Über den Autor/die Autorin

Alexandra von Plüskow - Kaminski

Alexandra von Plüskow-Kaminski ist Grundschullehrerin. Sie arbeitet in Abordnung des Landes Niedersachsen als Bildungskoordinatorin der Bildungslandschaft Heidekreis. Sie verfasst Beiträge zu vorschulischen und schulischen Themen und ist als Lehrbeauftragte in der Lehrkräfteausbildung tätig. Derzeit absolviert sie eine berufsbegleitende Ausbildung zur systemischen Coachin und Prozessbegleiterin.

Kinder in der Medienwelt - Was Eltern darüber wissen sollten

von Alexandra von Plüskow - Kaminski



© Ingo Bartussek - Fotolia.de
Die fünfjährige Nina sieht gerne Bibi Blocksberg – und manchmal lässt ihre Mutter die zweijährige Schwester mitsehen. Tim wiederum spielt gerne Spiele am Tablet seines Vaters – häufig stundenlang. Der Junge versinkt dann in der Welt der Spiele.
Schon frühzeitig werden unsere Kinder mit Medien konfrontiert. Doch - ab wann darf ein Kind mit Medien in Berührung kommen und mit welchen? Erste Antworten liefert der folgende Beitrag.


Welchen Stellenwert nehmen Medien in unserem Leben ein?

Genau diese Frage sollten sich Eltern stellen, bevor sie Ihrem Kind den Zugang zu verschiedenen Medien bieten. Wann etwa schalten wir das Autoradio ein – immer oder um etwa eine langweilige, längere Autofahrt zu überbrücken? Wie oft werden Tablet und Co von den Eltern selbst verwendet – und in welcher Weise? Sind diese eher informierende Quellen oder dienen sie der Zerstreuung und dem Zeitvertreib? Wann und wie oft läuft daheim der Fernseher? Ist dieser permanent an – oder schaut man gezielt bestimmte Sendungen wie etwa alltäglich die Nachrichtensendung oder auch eine bestimmte Serie?

Nachdem Sie Ihre eigenen Mediengebräuche überprüft haben, sollten Sie sich genau überlegen, wie Sie Ihr Kind an die Medien heranführen wollen.

Altersempfehlungen

Generell gilt: Bis zu einem Alter von drei Jahren haben Kinder nichts vor dem Fernseher oder vor dem Computer verloren – auch, wenn es in der Familie ältere Geschwisterkinder gibt. Die allgemeinen Empfehlungen etwa zur Fernsehdauer von Kindern sehen folgende Zeiten vor:

Nicht länger als 30 Minuten pro Tag sollten 3-5-jährige Kinder fernsehen, 6-9-jährige nicht länger als 45 Minuten und Kinder ab zehn Jahren sollten nicht länger als eine Stunde am Tag vor der Flimmerkiste verbringen (Quelle: schau-hin.info). Wenn Sie im Familienkreis einmal einen für Kinder geeigneten Spielfilm oder aber die klassische Ratesendung für die ganze Familie am Samstagabend schauen möchten, können Sie hier natürlich Ausnahmen machen.

Spiele am Tablet sollten gemeinsam gespielt werden. Auch hier sollten Sie sich an die oben genannten Zeitvorgaben halten. Die meisten Spiele eignen sich allerdings eher für Kinder im Vorschulalter. Halten Sie sich hierbei unbedingt an die Altersempfehlungen, die herausgegeben werden.

Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, welche Spiele es als sinnvoll betrachtet. Viele Wissens- oder Lernspiele sind heute kindgerecht und ansprechend gestaltet.

Sollte sich Ihr Kind eine Spielekonsole wünschen, so lassen Sie sich im Fachgeschäft beraten, welche Spiele hier sinnvoll sind – und ob man nicht beispielsweise den Erwerb von Wissen mit dem Spiel kombinieren kann. Erfragen Sie auch im Freundes- und Bekanntenkreis, wie dort mit Spielekonsolen etc. umgegangen wird.

Welche Medien eignen sich für Kinder?

Altersempfehlungen für Medien gibt es nicht ohne Grund. Orientieren Sie sich daran, an welche Altersstufe sich die Fernsehfilme, die Ihr Kind schauen möchte, oder Computerspiele, die es spielen möchte, wenden. Kleinere Kinder sind noch nicht in der Lage, komplexere Inhalte sowie eine Überfrachtung der Bildfläche zu überblicken. Durch ein gemeinsames Konsumieren von Filmen, Spielen und anderen Medien erkennen Sie rasch, welche sich für Ihren Sprössling eignen.

Das Internet ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Bereits in der Grundschule nutzen Kinder dieses beispielsweise bei der Recherche zu Unterrichtsthemen. Deshalb ist es bedeutsam, dass Sie mit Ihrem Kind altersgerechte Seiten finden, auf denen es sich informieren kann – immer unter Ihrer Aufsicht. Weisen Sie es auch auf die Gefahren im Internet hin.

Über das Thema „Smartphones“ wird viel diskutiert. Seien Sie sich der Risiken sehr bewusst, die ein eigener Internetzugang – auch wenn Sie diesen sichern – für Ihr Kind mit sich bringt. Suchen Sie hier das Gespräch mit anderen Eltern und diskutieren Sie Vor- und Nachteile eines Smartphones mit Ihrem Kind. Nicht jedes Kind ist in der Lage, verantwortungsvoll damit umzugehen. Viele Kinder sind erst im jugendlichen Alter in der Lage, die Komplexität eines solchen Mediums überhaupt zu erfassen. Für Grundschulkinder eignen sich diese als eigenes Gerät also weniger. Es spricht aber nichts dagegen, Ihrem Kind wohldosiert und von Zeit zu Zeit zu zeigen, welche Möglichkeiten ein Smartphone bietet. Sei es, dass es mithilfe dieses Gerätes kommunizieren kann oder auch Lernspiele an diesem spielen kann – sowie Bücher-Apps daran lesen kann.

Checkliste: Kinder und Medien

  • Wie gehen Sie in Ihrem Haushalt mit Medien um?
  • Kinder unter drei Jahren sollten nicht fernsehen oder ähnliche Medien konsumieren.
  • Achten Sie darauf, wie lange Ihr Kind verschiedene Medien nutzt. Orientieren Sie sich an den Altersempfehlungen.
  • Lassen Sie Ihr Kind selten allein bei der Mediennutzung.
  • Bleiben Sie mit Ihrem Kind im Dialog über die Medien.

Die Internetseite der Initiative „Schau hin!“ bietet Eltern zahlreiche Tipps und Hinweise zur kompetenten Mediennutzung innerhalb der Familie.

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