Über den Autor/die Autorin

Ulrike Lindner

Ulrike Lindner hat Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation an der Hochschule der Künste, Berlin, studiert. Sie arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin und Moderatorin.

Entspannungstechniken für Kinder - Schluss mit dem Stress!

von Ulrike Lindner



© Soloviova Liudmyla - Fotolia.de
Einfach mal durchatmen, inne halten und den Augenblick spüren - das ist weitgehend aus der Mode gekommen. Gar nichts tun ist eine Kunst, die heute kaum noch jemand beherrscht. Am allerwenigsten unsere Kinder.

Zwischen Klausuren und Mappenführung, Nachhilfekreis und Sportverein, Klavierunterricht und Fernsehzeit bleibt selten ein Moment der Ruhe. Dass diese Hektik, das ständige Hetzen von Termin zu Termin ungesund ist, liegt auf der Hand. Stress, so die Weltgesundheitsorganisation WHO, stellt heute, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, eine der größten Gefahren für unsere Gesundheit dar.

Stress macht krank

Bei Kindern äußert sich der ständige Stress oft in Form von Schul- und Konzentrationsproblemen, Schlafstörungen, Bauchschmerzen und Angst. Umso wichtiger ist es für sie rechtzeitig Strategien und Entspannungstechniken zu trainieren, mit denen sich "Ruheinseln" in den Alltag einbauen lassen. Neben Methoden, die etwas mehr Zeit erfordern, können das auch Übungen sein, die es in einer stressigen Situation wie einer Klassenarbeit ermöglichen, sich zu "erden" und konzentriert weiter zu arbeiten.

Entspannungstechnik - Progressive Muskelentspannung

Ideal als Entspannungstechnik zwischendurch sind beispielsweise Übungen der Progressiven Muskelentspannung, weil sie relativ unauffällig und auch im Sitzen durchgeführt werden können. Bei dieser Entspannunstechnik wird zum Beispiel die Hand einige Sekunden lang zur Faust zusammen gepresst und danach wieder locker gelassen. Über die körperliche Entspannung, die auf den Zustand der Anspannung folgt, soll auch mehr innere Ruhe erreicht werden.

Damit die Entspannungstechnik auch in hektischen Unterrichtssituationen funktioniert, muss sie aber erst einmal geübt werden. Krankenkassen, Volkshochschulen und andere Einrichtungen bieten Kurse an, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet sind.

Entspannungstechnik - Kinesiologie

Ebenfalls für den Einsatz im "Ernstfall", sprich während des Unterrichts geeignet, sind einige Elemente aus der Kinesiologie als Entspannunstechnik. Die "Wissenschaft von der Bewegung des Menschen" (aus kinesis = Bewegung und lògia=Lehre) beschäftigt sich unter anderem mit der Verknüpfung der beiden Gehirnhälften durch entsprechende Übungen.

Die Übungen wirken sogar dann, wenn sie nicht tatsächlich, sondern nur mental durchgeführt werden. Das Malen einer liegenden Acht mit dem Fuß oder die Vorstellung eines Kreuztanzes (rechte Hand berührt den linken Fuß, linke Hand den rechten Fuß) bringen das müde Gehirn wieder auf Trab und sorgen für einen mentalen Energieschub.

Entspannungstechnik - Autogenes Training

Ein Klassiker der Entspannungstechniken ist ohne Zweifel das autogene Training, entwickelt von dem Neurologen Johannes Heinrich Schultz. Dabei lernen die Kinder, durch Gedanken ihren Körper zu beeinflussen und sich in einen Zustand der Entspannung zu versetzen. Durch positive Befehle ("Autosuggestion") können schon junge Kinder aktiv auf Stress und negative Gedanken reagieren.

Positiv dabei: Die Erfahrung, schwierigen Situationen nicht ausgeliefert zu sein, sorgt für mehr Selbstbewusstsein. Die Wahrnehmung des eigenen Körpers schult ein bewusstes Umgehen mit sich und seinen Gefühlen. Erlernt wird die Tiefenentspannung am Besten in einem Kurs. Zwar sind auch zahlreiche CDs zum Thema auf dem Markt, gerade Kinder haben aber Probleme, die Anweisungen der CD in den Alltag zu übertragen.

Entspannungstechnik - Meditation und Fantasiereisen

Wer bei Meditation an einen Yogi im Lotussitz denkt und glaubt, dafür seien Kinder nicht zu haben, liegt falsch. Meditative Rituale als Entspannungstechnik für Kinder können vom Ausmalen von Mandalas über innere Ruhebilder bis zu "stillen Momenten" und Traumreisen viele Formen annehmen.

Sie alle bauen auf der kindlichen Fantasie und Kreativität auf. Gerade Kindern im Vor- und Grundschulalter gelingt es leicht Bilder zu visualisieren. Das Abtauchen in eine Traumreise, angeleitet durch Musik oder eine CD, die Vorstellung eines "Krafttieres", das nur den Wünschen des Kindes gehorcht, oder das Aufsuchen eines inneren "Ruheraumes" fällt ihnen oft leichter als Erwachsenen.

Bei welcher Entspannungstechnik die Einkehr nach Innen stattfindet hängt von jeder Familie ab. Wichtig, so Experten, sei einfach eine entsprechende Offenheit und die Bereitschaft, Ruhe und Meditation in den eigenen Alltag aufzunehmen.

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