Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Kinderunis - Lernen wie die Großen ...

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© ulianna19970 - Fotolia.de
... - das können Kinder zwischen acht und zwölf Jahren in den Kinderunis, die inzwischen zahlreiche Universitäten in Deutschland regelmäßig anbieten. Und beim Pauken kommt der Spaß nicht zu kurz. Kindgerecht aufbereitet beantworten Professoren Kinderfragen wie: "Warum gibt es keine Dinos mehr?" - "Warum ist Spielen wichtig?" und "Warum gibt es arm und reich?".

Beginn in Tübingen

Premiere hatten die deutschen Kinderunis im Jahr 2002. In Tübingen startete die erste Kinderuni, initiiert von den beiden Redakteuren des Schwäbischen Tagblatts, Ulrich Janßen und Ursula Steuernagel. Von Juni 2002 bis Ende Juli 2002 fanden jeweils dienstags ab 17.15 Uhr Vorlesungen zu Themen statt wie:
  • "Warum spucken Vulkane Feuer?"
  • "Warum wurden aus Affen Menschen?"
  • "Warum muss man über Witze lachen?"
Gelernt wurde im Hörsaal, die kleinen Studenten erhielten neben einem Studentenausweis auch ein Studienbuch.

Die Tübinger Kinderuni erhielt im Jahr 2005 den "Descartes Prize for Science Communication".

Ausweitung der Kinderunis

Mittlerweile bieten zahlreiche deutsche Universitäten Kinderunis an. Hier soll Kindern - auch denen aus bildungsferneren Elternhäusern - frühzeitig die Welt der Universität nahe gebracht werden. Durch speziell für Kinder aufbereitete Vorlesungen werden ihnen wissenschaftliche Inhalte vermittelt.

Die Steppkes lernen die Uni von innen kennen und erhalten Zertifkate wie etwa Studentenausweise, Kinderdiplome oder ähnliches.

Ziel der Kinderunis ist es, die Lernfreude der Kinder zu wecken. Die außerschulischen Lernangebote zeigen, dass es Spaß machen kann, Neues zu entdecken, zu lernen und auch zu wissen.

Nach akademischer Zeit (cum tempore) beginnt die Kinderuni zumeist um viertel nach einer vollen Stunde. Ein Großteil der Kinderunis bittet Eltern darum, nicht mit in den Hörsaal zu kommen. Begeben sie sich mit ihrem Kind hinein, so haben die Nachwuchswissenschaftler Vorrang: Eltern ist es untersagt, einem Kind einem Platz wegzunehmen. Und - auch wenn der Inhalt der Vorlesung gleichermaßen die Großen in den Bann zieht - diese dürfen ihrem Kind keine Antworten vorsagen.

Theorie und Praxis

Vorlesungen der Kinderunis dauern meistens 45 Minuten. Echte Professoren erklären wissenschaftliche Inhalte altersgemäß. Aufgelockert werden die Veranstaltungen beispielsweise durch veranschaulichende Experimente oder auch kurze szenische Darstellungen.

Neben den Vorlesungen bieten einige Universitäten heute auch Praxis-Seminare an. Hier können die Kinder unter Anleitung selbst experimentieren. Im Gegensatz zu den Vorlesungen fallen für die Praxis-Seminare in der Regel geringe Teilnahmegebühren an.

Wo gibt es Kinderunis?

Interessierte Kinder und Eltern sollten sich entweder auf der Homepage der nächst gelegenen Universität über die Kinderuni informieren oder aber beispielsweise telefonisch Kontakt zu der Universität aufnehmen, um Genaueres zu erfahren. Auch auf der "Kinder-Uni-Homepage" finden sich aktuelle Informationen zu sämtlichen Kinderunis: www.die-kinder-uni.de

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