Visuelle Poesie - Vom Spätbarock bis zur Gegenwart

Produktinformationen

Seiten 700
Verlag De Gruyter
ISBN 978-3-11-020812-2
Erscheint voraussichtlich 20.07.2022
Herausgeber Ulrich Ernst
Autor Oliver Ehlen, Susanne Gramatzki

Beschreibung

Visuelle Poesie wird wegen ihrer besonderen Verklammerung von Bild und Text, die sie gegen Werke der bildenden Kunst ebenso abgrenzt wie gegen konventionelle Dichtungen, von Anfang an von Theoriebildung begleitet. Reflexionen über Visualität finden sich bereits in den Technopägnien des Hellenismus, Scholien erleichtern den Zugang zu den Gittergedichten der römischen Spätantike, ausführliche Autorkommentare zu Carmina figurata sind aus der Karolingerzeit überliefert und vielfältige gattungspoetologische Reflexionen und Klassifikationen bieten die Poetiken des Barock, während in der Moderne Zeugnisse u. a. in Manifesten der Avantgarden und der Neoavantgarden begegnen. Das transepochal und transnational angelegte Forschungsprojekt erschließt die wichtigsten Zeugnisse durch Originaltext, deutsche Übersetzung und Kommentierung und wertet sie für die rezente Theoriedebatte aus. Ergebnis ist ein Korpus literarästhetischer Äußerungen zu Prinzipien und Formen poetischer Bild-Text-Kompositionen von der Antike bis zur Moderne als Beitrag zu einer historisch fundierten Dichtungstheorie. Die Forschungsresultate sind anschlussfähig für eine ganze Reihe von epistemologischen Diskursen: u. a. Autor- und Leserrolle, Bild-Anthropologie, Composition Science, Intermedialität, Manierismus, Materialität, Numerologie, Poetik, Produktions- und Rezeptionsästhetik, Visual Culture und evidente Rhetorik.