Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin und lebt mit Mann und zwei Kindern in Wolfenbüttel.

Neue Impulse für den Elternabend

von Ulrike Lindner



© DOC RABE Media - Fotolia.de
Das neue Schuljahr hat kaum begonnen, schon steht der erste Elternabend vor der Tür. Ein Termin, der oft weder bei Lehrern noch bei den Eltern auf große Begeisterung stößt. Je höher die Klasse, desto geringer die Anzahl der anwesenden Eltern beim Elternabend, so eine unerfreuliche Faustformel. Liegt die Anwesenheitsquote bei Grundschuleltern noch nahe 100 Prozent, so werden die Eltern später von Jahr zu Jahr weniger.

Warum eigentlich ist das so? Elternabende sind schließlich die Gelegenheit, sich kennenzulernen und auszutauschen. Für die Lehrenden ist es spannend, einmal die Familien zu treffen, die zu Tim, Alina oder Justin gehören. Für Eltern zählt dieser Abend sowieso zu den Pflichtterminen. Jetzt ist oft die einzige Gelegenheit im Schuljahr, Lehrer einmal persönlich zu erleben, Fragen zu stellen und Informationen zu sammeln, die sonst allzu leicht zwischen Hausaufgabenheft, Brotdose und Etui versanden.

Damit alle Beteiligten auch über die ersten vier Jahre hinaus Lust haben, den Elternabend zu besuchen, sind vor allem diese Punkte entscheidend:
  • Wertschätzung
  • Aktivierung
  • Professionelle Präsentation

Verantwortlich für die Gestaltung des Abends ist in erster Linie der Klassenlehrer. Zwar sind Elternabende an sich Sache der Eltern, als Gastgeber ist es dennoch der Lehrer, der die Atmosphäre steuert und damit über Erfolg oder Misserfolg des Abends entscheidet. Ob Elternvertreter oder Klassenlehrer, mit den folgenden Tipps gelingt Ihnen ein lebendiger Elternabend.

Tipp 1: Wertschätzung

„Herzlich willkommen – schön dass Sie gekommen sind!“
Ob als persönliche Begrüßung oder als Anschrieb an der Tafel – zeigen Sie den Eltern, dass Sie sich über ihr Kommen freuen. Schließlich ist es keinesfalls selbstverständlich, dass Mütter und Väter am Ende eines langen Arbeitstages noch zu Ihnen kommen. Die Wertschätzung der Teilnehmer zieht sich von der Begrüßung bis zum Abschied durch den ganzen Elternabend. Sie zeigt sich in vielen Kleinigkeiten wie:

1. Verständliche, interessant gestaltete Einladung mit eindeutigen Zeiten für Beginn und Ende

2. Angenehmer Raum (aufgeräumt, gelüftet) mit arbeitsfördernder Sitzordnung (z. B. Hufeisen oder Kreis)

3. Erwachsenengerechte Stühle

4. Deko und Kleinigkeiten zu essen und zu trinken

5. Sichtbare Tagesordnung an Tafel oder Flipchart

6. Nette Begrüßung – zum Beispiel mit einem gemeinsamen Tafelbild der Kinder, einem kurzen Film zum Klassenalltag, einem Cartoon, Lied, Zitat, Arbeitsproben der Kinder o. ä.

Tipp 2: Aktivierung

20 Minuten, länger kann ein Zuhörer nicht konzentriert folgen, wenn Sie nur reden. Damit Eltern nicht abdriften, bauen Sie in den gesamten Abend immer wieder kleine „Aktivierungsinseln“ ein, mit denen die Aufmerksamkeit gefördert wird. Bei jedem Elternabend sollte mindestens eine Einheit enthalten sein, in der die Eltern selbst etwas tun/erleben/einbringen können. Für den Energiekick beim Elternabend sorgen zum Beispiel:

1. Kurze Diskussion im Plenum oder mit den Nachbarn („tauschen Sie sich doch kurz untereinander aus, was Ihre wichtigsten Fragen zu diesem Punkt sind“)

2. Alles zum Selbermachen – das fördert das Verständnis und macht Spaß. Lassen Sie Eltern z. B. Arbeitsblätter ausfüllen, Experimente nachstellen, Freiarbeitsmaterialien ausprobieren, das Schulgebäude besichtigen, Energieaufbauübungen der Schüler ausprobieren …

3. Gruppenarbeit – was selbst erarbeitet wird, bleibt länger hängen und wirkt nachhaltiger. Wenn es zum Thema passt, lassen Sie die Eltern in kleinen Gruppen Lösungen erarbeiten (z. B. „Wie helfen wir unseren Kindern beim Lernen?“) oder Fragestellungen bearbeiten.

Tipp 3: Professionelle Präsentation

Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus? Das muss nicht an mangelndem Interesse liegen. Bereiten Sie Informationen so auf, dass Eltern sie auch gut und gerne aufnehmen können. Wichtig dafür ist vor allem, dass nicht nur gesprochen wird! Informationen können auch als PowerPoint Präsentation, als Film, als Plakat, bei einem Rundgang vermittelt werden. Bedienen Sie nach Möglichkeit mehr als einen Sinn bei der Informationsvermittlung, umso mehr bleibt hängen. Diese Möglichkeiten haben Sie:

1. Handout zu wichtigen Inhalten vorbereiten

2. Medienwechsel einplanen (Tafel, Flipchart, Beamer, Audio, Vortrag)

3. Kurz und prägnant sein

Zum Schluss

Führen Sie den nächsten Elternabend so durch, dass Sie als Teilnehmer gern selbst dabei wären! Erfüllt die Vorbereitung diesen Anspruch, sollte eine abwechslungsreiche und angenehme Veranstaltung vor Ihnen liegen. Viel Vergnügen dabei!

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