Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Hilfe, wir ziehen um! Was Eltern dabei beachten sollten

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© ExQuisine - Fotolia.de
Der Beruf oder auch das Privatleben treibt Sie an einen anderen Ort oder in eine andere Wohnung bzw. ein anderes Haus? Nicht nur Ihnen fällt der Abschied gewiss schwer. Auch Ihre Kinder beschäftigen sich schon frühzeitig mit diesem Ereignis. Damit dieser Schritt gelingt, sollten Sie sie rechtzeitig auf den bevorstehenden Umbruch vorbereiten. Was Sie hierbei beachten sollten, lesen Sie im folgenden Beitrag.

Ein neuer Lebensabschnitt

Sie haben einen Beruf in einer anderen Stadt – oder aber Sie haben ein Haus in einem anderen Stadtteil gebaut? Gewiss denken Sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge an die bevorstehende Zeit mit all ihren Umbrüchen. Sie selbst haben diese Entscheidung jedoch eigenständig getroffen – und für Sie bedeutet dieser Schritt in den meisten Fällen auch einen Schritt nach vorn. Doch für Ihr Kind bringt er einige Sorgen und Ängste mit sich, die Sie ernst nehmen und aufgreifen sollten.

Rechtzeitige Information

Infomieren Sie Ihr Kind rechtzeitig über den bevorstehenden Schritt. Erklären Sie, weshalb ein Umzug vonnöten sein wird – und was es an dem neuen Ort erwarten wird. Erkundigen Sie sich etwa bei der Touristikzentrale oder aber bei der zuständigen Behörde, welche Angebote es für Kinder gibt. Nehmen Sie sich ein Wochenende Zeit und besuchen Sie den Ort, an den es gehen wird. Sie sind noch auf der Wohnungssuche? Prima, dann beziehen Sie Ihr Kind altersgemäß in diese mit ein. Besichtigen Sie zusammen Wohnungen oder Häuser. Und planen Sie etwa die Gestaltung des Kinderzimmers gemeinsam.
Ist die Wohnung bzw. das neue Haus gefunden, so können Sie gemeinsam die Umgebung kennen lernen. Gibt es in der Nähe Parks oder Tierparks bzw. sonstige Attraktionen für Kinder? Wo sind Schulen bzw. Kindergärten gelegen? Wie sehen die Spielplätze in der Umgebung aus – und wo wohnen andere Kinder?

Packstress

Jeder Umzug birgt die Chance, sich von Dingen, die man eigentlich nicht mehr braucht, zu trennen. Nutzen Sie die Gelegenheit, das Zimmer Ihres Kindes zu durchstöbern und gemeinsam mit ihm etwa an einem Kinderflohmarkt teilzunehmen. Den Erlös können Sie für Gegenstände im neuen Kinderzimmer verwenden.
Auch beim Packen der Kisten sollte Ihr Kind helfen können. Und sollte es einmal zu stressig sein, so sorgen Sie für eine abwechslungsreiche Betreuung durch die Großeltern oder einen Babysitter.

Abschied feiern

Den Abschied vom bisherigen Wohnort sollten Sie feiern. Planen Sie etwa eine Abschiedsfeier, zu der alle Freunde und Freundinnen Ihres Kindes kommen dürfen. Wenn Sie mögen, laden Sie auch die Eltern dazu. Da es sich um eine größere Feier handeln wird, können Sie externe Räumlichkeiten mieten wie etwa eine Halle oder einen Grillplatz. Planen Sie die Feier gemeinsam mit Ihrem Kind. Es sollte seinen Abschied bewusst erleben dürfen.
An den letzten Tagen wird es in der Regel ungemütlich im alten Heim. Doch machen Sie einfach das Beste daraus, indem Sie beispielsweise ein Picknick bei Kerzenschein auf einer Decke auf dem Boden organisieren. Hierbei wird über das bevorstehende Ereignis gesprochen. Jeder erhält die Gelegenheit, seine Gedanken hierzu auszudrücken.

Ankunft

Am neuen Wohnort angekommen geht es zunächst an das gemeinsame Einrichten der Wohnung. Erkunden Sie mit Ihrem Kind gemeinsam die Umgebung und nehmen Sie rechtzeitig Kontakt zu den Nachbarn und den zuständigen Einrichtungen wie Kita und Schule auf. Optimalerweise lernt Ihr Kind schon vor dem Umzug andere Kinder kennen, sodass es beim Wechsel der Einrichtung nicht nur auf fremde Gesichter trifft.

Im Dialog bleiben

Mit dem Umzug sind die Sorgen und Nöte Ihres Kindes nicht vorbei – und auch Sie werden gewiss ab und an ein unwohles Gefühl mit sich herumtragen. Bleiben Sie im Dialog mit Ihrem Sprössling. Geben Sie ihm Raum, von seinen Gefühlen zu erzählen. Nehmen Sie diese dann auch ernst und erzählen Sie von dem, was Sie fühlen.

Ein Umzug gehört zu den größten Einschnitten im Leben eines Kindes. Durch unsere mobile Gesellschaft ist dieser allerdings in vielen Fällen nicht zu vermeiden. Schritt für Schritt geplant und behutsam gegangen wird dieser für Sie und Ihr Kind jedoch zur neuen Chance – in einer neuen Umgebung.

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