden Sekundarstufenschulen eine gemeinsame Vereinbarung über diese Dokumentation treffen. Dies ist elementar für soziale Fähigkeiten, aber auch für kognitive Inhalte. Diese können beispielsweise im Rahmen von gemeinsamen Fachkonferenzen der Institutionen zusammen definiert werden.

Erziehungs- und Bildungspartnerschaft

Die Erziehungs- und Bildungspartnerschaft zwischen Schule und Elternhaus, die in den schulischen Regelungen der einzelnen Bundesländer konkretisiert wird, sollte von beiden Seiten großgeschrieben werden. Das vertrauensvolle Miteinander von Elternhaus und Schule bildet ein wichtiges Fundament für die gelingende Bildungsbiographie eines jeden Kindes. Bundesländer wie Baden-Württemberg haben bereits seit längerer Zeit die so genannten Schullaufbahnempfehlungen vonseiten der Grundschule abgeschafft und durch eine intensive Beratung der Eltern seitens der Grundschule ersetzt.

Kernstück Beratungsgespräche

Sowohl die Schule als auch die Eltern sollten sich auf die Beratung durch die Grundschule gut vorbereiten. Eltern sollten beispielsweise über die folgenden Fragen reflektieren:
  • Wo liegen die Begabungen und Motivationen meines Kindes?
  • Welche Anstrengungsbereitschaft bringt es mit, welche Unterstützung können wir als Elternhaus bieten?
  • Wie steht es um die Arbeitshaltung sowie um die Konzentration und den Fleiß unseres Kindes?
  • Hat es besondere Interessen oder besonderes Vorwissen?
  • Ist es in der Grundschule eher überfordert oder eher unterfordert?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, diese Über- oder Unterforderung häuslicherseits oder in der Freizeit zu kompensieren?
  • Wie verhält sich unser Kind in der Gruppe?
  • Kann es eigene Bedürfnisse wahrnehmen und äußern?
  • Hält es sich grundsätzlich an Regeln?
  • Nimmt es Rücksicht?
  • Wie geht es mit Konflikten um?
Diese Fragen sind beispielhaft und können durch weitere, für das Kind individuell bedeutsame Fragen erweitert werden.

Der Dialog als Konzept für den Übergang

Auch die Lehrkraft der Grundschule tritt nicht unvorbereitet in den Dialog. Sie hat hierbei folgende Kriterien besonders im Blick:
  • Wie steht es um die schulischen Leistungen des Kindes?
  • Wie zeigt es sich hinsichtlich des Lern- und Arbeitsverhaltens in der Schule?
  • Wie hat sich das Kind bisher entwickelt, welches Potenzial ist zu erkennen?
  • Wo liegen seine Stärken und seine Vorlieben beim Lernen?
  • Wie zeigt es sich im Bereich des Sozialverhaltens?
All diese Punkte sind relevant für den Übertritt. An manchen Schulen ist es durchaus üblich, dass die Kinder an diesen Gesprächen teilnehmen. Dies ist sinnvoll, wenn man das Kind als verantwortliche und kompetente Person für den eigenen Lernweg in den Mittelpunkt setzen möchte.

Eltern unterstützen bei der Schulwahl

Letztendlich ist inzwischen jedoch in vielen Bundesländern der Elternwille entscheidend für die Schulwahl der Sekundarstufe I. Deshalb sollten Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind an den jeweiligen in Betracht kommenden Schulen - etwa im Rahmen von Tagen der Offenen Tür - informieren. Lassen Sie diese Begegnungen gut auf sich und Ihr Kind wirken und treten Sie auch hierüber in den Dialog. Schließlich ist es Ihr Kind, das zählt, um den Übergang erfolgreich meistern zu können.

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